Eine Spielkiste für die Nutzung des Spielplatzes: Hier können die Kinder ihre Sachen unterbringen. Diese wird demnächst noch bunt von den Kindern gestaltet. Foto: privat

Seit 34 Jahren gibt es den Kultur- und Heimatverein Hohenroda/Mocherwitz. Sein Ziel: alte Feste und dörfliche Traditionen zu beleben sowie Feierlichkeiten des Dorfes, der Gemeinde und der Kirche zu unterstützen. Dazu gehören auch die Veranstaltungen in Mocherwitz, einem kleinen 140-Seelen-Dorf, das wie Hohenroda zur Gemeinde Schönwölkau gehört.

Als die Feuerwehrfeste wegzubrechen drohten

Die Ortsfeuerwehr Mocherwitz hatte zwei eigene Veranstaltungen auf die Beine gestellt – das Osterfeuer und das Steinfest. 2024 kam dann die Zäsur – die Feuerwehr wurde nach 100 Jahren aufgelöst. „Das bedeutete, dass von heute auf morgen keiner mehr Feste organisieren kann und wird“, sagt Doreen Knorr.

Im Dorf habe man sich schnell gefragt, wie es nun weitergehen könnte. „Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir unsere Veranstaltungen retten könnten“, sagt sie. Die Idee eines eigenen Vereins stand im Raum. „Das wäre für unsere Zwecke allerdings zu aufwendig gewesen.“ Gleichzeitig gab es mit dem Kultur- und Heimatverein im Nachbarort bereits eine gewachsene Struktur. „Und hier waren bereits einige Mocherwitzer aktiv.“ Also entstand der Gedanke, als Ortsgruppe in diesen Verein aufgenommen zu werden.

Vom Infotag zur festen Ortsgruppe

Der Kultur- und Heimatverein Hohenroda/Mocherwitz reagierte offen, war sofort begeistert. Dann ging alles ganz schnell. Bernd Hennig, einer der ehemaligen Feuerwehrleute in Mocherwitz, verteilte Zettel im Dorf, wer mitmachen würde und lud zu einem Infotag ein. Zehn Interessierte und Mitglieder des Kultur- und Heimatverein Hohenroda/Mocherwitz kamen – und blieben. Heute, 15 Monate später, hat die Ortsgruppe 14 Mitglieder und zwei weitere in Aussicht.

„Das erste, das wir umgesetzt haben, war eine Frühjahrsputzaktion“, berichtet Doreen Knorr, die stellvertretende Vereinsvorsitzende. „Wir haben im Ortskern und um die Kirche herum aufgeräumt sowie auch den Spielplatz von Gras befreit. Dabei haben wir einen tollen Fund gemacht. Aber dazu berichten wir später einmal.“ Dann wurde zum ersten Mal als Kultur- und Heimatverein Hohenroda/Mocherwitz das Osterfeuer durchgeführt. Im Herbst folgte eine weitere Putzaktion.

Neue Feste, alte Gemeinschaft

Da das beliebte Dorffest, das Steinfest, in seiner bisherigen Form schon eine Weile nicht mehr umgesetzt werden konnte, hob die Ortsgruppe mit Unterstützung des Muttervereins eine neue Reihe von Festen aus der Taufe: das Herbstfest und den ­Kinoabend mit Feuerzangenbowle. „Zum Kinoabend haben wir den Filmklassiker in der Kirche gezeigt und selbst eine Bowle zum Kosten angeboten. Das kam sehr gut an, ebenso unser buntes Herbstfest“, erinnert sich Anja Ebelt, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit. Das Herbstfest und die Kinoabende in der Dorfkirche sollen nun im Veranstaltungskalender fest verankert werden – jedes Jahr mit einem anderen Schwerpunkt.

„Gerade bei solch kleinen Orten ist eine Struktur wichtig für eine Dorfgemeinschaft“

Aber es soll nicht bei einzelnen Aktionen bleiben. „Wir schauen, was wir organisieren können und wofür Interesse im Dorf besteht, dann stecken wir hier unser Herzblut rein“, betont Doreen Knorr. Ziel sei es, Mocherwitz zu beleben und die Gemeinschaft im Dorf zu stärken. „Gerade bei solch kleinen Orten ist eine Struktur wichtig für eine Dorfgemeinschaft“, ist sie überzeugt – jemand, der Termine bündelt, Fäden in der Hand hält und Anlaufstelle für Ideen ist.

Doreen Knorr ist aber auch selbstkritisch: „Wir hätten den Gang zum Kultur- und Heimatverein Hohenroda/Mocherwitz eher antreten sollen. Aber lieber später als nie, sonst wären unsere Veranstaltungen vielleicht alle eingeschlafen.“

„Wir stehen noch ganz am Anfang“

Für die Zukunft gibt es bereits weitere Pläne, um neue Ideen umzusetzen und die Gemeinschaft weiter zu stärken. Eine Ausstellung der Grundschule Wölkau konnte in der offnenen Kirche in Mocherwitz umgesetzt werden. Solche Formate sollen fortgeführt und erweitert werden. „Wir stehen noch ganz am Anfang. Aber wir haben uns als engagierte Ortsgruppe gesucht und gefunden. Dazu haben wir viele freiwillige Helferinnen und Helfer, die uns immer wieder unterstützen“, sagt Doreen Knorr. Jetzt werde Schritt für Schritt überlegt, wie es weitergeht, was gewünscht wird und was als Nächstes in die Hand genommen wird. Nannette Hoffmann

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