Kinderreitfestverein Grimma sucht einen Pferde-Paten

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Die Pflege im Stall gehört zum Pferdesport dazu. Alexandra, Elina und Anandra (v.li.) wissen das sehr wohl. Auch eine kleine Geldspendebox hat Alexandra gebastelt und sogar erste Spenden eingesammelt. Foto: Thomas Kube
Die Pflege im Stall gehört zum Pferdesport dazu. Alexandra, Elina und Anandra (v.li.) wissen das sehr wohl. Auch eine kleine Geldspendebox hat Alexandra gebastelt und sogar erste Spenden eingesammelt. Foto: Thomas Kube

Der Kinderreitfestverein Grimma ist nicht nur in Grimma und dem umliegenden Muldental ein Begriff. Doch die fast schon legendären Kinderreitfestturniere, die alljährlich im September stattfanden, sind leider Geschichte.

Dem Verein um seinen Vorsitzenden Mario Rost ist diese Entscheidung nicht leichtgefallen, doch für eine Fortsetzung fehlte das Geld. „Wir konnten die erforderlichen Gelder immer schwieriger aufbringen. Immerhin geht es jedes Mal um ’zigtausende Euro. Viele Sponsoren konnten aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage nicht mehr so üppig oder überhaupt spenden.

Und auch die ehrenamtlichen Helfer mussten immer wieder neu motiviert werden, um so eine Großveranstaltung überhaupt absichern zu können“, sagt Rost. „Schließlich wollten wir unser Niveau mindestens halten und konnten andererseits den Verein nicht in eine finanzielle Schieflage bringen.“

Verein existiert auch ohne Kinderreitfest weiter

Doch der Verein existiert auch ohne Kinderreitfest weiter. Und Mario Rost, als weithin bekannter Pferdespezialist, kann die Füße sowieso nicht stillhalten. Um Kindern und Jugendlichen das Reiten in Grimma weiterhin kostengünstig zu ermöglichen, reifte in dem 55-jährigen Reitlehrer schon länger ein Gedanke. „Wir brauchen ein vereinseigenes Schulpferd.“

Wer wird Pate von Schulpferd „Sales“? Foto: Kube
Wer wird Pate von Schulpferd „Sales“? Foto: Kube

Gesagt, getan. Mit Zustimmung seiner Vereinsmitglieder ging Rost auf die Suche und ließ seine deutschlandweiten Beziehungen spielen. In Tirol wurde er fündig, dort stand ein in Sachsen geborener Haflinger zum Verkauf. „Sales“ heißt der sogenannte Edelbluthaflinger, der mit zehn Jahren im besten Pferdealter und mittlerweile auch ein Wallach ist.

Für 7000 Euro kein Schnäppchen, aber bei der Qualität des Vierbeiners ein guter Preis, heißt es. „So ein Tier muss verlässlich sein, wenn es von Kindern umgeben ist. Sowohl beim Reiten, aber auch bei der Pflege im Stall. Dafür muss es ausgebildet, täglich geritten und betreut werden“, so Rost.

Kosten für das neue tierische Vereinsmitglied sind hoch

Dafür konnte der Grimmaer „Pferdenarr“ seine mittlerweile 17-jährige Tochter Elina und deren ebenso erfahrene Freundin Sophia Wiede gewinnen. Da Eigentum auch verpflichtet, folgen auf den Anschaffungspreis nun die Kosten für das neue tierische Vereinsmitglied. Zum einen jede Menge Versicherungen, die für ein Schulpferd verpflichtend sind. Neben der Fremdreiter-Versicherung kommen die Haftpflicht- und eine OP-Versicherung dazu. Denn auch Pferde werden mal krank und die Tierärzte müssen ihre Gebühren nach staatlichen Verordnungen berechnen.

Wird durch diese ständige steigende Preisspirale der Reitsport und das Pferd mittlerweile zum Luxus? Rost sagt ganz klar: „Nein“. Er konnte zu DDR-Zeiten kostengünstig reiten und somit seinen geliebten Pferden ganz nah sein. Außerdem verpflichtet junge Menschen der Umgang mit den großen Tieren auch zu alten Tugenden. Disziplin, Ordnung, Fleiß und Mitarbeit. „Ein Spiegelbild des früheren Schulzeugnisses“, meint er augenzwinkernd.

Futter, Sattel und Zaumzeug werden benötigt

Die Unterhaltung eines Pferdes hat bedeutet ständig laufende Ausgaben. Neben dem Futter werden auch Sattel und Zaumzeug benötigt. Kostentreiber sind immer die Tierarztkosten. Neben einer Grundimmunisierung besteht Mario Rost auch auf einer jährlichen Zahnbehandlung. „Ich möchte nicht, dass wegen Sparzwängen das Tierwohl leidet.“

Deshalb vergibt der Verein jetzt Patenschaften für seinen Haflinger. Ab 50 Euro geht es los, Spendenquittungen werden selbstverständlich ausgestellt. So nebenbei lässt der Vereinsvorsitzende auch durchblicken, dass interessierte Kinder nicht zwingend immer reiten müssen. Wer nur die Nähe zum Pferd sucht, sich an dessen Pflege beteiligen will, sich jedoch nicht auf den Rücken des Pferdes traut, ist auch willkommen. Andererseits können ADS/ADHS-Betroffene therapeutisches Reiten sogar als Heilmittel nutzen. Der Erfolg sei nachweisbar, so der Reitlehrer.

Kontakt zum Kinderreitfestverein Grimma, Vorsitzender Mario Rost, Telefon: 03437 913761, Mobil: 0174 7512666, E-Mail: m.rost1971@gmail.com

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