Grimmas Oberbürgermeister Tino Kießig, Landrat des Landkreises Leipzig Henry Graichen, Architekt Marco Stelzel, Bauherr Samuri Reum.
Grimmas Oberbürgermeister Tino Kießig, Landrat des Landkreises Leipzig Henry Graichen, Architekt Marco Stelzel, Bauherr Samuri Reum. Foto: Stadt Grimma

Der Obere Bahnhof in Grimma, dessen Architektur an ein englisches Schloss erinnert, soll wieder mit Leben gefüllt werden. Projektentwickler Samuri Reum von der Leipziger Firma RE|SA Grundbesitz sieht großes Potenzial und setzt sich mit viel Ausdauer für dessen Sanierung ein. Im Gespräch berichtet er von Herausforderungen, Fortschritten und seinen persönlichen Beweggründen.

Herr Reum, lange war es ruhig um den Oberen Bahnhof. Was ist hinter den Kulissen passiert?

Im Hintergrund waren wir alles andere als untätig. Die Planungen wurden mehrfach angepasst und weiterentwickelt, um alle notwendigen Genehmigungen auf den Weg zu bringen. Auch raumplanerische Details haben den Zeitplan zeitweise verzögert. Das war sicherlich nicht immer zufriedenstellend, aber am Ende zählt, dass alles stimmig ist.

Gute Nachrichten: Der Antrag auf eine Baugenehmigung mit allen Anpassungen liegt nun im Landratsamt vor. Rückblickend hatte die Verzögerung sogar ihr Gutes: Die aktuellen Planungen für den Bahnhofsvorplatz unterscheiden sich deutlich von denen vor fünf Jahren.

Heißt das, der Baustart rückt näher?

Ja, davon gehen wir aus. Wir sind optimistisch, dass wir die erforderlichen Genehmigungen bald in den Händen halten. Zusätzlich ist ein Flächenzukauf geplant, um das Umfeld des Gebäudes zu optimieren und den Brandschutzanforderungen gerecht zu werden. Im rund 1100 Quadratmeter großen Gebäudeinneren ist eine neue Struktur vorgesehen. Die historische Wartehalle soll wieder geöffnet und für Gastronomie und Handel erschlossen werden.

Ergänzend sind kleinere Läden sowie touristische Apartments im Obergeschoss denkbar. Ein großzügiger gastronomischer Freisitz wird das Bahnhofsumfeld zusätzlich beleben. Besonders erfreulich ist, dass es bereits erste Mietanfragen gibt. Auch die geplante Neugestaltung des Vorplatzes und der Parkanlage durch die Stadt Grimma ist für uns ein großer Pluspunkt.

Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten?

Der Obere Bahnhof liegt mir wirklich am Herzen. Trotz aller Hürden haben wir nie aufgegeben und immer an das Projekt geglaubt. Die Stadt Grimma ist dabei ein verlässlicher und konstruktiver Partner. Seit dem Amtsantritt von Tino Kießig im Mai 2025 stehen wir in enger und pragmatischer Abstimmung, was wir sehr zu schätzen wissen. Diese Zusammenarbeit trägt nun Früchte, sodass wir bald sichtbare Fortschritte zeigen können.

Die Stadt Grimma als Eigentümerin des historischen Bahnhofsgebäudes „Oberer Bahnhof“ übergab das 1865/1866 im Tudorstil errichtete Gebäude im Jahr 2020 an den Investorengesellschaft RE|SA. Parallel plant die Stadt eine umfassende Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes. Dazu gehören der Vorplatz, die Neuüberlegung der Nahverkehrsanbindung und der erhöhte Parkflächenbedarf. Täglich passieren rund 3000 Reisende das Areal.

Im Frühjahr 2020 erhielt die Leipziger Firma „RE|SA Grundbesitz Management GmbH & Co. den Zuschlag, das Gebäude „Oberer Bahnhof“ von der Stadt Grimma für 50 000 Euro zu erwerben. Projektentwickler Samuri Reum stellte vor, wie die neuen Eigentümer sich die Entwicklung vorstellen. In den nächsten Jahren sollen mehrere Millionen Euro in das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude fließen. PM

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