Die Brandschutzexperten der Leipziger Stadtwerke Christian Kraft und Luise Brandt zogen nach der Löschübung ein positives Fazit und wollen die Zusammenarbeit mit den Leipziger Feuerwehren intensivieren. Foto: L-Gruppe
Die Brandschutzexperten der Leipziger Stadtwerke Christian Kraft und Luise Brandt zogen nach der Löschübung ein positives Fazit und wollen die Zusammenarbeit mit den Leipziger Feuerwehren intensivieren. Foto: L-Gruppe

Übung macht den Meister – erst recht, wenn es darum geht, 60 Menschen unter einen Hut zu bringen. Und genau dies war die Aufgabe in diesen Tagen auf dem Pilzanger in Knauthain: Die Kameraden der Berufsfeuerwehr Leipzig Südwest sowie der Freiwilligen Feuerwehren Leipzig-Süd und Markranstädt waren gemeinsam mit den Monteuren der Netz Leipzig GmbH am Start, um den Brand an einer Mitteldruck-Gasleitung zu löschen. Als Übung, versteht sich …

Ein sehr realistisches Szenario

Doch die fühlte sich ganz schon reell an – denn die Rauchwolken über dem Pilzanger waren weithin zu sehen. Gut, die wurden von den Feuerlöschern erzeugt, aber echt sah das schon aus – erst recht, wenn dazu noch die Gasflammen meterhoch in den Himmel stiegen. Und lockte dementsprechend neugieriges Publikum an: Anwohnerinnen und Anwohner ließen sich das Schauspiel ebenso wenig entgehen wie Ortschronisten oder Stellwärter. Fotos wurden in Serie gemacht von dieser Szenerie, die bestimmt war vom Zusammenspiel aus Sonnenschein und Blaulicht-Atmosphäre. Garniert mit ein wenig Gänsehaut – das Zischen des brennenden Gases sorgte schon für eine Menge Respekt.

Im Ernstfall kann es gefährlich werden

Denn so filmreif die Situation wirkte, so ernsthaft war der (Übungs-)Hintergrund: Im Zusammenspiel der 30 Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren und der 30 Netz-Monteure musste eine ernsthafte (Brand-)Gefahr gebannt werden. Und wie ernsthaft diese im Ernstfall sein kann, machte ein Kommentar von Johannes Schwarz und Martin Peter deutlich – der eine ist Teamleiter Anlagen Gas bei Netz Leipzig und der andere Obermonteur. .

Volle Kraft voraus: Allgemein ist für das Löschen von Gasbränden (Brandklasse C) nur Pulver geeignet. Alternativ nutzen Feuerwehren noch eine besondere Löschtechnik, bei der die Gasflamme mit einem Wasserstrahl (Vollstrahl) quer zur Austrittsrichtung abgeschlagen wird. Foto: L-Gruppe
Volle Kraft voraus: Allgemein ist für das Löschen von Gasbränden (Brandklasse C) nur Pulver geeignet. Alternativ nutzen Feuerwehren noch eine besondere Löschtechnik, bei der die Gasflamme mit einem Wasserstrahl (Vollstrahl) quer zur Austrittsrichtung abgeschlagen wird. Foto: L-Gruppe

„Für mich war es überraschend zu sehen, dass ein einzelner zwölf-Kilogramm-Pulverfeuerlöscher der Brandklasse ABC nicht ausreicht, um eine Gasflamme dieses Kalibers zu ersticken. Man braucht mindestens zwei bis drei Feuerlöscher dieser Art, um der Gasflamme und dem Druck dahinter Paroli zu bieten“, sagte ersterer.

Unerschrocken in der Brandbekämpfung

Und sein Kollege ergänzte: „Ich war vor allem beeindruckt, wie nah ran man an die Leckage-Stelle und an die Zündstelle musste, um einen Löscheffekt zu erzielen. Wie unerschrocken geübte Kameraden auf Feuerquellen zugehen und volles Rohr geben – das sieht man nicht alle Tage. Wie routiniert, zielgerichtet und schnell sie vorgehen – alle Achtung.“ Denn einfach war die Aufgabe ganz sicher nicht: Schon allein die Verwirbelungen im Rohrgraben und zudem der starke Wind erwiesen sich als echte Herausforderung.

Übung macht auf jeden Fall den Meister

Und weil dies so ist, macht Übung eben die Meisterinnen und Meister, findet auch Ulf Witte, Gas-Betriebsingenieur der Netz Leipzig GmbH: „Wir üben in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit den Kameraden der Feuerwehr Brände unter realitätsnahen Bedingungen, um im Ernstfall Leben zu retten. Heute haben wir den Brand einer Mitteldruck-Gasleitung simuliert.“ Zur Info: Eine solche Leitung transportiert Gas mit einem Druck zwischen 100 und 1000 Millibar. In der Übung wurde mit 700 Millibar eine entsprechend hohe, hörbare und sichtbare Gasflamme erzeugt.

Und diese zu löschen, ist auch für Fachleute gar nicht so einfach – dies gibt Christian Kraft, Brandschutzexperte der Leipziger Stadtwerke, zu bedenken: „Gasflammen sind schwer löschbar. Grundsätzlich lässt man entflammtes Gas kontrolliert abbrennen. Was brennt, kann nicht explodieren.

Manchmal ist allerdings beim Löschen Eile geboten, beispielsweise, wenn Menschen gerettet werden müssen oder ein Übergreifen der Flammen auf Gebäude droht. Für diese Ausnahmefälle wollen wir gewappnet sein und organisieren deshalb Übungen an sicheren, geeigneten Plätzen wie hier am Pilzanger.“ Ach ja – unterm Strich war die absolut gelungen. Dies fasste auch Ulf Witte zusammen: „Unsere Monteure haben heute eine gute Erfahrung gemacht und wir alle haben viel gelernt.“ red./sb

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