Schulze-Delitzsch-Frauenchor
Grandioses Finale: Mit weißen „Nonnenkrägen“ und Songs aus dem Film „Sister Act“ sorgt der Schulze-Delitzsch-Frauenchor zum Jubiläum für einen fulminanten Abschluss im Bürgerhaus. Foto: Nannette Hoffmann

Mit einem festlichen Jubiläumskonzert hat der Schulze-Delitzsch-Frauenchor sein 60-jähriges Bestehen gefeiert – passenderweise im Bürgerhaus Delitzsch, genau dort, wo der 1966 gegründete Chor einst seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte.

Ein Saal voller Vorfreude und Geschichte

Bereits eine halbe Stunde vor ­Beginn füllte sich der Saal spürbar. Wer früh kam, sicherte sich die besten Plätze – und konnte noch einen kurzen Blick hinter die Kulissen erhaschen. „Wir sind alle ziemlich aufgeregt“, sagt die erste Vorsitzende Christine Rühr, bevor sie hinter dem Vorhang verschwindet.

Als sich dieser schließlich öffnet, brandet Applaus auf – ­Applaus für sechs Jahrzehnte Chorgeschichte. Für 60 Jahre Musik und den Mut entschlossener Frauen, die einst sagten: Was die Männer können, können wir auch. Ganz in diesem Sinne eröffnet der Chor das Konzert mit seinem augenzwinkernden Motto und dem Lied: „Wir machen Musik, da geht euch der Hut hoch.“

Applaus für Mut, Gemeinschaft und starke Stimmen

Christine Rühr begrüßt die Gäste herzlich und zeigt sich erfreut über die zahlreichen ehemaligen Sängerinnen, Unterstützer und Freunde, die an diesem besonderen Nachmittag zusammengekommen sind. Chorleiterin Carolin Creutz-Moritz verspricht ein beschwingtes Programm – und behält recht.

„Der Frauenchor lässt Menschen an seiner Freude am Singen teil­haben.“

Auch Oberbürgermeister Dr. Manfred Wilde lässt es sich nicht nehmen, persönlich zu gratulieren. Er hebt vor allem das Miteinander hervor, das den Chor auszeichne und weit über die Bühne hinauswirke: „Der Frauenchor lässt Menschen an seiner Freude am Singen teil­haben.“ Mit einem Augenzwinkern wirbt er zudem um neue Mitglieder – für einen Chor, in dem Singen zum gemeinsamen Erlebnis wird.

Von „Loreley“ bis slowakischer Liebeserklärung

Unter der Leitung von Carolin Creutz-Moritz entfaltet sich anschließend ein facettenreicher Querschnitt durch das Repertoire. Mit kurzen Einführungen führt sie durch die Stücke und verleiht ihnen zusätzlichen Tiefgang. Die Klavierbegleitung erfolgt durch Leandra Moritz. In der ersten Konzerthälfte erklingen unter anderem „Die Loreley“, „Der Mond ist aufgegangen“, „Sur le pont d’ Avignon“, „Herr, deine Güte reicht so weit“, „Ave Maria“ sowie das slowakische Lied „Aka si mi krasna“ – das Chorsängerin ­Angelika Weber dirigiert. Das Lied ist eine musikalische ­Liebeserklärung an die Heimat und zugleich eine Hommage an den ehemaligen Partnerchor.

Für einen heiteren Blick zurück auf sechs Jahrzehnte Chorgeschichte sorgt zwischendurch ein Beitrag aus den eigenen Reihen. Ulrike Scholz lässt Stationen des Frauenchores mit viel Humor Revue passieren – immer wieder huscht ein ­Lächeln über die Gesichter im Saal.

Wenn Männerchor und Kriminal-Tango den Saal zum Schunkeln bringen

Nach der Pause sorgt der Schulze-Delitzsch-Männerchor „Arion 1885“ , dirigiert von Andreas Moritz, für einen besonderen Moment. Mit einem Ständchen und einem kräftigen „dreifachen Hoch“ gratuliert er den Sängerinnen. Gemeinsam lassen beide Chöre anschließend Robert Schumanns „Zigeunerleben“ erklingen und entführen das Publikum mit dem „Kriminal-Tango“ in eine zwielichtige Spelunke. Der Saal schunkelt, der Applaus verdoppelt sich – ein Duett, das begeistert.

Nonnenkragen, Sister Act und stehende Ovationen

Ein weiterer Höhepunkt folgt mit musikalischer Unterstützung von Matthias Büttner und Ben Scheibe. Die nächsten Stücke werden nicht nur klanglich, sondern auch visuell in Szene gesetzt. Mit Klassikern wie „Lollipop“ und „Mr. Sandman“ reißen die Sängerinnen das Publikum mit.

Mit „Hail Holy Queen“ und „I will follow him“ aus dem Film „Sister Act“ setzen die Sängerinnen schließlich den Schlusspunkt – stilecht mit Teilen einer Nonnenkluft, die sofort für Schmunzeln im Saal sorgen. Unterstützt von den Solistinnen Elsa Rau und Heike Woelki wächst der Chor zu einer kleinen Showtruppe zusammen. Spätestens jetzt hält es niemanden mehr auf den Stühlen: Es wird mitgeklatscht, im Takt gewippt und stellenweise sogar mitgesungen.

„Zusammen sind sie einfach unschlagbar“

Die stehenden Ovationen sprechen für sich: ein rundum gelungener Nachmittag mit beeindruckender musikalischer Bandbreite. Trotz zweistündiger Bühnenpräsenz lassen sich die Sängerinnen auch zu Zugaben nicht lange bitten. Freude und Erschöpfung liegen nah beieinander – und spiegeln sich in ihren Gesichtern ebenso wie die Zufriedenheit ihrer Chorleiterin Carolin Creutz-Moritz.

Auch im Publikum bleibt die Begeisterung spürbar. Gerlinde Reine lobt vor allem die Vielfalt und den Schwung des Programms: „Zusammen sind sie einfach unschlagbar“, sagt sie mit Blick auf den gemeinsamen Auftritt mit dem Männerchor. ­Edda Bacinski schätzt besonders das abwechslungsreiche Repertoire: „Da ist immer für jeden etwas dabei.“ Und für Dirk Woelki steht fest: „Das war eine grandiose Leistung – besonders der zweite Teil war äußerst lebendig.“ Nannette Hoffmann

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