
Ein echte Herausforderung: Wie schafft man den Spagat zwischen künstlerischer Vielfalt und dem Zwang zum Sparen? Die Oper Leipzig gibt für die Spielzeit 2026/2027 eine optimistische Antwort auf diese Frage: Mit einem Bekenntnis zu eben jener Vielfalt, zu Qualität und Publikumsnähe, wie Lydia Schubert – ab 1. August Geschäftsführende Intendantin des Hauses – erklärt: „Als gebürtige Leipzigerin ist es mir ein besonderes Anliegen, die Oper Leipzig mit all ihren Sparten noch weiter zu öffnen.“
Erstes Entdecken am 5. September
Dies lässt aufhorchen. Und weckt Erwartungen. „Wir wollen mit innovativen Begegnungs- und Spielformaten in neu erschlossenen Spielräumen überraschen und mit künstlerischen facettenreichen Impulsen bisherige Perspektiven erweitern, so dass die Oper Leipzig immer wieder aufs Neue entdeckt werden kann“, ergänzt Lydia Schubert.
Und lädt schon mal zum ersten Entdecken ein am 5. September: Zum Auftakt der neuen Spielzeit öffnet die Oper Leipzig ihre Türen für einen Blick hinter die Kulissen – mit Theaterzauber, Technikshow und einem vielfältigen Programm für die ganze Familie. Den musikalischen Höhepunkt bildet das festliche Abschlusskonzert unter der Leitung von Ivan Repušić mit Opernchor und Gewandhausorchester sowie Gästen wie Elbenita Kajtazi, Martin Muehle und Lucio Gallo.
Der weitere Ausblick: 15 Premieren, 34 Wiederaufnahmen – damit umfasst die neue Saison ein breit gefächertes Programm aus Oper, Leipziger Ballett, Musikalischer Komödie und Junger Oper. Neu auf die Opernbühne kommen zum Beispiel „Eugen Onegin“, „Figaros Hochzeit“, „Innocence“ und „Il trittico“ – da ist vom Tschaikowski- und Mozart-Klassiker über ein zeitgenössisches Werk der finnischen Komponistin Kaija Saariaho bis hin zum Opernzyklus von Giacomo Puccini eine Menge dabei. Wobei letzterer vom französischen Starregisseur Vincent Boussard auf die Leipziger Bühne gebracht wird (allerdings erst am 17. April 2027).
Tradition und Zukunft beim Leipziger Ballett
Tradition und Zukunft begegnen sich auch beim Leipziger Ballett: Mit einem Ballett des brasilianischen Choreographen Juliano Nunes nach „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare feiert man die erste Premiere im November diesen Jahres. Am 6. Februar 2027 kommt mit „Sibelius/ Bruckner“ ein zweiteiliger Ballettabend auf die Bühne: Die legendäre Choreographie von Uwe Scholz zum dritten Satz der Symphonie Nr. 8 von Anton Bruckner wird flankiert von einer Uraufführung: Anne Jung erarbeitet mit der Company eine Choreographie zu Sibelius‘ zweiter Sinfonie.
„Der Hase mit den Bernsteinaugen“ heißt eine ganz wichtige Premiere in der Musikalischen Komödie: Das Musical ist ein zentraler Beitrag der Oper Leipzig zu „Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur“ im Freistaat Sachsen und wird ab 17. Oktober vom Autor Henry Mason selbst inszeniert. Dazu kommen die Operetten-Neuproduktionen „Die lustige Witwe“ und „Die Großherzogin von Gerolstein“, ebenso wie ein (rockiges) Musical namens „tick, tick … Boom“.
Junge Oper wartet mit drei Premieren auf
Viertes, wichtiges Standbein des Hauses ist die (beliebte) Junge Oper – und die möchte in der neuen Spielzeit mit drei Premieren aufwarten: Da ist die gesellschaftskritische Kammeroper „Krieg. Stell dir vor, er wäre hier“, aber auch wunderschöne Musiktheater-Geschichten wie „Das hässliche Entlein“ und „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“. Ach ja: Einen neuen Kneipenchor an der MuKo soll’s auch geben, „Singbar“ heißen und allen ab 16 Jahren eine musikalische Heimat geben.
Mut für all diese Ideen und Visionen geben aktuelle Zahlen: Im ersten Quartal 2026 hat sich der Zuspruch der Sparte Oper von 60 auf 74 Prozent gesteigert! Auf hohem bis höchstem Niveau agieren weiterhin die Musikalische Komödie (Zuwachs von 81 auf 89 Prozent) sowie das Ballett (nahezu vollständig ausgelastet mit 99 Prozent).
Oder mal ganz anders gesagt: 51 860 Besucherinnen und Besucher bei 102 Veranstaltungen von Januar bis März bedeuten den höchsten Wert seit 2022. Ach ja – der freie Vorverkauf für die neue Spielzeit 2026/2027 beginnt am 2. Juni; ab 28. April geht bereits die neue Oper Leipzig Card in den Verkauf. red./jw
Infos: www.oper-leipzig.de

































