
Seit eineinhalb Jahren gibt es die Abteilung Hapkido beim SV Zschepplin. Katharina und Marcus Frenkel haben diese vielseitige koreanische Kampfkunst aus Nordrhein-Westfalen nach Nordsachsen gebracht. Seither trainieren sie Kinder und Erwachsene und geben ihre langjährige Erfahrung weiter. Grund genug, einmal Bilanz zu ziehen: Wie hat sich der Verein entwickelt – und wie geht es weiter?
„Wir haben als kleine Gruppe angefangen. Viele wollten mehr über diese Kampfkunst erfahren und uns kennenlernen“, erinnert sich Marcus Frenkel. Denn in der Region sei Hapkido noch nicht so bekannt. Wer diese Kampfkunst erlernen möchte, muss mehrere Kilometer fahren – der nächste Hapkido-Verein befindet sich im sachsen-anhaltischen Wittenberg.
Das Interesse ist groß
Seit dem Start vor eineinhalb Jahren hat sich die Gruppe in Eilenburg fest in der lokalen Sportlandschaft verankert. „Wir freuen uns über eine beständige Erwachsenengruppe und eine Kinderabteilung, die kontinuierlich neue Gesichter begrüßt. Das Interesse ist groß, und die Motivation auf der Matte ist in beiden Gruppen ungebrochen“, freut sich der 41-Jährige.
Dass sich der kleine Verein so entwickelte, hätten die beiden Trainer nicht gedacht. „Wir sind ohne große Erwartungen an den Start gegangen, wollten einfach die Kampfkunst nach außen tragen und zeigen, wie viel Spaß sie macht“, erklärt Katharina Frenkel.
Dass sie damit offenbar einen Nerv trifft, freut sie umso mehr. „Gerade im Erwachsenenbereich ist diese feste Anzahl an Teilnehmern selten.“ Für den Kinderbereich bedeutet der Verein eine Alternative zu den klassischen Ballsportarten. „Wir können voller Stolz sagen: Wer zu uns kommt, der bleibt auch!“
Vielseitige Kampfkunst
Dieser Umstand kommt nicht von ungefähr. Gelobt wird von allen Seiten das lehrreiche und nachhaltige Training. „Hapkido ist eine sehr vielseitige, dynamische Kampfkunst“, sagt Marcus Frenkel. Besonders seien die Hebel- und Wurftechniken. „Hapkido hat die gleichen Wurzeln wie das japanische Aikido, beinhaltet aber auch viele Elemente traditioneller koreanischer Kampfkünste.
Charakteristisch sind fließende, kreisförmige Bewegungsabläufe“, erklärt er. „Außerdem trainieren wir eine Vielzahl dynamischer Tritttechniken sowie den Umgang mit traditionellen Waffen“, ergänzt Katharina Frenkel.

Hapkido trägt auch zur Gesundheitsförderung bei. „Fitness , Beweglichkeits und Dehnungsübungen sind ein wichtiger Bestandteil des Trainings, wodurch sich positive Auswirkungen auf den Alltag ergeben“, sagt Marcus Frenkel. „Und jeder trainiert in seinem Tempo“, ergänzt Katharina. „Wer sich ‚nur’ bewegen und Spaß haben möchte, ist bei uns genauso richtig wie diejenigen, die für den nächsten Gürtel arbeiten.“
Hochgraduiertes Trainerteam als Aushängeschild
Katharina Frenkel trainiert Hapkido seit ihrem 16. Lebensjahr. Marcus Frenkel ist seit 15 Jahren dieser Kampfkunst verbunden. Seit Dezember vergangenen Jahres ist er Träger des 4. Dan und zählt nun zu den höchstgraduierten Hapkido Praktizierenden in Sachsen. Ein Trainer mit dem 4. Dan stärkt das Ansehen der Hapkido-Gruppe. „Es signalisiert potenziellen Mitgliedern, dass wir hier professionell auf hohem Niveau ausbilden“, betont der Meister. Außerdem hofft er, dass der Erfolg ansteckend ist. „Wenn der Trainer ‚brennt‘ und Erfolge feiert, zieht das eine ganze Gruppe mit.“
Katharina Frenkel, derzeit Trägerin des 2. Dan, avisiert für dieses Jahr den 3. Dan an. „Als Trainer muss man immer auch Schüler bleiben. Und nur wenn wir selbst wachsen, können wir andere inspirieren, uns auf diesem Weg zu folgen“, sind beide der Meinung.
