Auf der Großbaustelle in der Muldeaue bei Löbnitz: Das Fundament misst mehr als 700 Quadratmeter. Foto: KiKi

Löbnitz. Seit mehreren Jahren wird am gesteuerten Polder Löbnitz gebaut – einem der größten Hochwasserschutzprojekte in Sachsen, das vom Nationalen Hochwasserschutzprogramm des Bundes finanziert wird. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 75 Millionen Euro. Zahlreiche Teilprojekte sind in dem Generationswerk enthalten, darunter der Bau des großen, etwa sechs Millionen Euro teuren Auslaufbauwerks unweit von Löbnitz. Es befindet sich an jener Stelle, wo der Löbnitzer Flügeldeich auf den Hauptdeich Löbnitz-Bad Düben trifft.

Dort wurde im Frühling mit schwerer Technik der bestehende Deich geöffnet und gut 60 Meter zurückgebaut. Einige Betonarbeiten fanden bereits statt, und nun steht die Herstellung des gewaltigen, 54 Meter langen Fundaments an. Die Grundfläche beträgt über 700 Quadratmeter. Momentan ist das Bauunternehmen damit beschäftigt, die Fläche einzuschalen und mit Stahl zu bewehren. Am 19. August werden 110 Mischfahrzeuge die nötige Betonmenge liefern, um die gigantische Bodenplatte zu füllen. Sie liefern das Material aus Leipzig und aus Pratau an.

Im weiteren Verlauf sollen fünf große, jeweils acht Meter breite, steuerbare Hubschützen installiert werden, die das Wasser im Polder steuern. Hinzu kommt eine bereits fast fertiggestellte, 300 Meter lange, massive Überströmstrecke (HQ25). Das bauausführende Unternehmen ist die Bickhardt Bau AG und, wie vom Projektleiter Stefan Hain zu erfahren ist, sei geplant, das Polder-Auslaufbauwerk bis November 2021 fertigzustellen. An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass der Mulderadweg in der Nähe der Baustelle nicht passiert werden kann. Er wurde umgeleitet und neu ausgeschildert.

Eine weitere aktuelle Baustelle befindet sich in Schnaditz. Dort konnte kürzlich der dritte Bauabschnitt übergeben werden, und nun folgt die Fortsetzung des Ringdeichs vom Ortsausgang Schnaditz bis zur Bundesstraße 2, vor den Toren Bad Düben. Dieser vierte Bauabschnitte hat eine Länge von 1,3 Kilometern, und wenn dieser Bereich bis Ende kommenden Jahres fertig ist, dann ist der insgesamt acht Kilometer lange Ringdeich weitestgehend geschlossen. Es fehlen dann lediglich die große Deichüberfahrt für die B 2 (Bauabschnitt 5) und die Deichüberfahrt von Schnaditz nach Tiefensee (Bauabschnitt 2).

Mit dem Gesamtwerk Polder geht es auch am Ortseingang in Tiefensee weiter. Dort beginnt die Landestalsperrenverwaltung ab kommendem Jahr damit, einen Flügeldeich zu errichten. Der Teil, der am Tiefenseer Graben entlangführt, wird aus einer Mauer bestehen. Auf der gegenüberliegenden Feldseite entsteht ein klassischer Deich, der sich am unteren Ortsrand entlangziehen wird. Im Vorfeld der Bauarbeiten sind archäologische Untersuchungen nötig, die jetzt gerade beginnen.

Wo es ein Auslaufbauwerk gibt, muss es auch ein Einlaufbauwerk geben. Die Planungen zeigen, dass es diagonal auf der anderen Seite der riesigen Polderfläche (Luftlinie circa acht Kilometer flussaufwärts), also unweit der Glauch’schen Bockwindmühle errichtet werden soll. KiKi

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