Der Gedenkstein am Dreibrückenbad. Foto: Netzwerk für demokratische Kultur e.V

Wurzen. In der Nacht vom 13. zum 14. April 1945 mussten mehrere hunderte Zwangsarbeiterinnen, -Arbeiter und Häftlinge aus Lagern der Leipziger Rüstungsindustrie eine damals eiskalte Nacht auf den Wiesen an der Mulde bei Wurzen verbringen.

Sie wurden am 13. April unter brutaler Bewachung von SS-Truppen auf sogenannte Evakuierungsmärsche, heute bekannt als die Todes- oder Hungermärsche, geschickt. Entkräftet, von Hunger und Durst gekennzeichnet, nur spärlich mit Kleidung und Pantoffeln ausgestattet, zogen sie auch durch das Muldental in Richtung Tschechien.

Erst dank der Befreiung durch amerikanische Truppen erlangten sie bei Oschatz ihre Freiheit zurück. Jedoch nicht alle. Viele starben auf diesen Märschen oder wurden von der SS erschossen. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und Anwohnerinnen und Anwohner berichteten darüber.

Um der Opfer dieser letzten Verbrechen zu gedenken, wird es am 13. April 2022, 17 Uhr eine Veranstaltung am Gedenkstein am Dreibrückenbad geben. Dazu wird, vorausgesetzt, die Witterungsbedingungen stimmen, das 45-minütige Hörspiel „Auf der Flucht vor der Freiheit“ abgespielt. Empfohlen ist es, Sitzgelegenheiten oder Decken mitzubringen.

Bei schlechtem Wetter gibt es ein kurzes Gedenken mit dem Niederlegen von Blumen am Gedenkstein, der 2015 eingeweiht wurde. Das Hörstück kann dann online angehört werden. Den Link dazu kann über team@ndk-wurzen.de angefordert werden.

Der Gedenkmarsch für die Opfer der Todesmärsche findet als Fahrradtour von Borsdorf nach Wurzen am 8. Mai 2022 statt. Informationen dazu folgen.

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