Außerdem freut sich das Trainerteam, dass ein Vereinsmitglied – selbst Sportlehrer und engagierter Hapkido Schüler – das Training der Kindergruppe didaktisch und sportlich unterstützt. „Das ist schon ungewöhnlich, und wir sind dankbar, dass Tony Eckelmann diese Verantwortung mit uns trägt und damit auch das Training auf ein neues Niveau hebt“, sagt Marcus Frenkel.
Vorteile unter dem Dach des SV Zschepplin
Seit Oktober 2024 trainieren die Mitglieder unter dem Dach des SV Zschepplin. „Für uns war das ein wichtiger Schritt. Zum einen können wir für unsere Kurse eine größere Halle nutzen und feste Trainingszeiten bieten. Zum anderen wird für uns der bürokratische Aufwand geringer – und für die Mitglieder auch der Beitrag“, berichtet Marcus Frenkel.
Ein weiterer Vorteil sei die Möglichkeit, jetzt auch eigene Lehrgänge anbieten zu können. „Somit können wir uns mit anderen Hapkido-Vereinen austauschen, neue Ideen fürs Training bekommen und uns weiterbilden“, betont der 41-Jährige.
Pläne für 2026
Auch für das neue Jahr hat das Trainerteam einiges auf der Agenda. Die Erwachsenengruppe (ab 14 Jahren) trainiert immer montags von 18 bis 20 Uhr. Die Kindergruppe (ab 6 Jahren) übt freitags von 16 bis 17 Uhr. „Da es bereits mehrere Anfragen gab, möchten wir unsere Trainingszeiten erweitern und bieten ab sofort auch freitags von 17 bis 18 Uhr eine weitere Trainingsstunde für Erwachsene an“, sagt Marcus Frenkel.
Hinzu kommt immer mittwochs ab 20 Uhr ein Waffenkurs. „Hier möchte ich historische Kampf- und Waffentechniken, die in Europa vom 13. bis zum 17. Jahrhundert verbreitet waren, wiederbeleben.“
Vom 13. bis 17. April bietet der SV Zschepplin eine „Woche des offenen Sportvereins“ an. „Daran werden wir uns beteiligen. Interessierte können vorbeikommen, uns kennenlernen und einen Einblick in die Kampfkunst bekommen“, sagt Katharina Frenkel.
Im Mai und September stehen Landeslehrgänge an. Dort wollen einige Mitglieder mitmachen und sich weiterbilden. Im Sommer werden die nächsten Gürtelprüfungen abgehalten. „Viele Kinder und auch Erwachsene haben den Ansporn, voranzukommen, und wollen unter Prüfungsbedingungen zeigen, was sie können“, freut sich Marcus Frenkel.
Kein Leben ohne Hapkido
Katharina und Marcus Frenkel können sich ein Leben ohne Hapkido nicht mehr vorstellen. „Hapkido ist ein fester Teil von uns geworden, ebenso das Training“, sagt Marcus Frenkel. Und er freut sich, dass es für die Mitglieder genauso ist. „Sie kommen regelmäßig zum Training, nicht, weil sie es müssen, sondern weil sie es wollen – Kinder wie Erwachsene.“
Man könnte fast sagen, in Zschepplin habe sich eine Hapkido-Familie gegründet. Sie bringt Menschen jeden Alters zusammen – auf der Matte und darüber hinaus. Nannette Hoffmann
Wer neugierig geworden ist, kann zu den Trainingszeiten vorbeikommen oder sich online informieren: Weitere Informationen gibt es unter www.hapkido-eilenburg.de.

































