Installationen in Tisch-Form geben nun Erläuterungen zu den vier Monumental-Figuren in der Ruhmeshalle des Völkerschlachtdenkmals. Foto: Tessina-Larissa Schramm
Installationen in Tisch-Form geben nun Erläuterungen zu den vier Monumental-Figuren in der Ruhmeshalle des Völkerschlachtdenkmals. Foto: Tessina-Larissa Schramm

Sie fallen ins Auge, die vier gewaltigen Figuren in der Ruhmeshalle vom Leipziger Völkerschlachtdenkmal. Aber was haben sie eigentlich für eine Bedeutung? Diese Frage – und noch etliche mehr – werden seit einiger Zeit mit vier Installationen beantwortet, die den Figuren zugeordnet sind.

Prominente Platzierung

Sie sind 9,5 Meter hoch und 400 Tonnen schwer. Und sie sind ausgesprochen prominent platziert. So prominent, dass man schwankt zwischen Unbehagen und Faszination. Und zudem haben sie durchaus eine Funktion, die über diesen mächtigen Eindruck hinausgeht: Sinnbildhaft stehen sie für „die Eigenschaften des deutschen Volkes während der Befreiungskriege“ in den Jahren von 1813 bis 1815.

Und die sollten als nationale Tugenden auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts Vorbild sein: Damit entsprechen die vier Kolosse der „Volkskraft“, der „Opferfreudigkeit“, der „Tapferkeit“ und der „Glaubensstärke“.

Installationen in Tisch-Form mit Erklärungen

Aber wer ist nun eigentlich für was? Die Stiftung Völkerschlachtdenkmal hat immer wieder festgestellt, dass die Besucherinnen und Besucher kaum noch verstehen – und obendrein auch oft verwechseln. Künftig helfen vier hölzerne Installationen in Tisch-Form: Hier findet man die ursprüngliche Beschreibung der jeweiligen Tugend aus der Erbauungszeit. Darüber hinaus haben sich vier profilierte Persönlichkeiten aus der Leipziger Stadtgesellschaft damit auseinandergesetzt, wie sich die Monumentalfiguren heute deuten lassen und welche Kraftquellen die Gesellschaft für die Zukunft benötigen.

Ein ehemaliger Militärangehöriger spricht zur Tapferkeit, ein Theologe zur Glaubensstärke, eine Intensivkrankenschwester zur Opferfreudigkeit und eine mit Themen der Gleichstellung verbundene Politikerin zur Volkskraft-Figur. Ihre Kommentare zu den Tugenden sind als Videointerviewsequenzen vor Ort abrufbar.

„Wir habe die Installationen zunächst im Sinne der Entstehungszeit wiedererkennbar im Raum verortet und kommentiert, zugleich aber Anstöße gegeben, wie man heute unter völlig veränderten gesellschaftlichen Umständen damit umgehen kann“, erklärt Tessina-Larissa Schramm, Communitymanagerin bei der Stiftung Völkerschlachtdenkmal.

Anregung zu einer Diskussion

Und sie ergänzt abschließend: „Wenn Menschen von heute mit offenen Augen durch das Denkmal gehen, etwas von ihrem Besuch mitnehmen und dann miteinander darüber diskutieren, was ihnen für unsere Gemeinschaft an Werten wichtig ist, dann hat die Installation ihren Zweck erfüllt. Sie ist sicher nur ein Anfang und nicht das letzte Wort zu all diesen Themen.“ red./jw

Infos: www.stiftung-voelkerschlachtdenkmal-leipzig.de und www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de

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