Hier kommt das Dorf zusammen: Bei verschiedenen Festen und Feiern. Foto: Bürgerverein Zschölkau
Hier kommt das Dorf zusammen: Bei verschiedenen Festen und Feiern. Foto: Bürgerverein Zschölkau

Vor dem Bürgerhaus in Zschölkau prangt ein großes Schild. Rund um den ­Namen „Bürgerverein Zschölkau“ sind lauter Hände abgedruckt. Für Andreas Rauchfuß, Vorsitzender des Bürgervereins, spiegeln diese Hände genau das Bild vom Ort und seinen Menschen wider.

Der Ortsteil der Gemeinde ­Krostitz ist nicht groß, doch die Herzen der Bewohner schon. Wie in jeder Gemeinde war die Feuerwehr die treibende Kraft bei Veranstaltungen. „In den 1990er-Jahren haben wir angefangen große Feste zu organisieren“, weiß Andreas Rauchfuß. Er selbst stand der Ortswehr viele Jahre als Wehrleiter vor. So etablierten sich mit der Zeit das Osterfeuer, das Sommer- und das Herbstfest.

2005 wurde das Feuerwehrgerätehaus erweitert, damit es als Bürgerhaus sowie als Versammlungsraum für die Ortswehr genutzt werden konnte. Dann folgte eine Reform. Die drei bestehenden Ortswehren Zschölkau, Hohenossig und Kletzen wurden zu einer zusammengelegt, ein neues Gerätehaus gebaut und 2023 eingeweiht. Damit stand Zschölkau mit seinen Veranstaltungen auf einmal alleine da.

Einwohner gründen Verein aus Überzeugung

Für Andreas Rauchfuß kein Grund zum Trübsal blasen. Im Gegenteil. „Ich habe mir gedacht, dann machen wir einen Verein, der dann die Veranstaltungen organisiert“, sagt er. Er verteilte Flyer im Ort, erzählte den Leuten von seiner Idee und lud zu einem Meinungsaustausch. „20 Leute kamen und waren sofort dabei“. So konnte am 11. Februar 2023 der Bürgerverein Zschölkau gegründet werden. Heute, drei Jahre später, ist der Verein bereits auf 28 Personen angewachsen.

Dass sich in dem kleinen Ort auf Anhieb so viele Leute für einen eigenen Verein fanden, ist für Andreas Rauchfuß ein Aushängeschild. „Ich musste weder betteln noch groß Überzeugungsarbeit leisten“, erklärt er. „Wir alle wollten die Dinge, die im Ort gut liefen und den Menschen Spaß bereitet, nicht einfach sterben lassen, sondern dranbleiben und weiterentwickeln.“ Denn: Ziel des Vereins ist es, das Gemeinschaftsleben zu fördern und die Menschen zusammenzubringen.

Feste sind Veranstaltungshöhepunkte

Und wo gelingt das am besten? Bei traditionellen Festen. So startet der Veranstaltungsreigen in Zschölkau am 28. März mit einem öffentlichen Osterbasteln. „Hier kann jeder aus dem Ort vorbeikommen, der mag und sein eigenes Ostergeschenk basteln.“ Die Veranstaltung wurde zwar erst im vergangenen Jahr aus der Taufe gehoben, kam aber so gut an, dass es fortgeführt wird.

Jedes Kommt der Weihnachtsmann zu Besuch ins Dorf. Foto: Bürgerverein Zschölkau
Jedes Kommt der Weihnachtsmann zu Besuch ins Dorf. Foto: Bürgerverein Zschölkau

Auch beim Frühjahrsputz sind die Menschen zur Stelle, um ihren Ort zu verschönern. „Vor Kurzem haben wir eine 5 Meter hohe Mooreiche in die Dorfmitte gepflanzt.“ Diese „grüne Ecke“ soll dann noch um eine gemütliche Sitzbank erweitert werden.

Am 30. April wird es warm – am Hexenfeuer. „Da es in der Umgebung bereits viele Feuer rund um Ostern gibt, haben wir einen anderen festen Termin für uns gesucht.“ Los geht es um 18 Uhr, um18.45 Uhr startet ein Fackelumzug durch den Ort. Anschließend wird am Bürgerhaus das Feuer entzündet. Es gibt Knüppelkuchen, eine Hüpfburg, Leckeres vom Grill und eine Lichtshow.

Bar soll ihren festen Platz bekommen

Da es im Sommer ebenso zahlreiche Festivitäten in der Umgebung gibt, ist man in Zschölkau davon abgewichen und nutzt die Sommermonate für Projekte. „Wir haben in diesem Jahr vor, auf unserer Terrasse einen Verkaufsstand zu bauen.“ Eine Art hölzerner Pavillon mit Dach und Seitenwänden. „Hier soll unsere Bar ihren festen Platz bekommen sowie unser Grill“, berichtet Rauchfuß. Beides wurde für ein fest immer aufgebaut und anschließend wieder abgebaut. „Dieses Hin und Her entfällt dann.“

In der Dorfmitte steht dank des Bürgervereins Zschölkau nun eine 5 Meter hohe Mooreiche. Foto: Bürgerverein Zschölkau
In der Dorfmitte steht dank des Bürgervereins Zschölkau nun eine 5 Meter hohe Mooreiche. Foto: Bürgerverein Zschölkau

Wenn alles klappt, können beim nächsten Höhepunkt ­Essen und Getränke hieraus gereicht werden. Und das werde nicht wenig sein, so Rauchfuß. Denn das Oktoberfest am 26. September wird wieder ­zahlreiche Gäste auch aus den umliegenden Gemeinden anziehen. „Wir bauen hier ein bayerisches Festzelt mit allem drum und dran auf.

Es gibt eine Tombola und spannenden Wettkämpfe wie Bierkrug stemmen oder Wettnageln“, blickt der Vereinsvorsitzenden voraus. Natürlich darf Unterhaltung für die Kleinsten nicht fehlen.

Weihnachtsmarkt vor dem ersten ­Advent

Den Abschluss findet das Veranstaltungsjahr in Zschölkau mit einem Weihnachtsmarkt vor dem ersten ­Advent. „Das ist aber kein klassischer Markt mit Ständen und Buden für alle, sondern ist eine dorfinterne Veranstaltung. Jeder bringt Geschenke für die Kinder mit und sogar der Weihnachtsmann kommt bei uns vorbei und verteilt sie.“ Zudem bereiten die Zschölkauer allerlei Köstlichkeiten zu – und gemeinsam und in Ruhe stimmt man sich auf die bevorstehende Weihnachtszeit ein.

Das sei ein wichtiges Merkmal: „Wir wollen Veranstaltungen auf die Beine stellen, die nicht kommerziell überborden. Wer zu uns kommt, feiert gemütlich unter Freunden“, betont er.

Nachwuchs mit ranziehen

Die Nähe der Menschen und der Zusammenhalt beeindruckt ­Andreas Rauchfuß. „Klar, hier kennt sich jeder, aber man schätzt sich auch gegenseitig und hilft einander.“ Auch als der Spielplatz des Ortes wieder hergerichtet wurde oder für die Kids ein Basketballkorb aufgestellt werden sollte, waren helfende Hände zur Stelle.

Daher ist der Vereinsvorsitzende sicher, mit dem Verein, dem Ort und seinen Menschen werden noch einige Projekte umgesetzt. Dass man dafür auch junge Leute braucht, ist klar. „Genau deshalb ziehen wir bewusst die Jugend aktiv mit heran, damit sie die ­Geschicke irgendwann übernehmen und im Sinne von Zschölkau weiterführen.“ Nannette Hoffmann

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