Sie dürfen sich über den ART Kuratorenpreis 2025 freuen: Nicolas Karpf, Dr. Stefanie Seeberg, Dr. Frank Werner und Sabine Epple (v.l.) bei der Preisverleihung in Köln. Foto: Heide Prange
Sie dürfen sich über den ART Kuratorenpreis 2025 freuen: Nicolas Karpf, Dr. Stefanie Seeberg, Dr. Frank Werner und Sabine Epple (v.l.) bei der Preisverleihung in Köln. Foto: Heide Prange

Die beste Ausstellung des Jahres 2025 im deutschsprachigen Raum konnte man in Leipzig sehen. Genauer gesagt im Grassi Museum für Angewandte Kunst (Grassi MAK): „Formen der Anpassung. Kunsthandwerk und Design im Nationalsozialismus“ wurde in diesen Tagen mit dem ART-Kuratorenpreis ausgezeichnet.

„Frank Werner und sein Team haben sich durchgesetzt, weil sie in ihrer Schau zur Gestaltung im Nationalsozialismus ein heikles, lange übergangenes Thema mit intellektueller Sorgfalt, aber ohne pädagogischen Zeigefinger in beeindruckender Weise umgesetzt haben.“ Dies erklärt Tim Sommer, Chefredakteur von Europas größtem Kunstmagazin ART, zu dieser Entscheidung.

Wenig beachtetes Kapitel deutscher Gestaltungsgeschichte

Der Hintergrund: Die Idee und das Konzept der Ausstellung, die vom 27. November 2025 bis zum 12. April dieses Jahres im Grassi MAK zu sehen war, stammen von dem Berliner Hauptkurator Dr. Frank Werner. Weiterentwickelt und realisiert wurde „Formen der Anpassung“ dann in intensiver Zusammenarbeit mit dem dreiköpfigen Co-Kuratenteam des Museums, bestehend aus Sabine Epple (Kuratorin für Moderne), Dr. Stefanie Seeberg (Kuratorin für Textil) und Nicolas Karpf (Wiss. Volontär). Die ausgezeichnete Ausstellung näherte sich einem bislang wenig beachteten Kapitel deutscher Gestaltungsgeschichte. Sie verdeutlichte, wie politische Direktiven, ideologische Leitlinien und ökonomische Rahmenbedingungen Gestaltung prägten und veränderten.

Rund 400 Exponate aus Museen, Archiven und Sammlungen aus Deutschland sowie dem eigenen Sammlungsbestand wurden präsentiert. Im Zentrum standen Objekte des täglichen Gebrauchs – Vasen, Kannen, Möbel, Textilarbeiten, Geschirre aus Glas, Porzellan, Holz und Metallen – die in den Jahren 1933 bis 1945 entstanden. Darüber hinaus reflektiert die Ausstellung auch kritisch die ambivalente Haltung des Grassi MAK in der NS-Zeit.

Mit dem ART-Kuratorenpreis würdigt die ART, Europas größtes Kunstmagazin, herausragende kuratorische Leistungen. Für diese Auszeichnung hatte die Redaktion insgesamt zwölf besondere Ausstellungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nominiert. red./jw

Infos: www.grassimak.de

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