Er vergisst seine Wurzeln nicht und schaut immer mal beim 1. FC Wacker vorbei: Chris Löwe. Foto: PICTURE POINT/Kerstin Dölitzsch

Besonders jetzt während der Fußball-Weltmeisterschaft träumen Millionen kleiner Kicker von einer Karriere als Fußballstar. Auch Chris Löwe (29) aus Plauen hatte einst den kühnen Plan, Profi zu werden. Trotz Fehlstarts beim 1. FC Wacker glaubte er an sich. Heute spielt der Linksfuß in der englischen Premier League.

Wenn er in Huddersfield in der Grafschaft Yorkshire im John Smith’s Stadium mit seiner Mannschaft kämpft, muss er sich schon manchmal zwicken, um zu spüren, ob ja auch alles real ist. Chris spielt als Verteidiger in einer Elf, die nach langen 45 Jahren Pause in die oberste Spielklasse Englands, in die Premier League, zurückkehrte. Der Sachse war beim sensationellen Aufstieg des englischen Traditionsklubs, der im August 90 Jahre alt wird, aktiv mit dabei. „Ein unglaublich schönes Gefühl“, schwärmt der Vogtländer.

Die Großstadt Huddersfield liegt rund 1.500 Kilometer von Plauen entfernt. Hier wuchs der im Sternbild Widder geborene Chris Löwe auf. Fußball ist seine große Leidenschaft. Sein erstes Ziel: im Heimatverein 1. FC Wacker Plauen zu bolzen, so wie sein Vater. Doch dort zeigte man ihm zunächst die Rote Karte: zu klein, zu schmächtig. Aber der hartnäckige, ehrgeizige Junge blieb am Ball, stellte sich immer wieder vor. 1996 klappte es endlich. Der damals 7-Jährige begann beim Wacker-Nachwuchs zu spielen. 2002 wechselte der Teenager zum Chemnitzer FC. Von dort schaffte der gelernte Bürokaufmann einen sensationellen Karrieresprung über gleich vier Spielklassen zum damaligen Meister Borussia Dortmund. Es folgte der 1. FC Kaiserslautern. 2016 begann schließlich die internationale Fußball-Karriere bei Huddersfield Town.

Trotz aller Erfolge ist der 1,73 Meter kleine Fußballer bescheiden geblieben, verkörpert den netten Jungen von nebenan. Chris meidet die Promiwelt, hat keine Ganzkörpertattoos, tummelt sich nicht bei Facebook. Wenn es die Zeit zulässt, besucht er lieber zusammen mit Ehefrau Monique und dem Sohn seine alte Heimat Plauen. Natürlich schaut er dann, wie erst kürzlich, bei „Wacker“ vorbei. Und dort erzählt er dem heutigen Nachwuchs, wie wichtig es ist, unbedingt an sich zu glauben. Egal, wie groß oder klein man ist oder in welchem Verein man spielt.

Thomas Gillmeister

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here