HCL zurück in Liga 1: Leipziger Handballerinnen krönen eine starke Saison

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Freude beim HCL
Kein Halten gab's mehr bei der Schlusssirene - der Aufstieg war geschafft. Foto: HCL

Es sind die Augenblicke, die irgendwie nur der Sport im Allgemeinen und der Handballsport im Besonderen hervorbringen kann: Der Moment, in dem der „Brüderhölle“ mal eben das Dach wegfliegt, weil alle, aber auch wirklich alle ausflippen. Zu erleben war dies am vergangenen Wochenende nach der Schlusssirene, als eines feststand: Ja, der HC Leipzig hat es geschafft, das Comeback in der Handball-Bundesliga.

Oh ja, das war was für die Ewigkeit, die viel beschworenen Geschichtsbücher und die Erzählungen, die man einst noch den Enkelinnen und Enkeln vortragen wird: Auf der Anzeigetafel leuchtet ein 37:24 zugunsten der HCL-Mädels, die pickepackevolle Sporthalle in der Brüderstraße macht sich startklar für die Party und nach der Schlusssirene brechen alle Dämme. „Nie mehr zweite Liga! Nie mehr, nie mehr!“ So schallt es durch den Raum, wildfremde Menschen liegen sich in den Armen, mittendrin die Handballerinnen und Cheftrainer Erik Töpfer, auch Vereinschef Torsten Brunnquell wird freudestrahlend gesichtet. Es steht fest: Der HC Leipzig ist zurück auf der großen Handballbühne, neun Jahre nach dem ganz großen Absturz.

Comeback nach Insolvenz

Was eine einzigartige Geschichte ist: Noch nie hat es ein Frauenhandballverein geschafft, nach einer Insolvenz ein Comeback in der Bundesliga zu feiern. Dementsprechend euphorisch ist die Stimmung nach dem Heimsieg gegen den 1. FSV Mainz 05 – etwa bei Kapitänin Pauline Uhlmann: „Mir persönlich bedeutet dieser Aufstieg unglaublich viel. Ich habe den Absturz nach der Insolvenz miterlebt. Jetzt sind wir wieder in der ersten Liga angekommen und wollen uns dort etablieren“, so blickt die 25-Jährige schon mal voraus – um aber gleich wieder ins Party-Hier-Und-Jetzt zurückzukehren: „Aber jetzt wird erst einmal ordentlich gefeiert. Das haben wir uns alle verdient.“ Ach ja – zum ausgiebigen Feiern geht’s übrigens nach Mallorca …

Und als wäre dies alles noch nicht genug, hatte dieser allerletzte Spieltag in der zweiten Liga aus HCL-Sicht noch viel mehr emotionale Momente zu bieten. Die Geschichte von Torfrau Nele Kurzke, die im letzten Spiel ihrer Karriere in Minute 52 zum Siebenmeter aufs Parkett kam – und diesen prompt auch hielt. Kann man sich eigentlich nicht ausdenken. Und die ein oder andere Träne ist garantiert geflossen, als sich die 35-Jährige gemeinsam mit Kreisläuferin Hanna Ferber-Rahnhöfer in den Handball-Ruhestand verabschiedete. Mit einem Moment für die Geschichtsbücher.

Und jener Mann, der sicher als Vater des Erfolgs gelten darf, warf ein: „Ich bin megastolz auf die Mannschaft. Was sie in dieser Saison geleistet hat, war großartig. Wir werden wohl erst in den nächsten Tagen so richtig realisieren, was wir geschafft haben.“ Den Blick für das Große und Ganze hatte ein anderer: „Dieser Aufstieg ist ein unglaublicher Meilenstein in der Geschichte unseres Vereins und eine tolle Bestätigung für die Arbeit in den vergangenen Jahren. Ich habe die Entwicklung des Teams in den vergangenen Jahren gesehen. Da war klar, dass in dieser Saison der Aufstieg möglich ist. Dass die Mädels das jetzt so durchgezogen haben, ist Wahnsinn“, sagte HCL-Präsident Torsten Brunnquell, der auch einen Blick voraus warf: „Ich bin davon überzeugt, dass wir in der kommenden Bundesliga-Saison den Klassenerhalt schaffen.“ red./jw

Infos: www.hc-leipzig.de

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