
Wer schwere Fahrzeuge durch Machern bewegen will, muss seit einigen Monaten einen Umweg in Kauf nehmen. Die Brücke über die Bahnstrecke ist für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt – Schulbusse, Linienbusse, Feuerwehrfahrzeuge und landwirtschaftliche Maschinen kommen nicht mehr durch. Jetzt hat der Bau- und Vergabeausschuss des Landkreises Leipzig die Weichen für einen Ersatzneubau gestellt.
Der Grund für die Sperrung liegt im Baustoff: In der 1967/68 errichteten Brücke steckt sogenannter Henningsdorfer Spannstahl – ein Material, das für seine Anfälligkeit gegenüber Spannungsrisskorrosion bekannt und deshalb als besonders schadensgefährdet eingestuft ist. Eine Prüfung Ende 2025 bescheinigte dem Bauwerk einen schlechten Zustand. Die Konsequenz: Gewichtsbeschränkung, Umleitung, Einschränkungen für die gesamte Region.
Der Landkreis reagierte schnell. Noch 2025 wurde die Vorplanung beauftragt, Vermessungsarbeiten und Baugrunduntersuchungen liefen an. In der jüngsten Ausschusssitzung stellten das Ingenieurbüro Bonk + Herrmann mbH und Beigeordneter Gerald Lehne die möglichen Bauvarianten vor. Das Ergebnis: Variante 1 macht das Rennen.
Zweispurige Behelfsbrücke wird gebaut
Der Plan sieht vor, westlich der bestehenden Brücke zunächst eine zweispurige Behelfsbrücke zu errichten. Das entscheidende Plus: Der Verkehr muss während der Bauzeit nicht weiträumig umgeleitet werden. Versorgungsleitungen werden während der Bauzeit östlich des Bauwerks über die Gleise geführt. Sobald die Behelfsbrücke steht – geplant ist das für 2027 –, können auch Busse, Lkw und die Feuerwehr die Strecke wieder uneingeschränkt nutzen.

„Mit der Behelfsbrücke schaffen wir schnell wieder eine leistungsfähige Verbindung. Das ist ein großer Gewinn für die Menschen in Machern und die gesamte Region“, sagt Gerald Lehne.
Neubau frühestens im August 2028
Der eigentliche Neubau kann frühestens im August 2028 beginnen. Da die Brücke eine ICE-Strecke überführt, sind Bauarbeiten nur in abgestimmten Sperrpausen der Deutschen Bahn möglich – Zeitfenster, die langfristig geplant werden, um den Zugverkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen. Das Ziel: Die neue Brücke soll bis 2030 fertig sein.
Die Kosten werden auf rund 9,3 Millionen Euro geschätzt. Der Landkreis rechnet mit einer vollständigen Finanzierung aus dem Sachsenfonds sowie den Sondervermögen von Bund und Freistaat Sachsen. Bereits im März dieses Jahres hatte der Kreistag das Projekt als Priorität für die Förderanträge angemeldet. Mit der nun beschlossenen Bauvariante liegen die planerischen Voraussetzungen vor, um diese Mittel auch tatsächlich zu beantragen.
Anfang 2027 sollen die Unterlagen so weit ausgearbeitet sein, dass die Genehmigungsanträge bei der Deutschen Bahn eingereicht werden können. Der Zeitplan ist eng – aber nach Ansicht des Landkreises machbar.


































