Nächstenliebe ist Familiensache: Manfred und Johanna, die im August ihre goldene Hochzeit feiern, mit Sohn Dirk (v.l.). Foto: Regina Katzer

Johanna und Dirk Thiele sind ein eingespieltes Team. Die 78-jährige Rentnerin und ihr 48-jähriger Sohn engagieren sich seit 13 Jahren für die Armen und Schwachen in der Messestadt und Osteuropa. Im Begegnungszentrum des Hilfsvereins Nächstenliebe in der Gerberstraße 20 treffe ich die beiden beim Sortieren von Kleidung und Schuhen, die nach Lettland, in die Ukraine oder Armenien verschickt werden.

Anfang Mai wurde der Verein im Wasserschloss Klaffenbach in Chemnitz mit dem Titel „Botschafter der Wärme 2019“ ausgezeichnet. Damit ehrte die Ehrenamtsinitiative der Leipziger VNG „Verbundnetz der Wärme“ besondere Menschen, die sich durch ihr Engagement für die Gesellschaft auszeichnen. „Wir wollen für Leute da sein, die sonst niemanden haben und dringend Hilfe benötigen – sei es mit Hygieneartikeln oder beim Ausfüllen von Anträgen“, so der ausgebildete Mediengestalter. Auslöser zur Gründung des Vereins sei eine Kircheninitiative gewesen, die für frierende Kinder in Albanien Schals gestrickt hatte. Der offene Strickkreis für Osteuropa, der sich um warme Sachen aus gespendeter Wolle sorgt, ist zur Tradition geworden: Zehn Interessierte treffen sich freitags aller 14 Tage im Begegnungszentrum bei Kaffee und Knabberzeug. „Die meisten sind Alleinstehende und kommen aus Leipzig, Krostitz und Althen“, plauderte Mutter Thiele, die früher als Verkäuferin gearbeitet hat. Wer gerne dabei sein will, ist am kommenden Freitag ab 16 Uhr herzlich willkommen!

Am Pfingstwochenende klopfen bei Thieles wieder Fans der Schwarzen Szene an: Beim Stricknachmittag für Schwarzromantiker, der am 7. und 8. Juni jeweils von 16 bis 18 Uhr stattfindet, kommen Teilnehmer des Wave-Gotik-Treffens in den Vereinsräumen zusammen und frönen der alten Stricktechnik mit Wolle und Nadeln. „Wir begrüßen seit vielen Jahren internationale Gäste – eine Pariser Designerin, eine Flugbegleiterin aus Australien sowie Denise und Oliver, ein Pärchen aus der Schweiz. Meist reichen unsere Stühle nicht aus“, erzählte die weltoffene Leipzigerin.

Der rastlosen Rentnerin liegen vor allem bedürftige Kinder aus einkommensschwachen Familien am Herzen: „Unser Verein organisiert kostenlose Schüler-Nachhilfe und hat momentan dringenden Bedarf an Studenten, Doktoranden oder Ruheständlern, die einmal pro Woche jeweils eine Stunde in Mathe und Deutsch weiterhelfen können“, erklärte die Vereinsvorsitzende ihre Herzensangelegenheit. Über Anfragen würde sie sich freuen – telefonisch über 0341 6886319 oder per E-Mail an info@naechstenliebe.net.

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Wer sich nach einer langen Arbeitswoche im Büro mal so richtig auspowern will, der ist ab sofort jeden Freitag ab 17.30 Uhr im Leipziger Stadthafen willkommen. Beim „After Work Paddeln“ geht der Ex-Kanute Jan Benzien, der in seiner aktiven Laufbahn Welt- und Europameister wurde, persönlich mit seinen Gästen ins Wasser. Der gebürtige Gießener begann schon im Alter von sieben Jahren mit dem Kanuslalom und kam 1999 als 16-Jähriger nach Leipzig, um hier das Sportinternat zu besuchen. Der heute 36-Jährige ist in der Pleißestadt hängengeblieben, hat seine große Liebe Mandy Planert, eine ehemalige Slalom-Kanutin, geheiratet und ist Vater zweier Söhne.

Zur Premiere am 10. Mai starteten Christina Grunert, Christoph Lattreuter, Mark Lämmchen und Christoph Weigel auf dem Elstermühlgraben eine feuchtfröhliche 90-minütige Tour. Bevor die Fahrt in den Einer- und Zweier-Kajaks begann, gab es vom Kanu-Experten eine kurze Einführung: Wie hält man das Paddel richtig, und wie steigt man am besten ein, um nicht schon vorm Ausflug baden gehen zu müssen? Der Spaß am Wassersport stand bei allen Teilnehmern im Vordergrund. „Und vielleicht kann ich mir vom Weltmeister etwas abgucken“, äußerte Anfänger Christoph Weigel, der sein eigenes Seekajak aus Glasfaser ins Wasser ließ.

Ex-Kanu-Weltmeister Jan Benzien (Mitte) dreht beim „After Work Paddeln“ mit seinen Gästen eine Extra-Runde im Wasser. Foto: Regina Katzer

Wer lieber Beachvolleyball spielt, die Stimmung in der Strandbar genießen möchte oder auf einer geführten Motorboot-Tour den Auwald oder den Lindenauer Hafen erkunden will: der Sommer steht demnächst in den Startlöchern. Ahoi!

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