Soll ab Ende Februar endlich auch im Altenburger Theaterzelt zu erleben sein: das mitreißende Musical „Monty Python’s Spamelot“. Foto: Ronny Ristok

Altenburg. Was wäre wenn? Nein, diesem dauerhaften In-die-Glaskugel-Schauen wollten sich die Verantwortlichen des Altenburg-Geraer Theaters trotz der aktuell überaus schwierigen Corona-Situation nicht unterwerfen. „Unser Auftrag ist, solange es möglich ist, zu spielen. Und so setzen wir immer Schritt für Schritt die aktuell gültigen Verordnungen um, ohne uns permanent in Panik versetzen zu lassen“, sagte Chefdramaturg Felix Eckerle. Gemeinsam mit den beiden Geschäftsführern Kay Kuntze und Volker Arnold hat er deshalb kürzlich auf einer Pressekonferenz mit der Spielplan-Vorstellung hoffnungsvoll auf das zweite Halbjahr der aktuellen Spielzeit eingestimmt.

In der Zeit von Januar bis Juli nächsten Jahres sind 22 Premieren – darunter elf Neuproduktionen – geplant. Außerdem wird es fünf Philharmonische Konzerte sowie Kammer-, Foyer-, Schüler- und Sonderkonzerte geben, beispielsweise im Juni nach langer Zeit wieder eines im Altenburger Schloss. Start in der Skatstadt ist aufgrund der tarifvertragsmäßigen Pause im Januar allerdings erst am 2. Februar mit der krankheitsbedingt verschobenen Premiere des Puppentheater-Stücks der „Der Wunderkasten“. Danach aber geht es förmlich Schlag auf Schlag mit lang erwarteten, voraussichtlichen Publikumsmagneten.

So hatte bereits ein nur kleiner Ausschnitt aus den „Comedian Harmonists“, einem musikalisch-biografischen Stück über das gleichnamige, unvergessene Vokalensemble, zur Eröffnungsgala im September für Jubel gesorgt. Und dem Musical „Monty Python’s Spamelot“ eilen nach der Geraer Premiere fast euphorische Kritiken und Zuschauerreaktionen voraus. „Endlich, endlich soll es nun Ende Februar nach Altenburg kommen“, hofft Eckerle. Denn eigentlich wurden in der Zeit der Corona-Maßnahmen vor allem Stücke in den Spielplan aufgenommen, bei denen nur wenige Künstler gemeinsam auf der Bühne stehen. Bei „Spamelot“ aber kommen fast das gesamte Schauspielensemble, der komplette Opernchor sowie Eleven des Staatsballetts und Orchestermusiker zum Einsatz.

Seit langem im Wartestand befindet sich gleichfalls die Komische Oper „Der Wildschütz“, wo vor Jahresfrist die Proben 13 Tage vor der Premiere abgebrochen werden mussten. Auch hier ist bekanntlich der Personalaufwand nicht unerheblich. Ganz allein auf der Bühne steht hingegen die Puppenspielerin Marcella von Jan, die sich mit Grimms Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“ in zwei Versionen, eine für Kinder und eine für Erwachsene, nach vier Jahrzehnten von ihrem Publikum verabschiedet.

Auf ein ganz besonderes Highlight kann sich das Altenburger Publikum zu Ostern freuen. Genau am Karfreitag, dem 16. April, bietet das Theater in der Brüderkirche im 8. Philharmonischen Konzert die Johannes-Passion mit hochkarätigen Solisten. Apropos freuen: Vom 24. Juni bis 17. Juli gibt es einen Musical-Sommer. Hier werden Erfolgsstücke wie „Sunset Boulevard“, „Spamelot“, „Mein Freund Bunbury“ oder „Hedwig and the Angry Inch“ sozusagen nonstop gespielt und – auf vielfachen Wunsch – nach dem Sensationserfolg in diesem Jahr an der Bockwindmühle Lumpzig „Krabat“ neu aufgelegt, konkret vom 1. bis 15. Juli. Das nun schon traditionelle Open-Air-Konzert Ende Juni auf dem Altenburger Markt steht diesmal nicht von ungefähr unter dem Motto „Memories“. Denn Stargast ist Angelika Milster, deren Interpretation des gleichnamigen Songs aus dem Musical „Cats“ unvergessen ist und die auch im „Sunset Boulevard“ erneut zu erleben sein wird.

Ob diese Musicals nicht nur in Gera, sondern auch in Altenburg zu sehen sein werden, ist allerdings noch ungewiss. Denn eigentlich steht dem Theater das Zelt am Großen Teich nach bisherigen Planungen nur bis Ende Mai zur Verfügung.

Doch wie am Rande der Pressekonferenz bekannt wurde, scheinen die Bauverzögerungen den schon mehrfach verschobenen Wiedereröffnungstermin des Landestheaters, avisiert ist aktuell Spielzeitbeginn 2022/23, erneut in Frage zu stellen. Es gebe aktuell Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Gesellschaftern des Altenburg-Geraer Theaters, das Zelt doch über den Monat Mai hinaus stehen zu lassen, hieß es. E.P./RM

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here