Drei Operationen, ein Jahr, ein neues Leben: Leipziger Ärzte helfen 13-Jähriger aus Angola

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Angelina wird nach ihrer letzten Operation am Haupteingang des Diakonissenkrankenhauses Leipzig von den Friedensdorf-Mitarbeiterinnen Olivia Höche (l.) und Manuela Rossi in Empfang genommen. Foto: Friedensdorf International
Angelina wird nach ihrer letzten Operation am Haupteingang des Diakonissenkrankenhauses Leipzig von den Friedensdorf-Mitarbeiterinnen Olivia Höche (l.) und Manuela Rossi in Empfang genommen. Foto: Friedensdorf International

Ein rotes Herz in der Mitte, drumherum ein paar Zeilen in deutscher Sprache – mit kindlicher Hand geschrieben, aber mit einer Botschaft, die tief berührt: „Vielen Dank Dr. Kilian. für deine Hilfe. Ich freue mich sehr, dass ich wieder gesund bin. Ich werde eure Hilfe nicht vergessen.“ Abgeschickt aus Angola, angekommen im Leipziger Diakonissenkrankenhaus.

Die Geschichte hinter diesem Brief beginnt Anfang 2025. Angelina, damals 13 Jahre alt, kommt aus einem Land, das von Armut und den Nachwirkungen jahrzehntelanger Konflikte geprägt ist. Ihre Beine sind so stark verformt, dass sie kaum noch stehen, geschweige denn laufen kann. Kurz vor ihrer ersten Operation sind die Knie in beiden Gelenken um rund 90 Grad abgewinkelt. Ohne medizinische Hilfe wäre ein normales Leben für sie kaum vorstellbar.

Dr. Ulf Kilian, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie im Leipziger Diako, freut sich nach erfolgreicher Behandlung über einen persönlichen Gruß von Angelina aus ihrer Heimat in Angola. Foto: Alexander Friebel
Dr. Ulf Kilian, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie im Leipziger Diako, freut sich nach erfolgreicher Behandlung über einen persönlichen Gruß von Angelina aus ihrer Heimat in Angola. Foto: Alexander Friebel

Die Hilfe kommt über „Friedensdorf International“ – eine gemeinnützige Initiative, die jedes Jahr mehreren hundert Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten eine medizinische Versorgung in Deutschland ermöglicht. Seit 1994 ist das Diakonissenkrankenhaus Leipzig ein verlässlicher Partner dieser Initiative. Mehr als 60 Kinder wurden hier seither behandelt, viele mit schweren Knocheninfektionen oder Beinfehlstellungen.

Erste OP im Januar 2025

Dr. Ulf Kilian, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, und sein Team nehmen sich Angelinas Fall an. Im Januar 2025 folgt die erste Umstellungsoperation. Zwei Monate später eine zweite. Nach einer langen Heilungsphase werden schließlich im Dezember die eingesetzten Platten in einer dritten Operation wieder entfernt. Ein komplexer, monatelanger Prozess – aber er gelingt. „Die Behandlung war äußerst komplex, aber sie verlief erfolgreich“, sagt Ulf Kilian. „Im Namen des gesamten Teams wünsche ich Angelina für ihren weiteren Lebensweg alles Gute, viel Kraft und Freude.“

Vor wenigen Wochen trat Angelina die Heimreise nach Angola an – auf eigenen Beinen. Die Gehilfen, auf die sie sich noch kurz stützt, wird sie laut Prognose der Ärzte langfristig nicht mehr brauchen. Und aus der Ferne schickte sie dem Team, das ihr Leben verändert hat, das Schönste, was sie hatte: eine selbst gezeichnete Karte und Worte von Herzen. red.

Das Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig behandelt jährlich über 14 000 Patient:innen stationär. Informationen zur Friedensdorf-Initiative unter www.friedensdorf.de

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