Autorin Anna Kaleri will bei den Kindern der Diesterweg-Grundschule Freude an Sprache wecken. Foto: Anna Kaleri
Autorin Anna Kaleri will bei den Kindern der Diesterweg-Grundschule Freude an Sprache wecken. Foto: Anna Kaleri

Unter der Federführung des Joachim-Ringelnatz-Vereins starten in diesem Jahr gleich zwei große Kulturprojekte für Kinder und Jugendliche in Wurzen. Mit literarischen und bildkünstlerischen Mitteln eröffnen sie jungen Menschen neue Zugänge zu Sprache, Kunst und Selbstreflexion – inspiriert vom Werk des in Wurzen geborenen Dichters Joachim Ringelnatz.

Seit Anfang des Jahres ist die Autorin Anna Kaleri Autorenpatin an der Diesterweg-Grundschule in Wurzen. Unter dem Titel „Wörterweltenwunderland“ arbeitet sie mit 21 Grundschülerinnen- un Grundschülern, darunter auch Kinder mit schwerer Lese-Rechtschreib-Schwäche.

Bei den Schülern Freude an Sprache wecken

Ziel des Projekts ist es, Freude an Sprache zu wecken, Kreativität zu fördern und Kindern neue Bildungschancen zu eröffnen. „Ich finde es wichtig, mit kultureller Bildung Bildungschancen von Kindern zu erhöhen. Dabei stehen Kreativität und Freude an erster Stelle sowie authentische Zugänge zu Literatur“, so Kaleri.

Ihren eigenen Weg zum Schreiben fand die Autorin über das Lesen – besonders über die Gedichte von Joachim Ringelnatz, die sie schon als Kind faszinierten. Entsprechend bildet bei jedem Treffen ein Ringelnatz-Gedicht den gemeinsamen Ausgangspunkt für Gespräche und Schreibübungen. Spielerische Schreibaufgaben münden in eigene Texte der Kinder, die am Ende in einem Buch zusammengefasst werden. Dieses wollen die jungen Autorinnen und Autoren im November im Ringelnatz-Geburtshaus der Öffentlichkeit vorstellen.

Ausflüge und Workshops in der Stadtbibliothek

Begleitet wird das Projekt durch regelmäßige Treffen an der Schule, Ausflüge sowie Workshops in der Stadtbibliothek und im Ringelnatz-Geburtshaus. Auch die bildende Künstlerin Constanze Kehrt und die Lesebühnenautorin Franziska Wilhelm wirken mit.

Der feierliche Projektauftakt fand kürzlich im Beisein von Kindern, Eltern und Unterstützern statt. Anna Kaleri las aus ihrem Kinderbuch „Prinzessin Wunderlich will zur Schule gehen“, das Wissbegierde und Umwege beim Lernen thematisiert. Das Projekt wird in enger Kooperation des Joachim-Ringelnatz-Vereins mit der Diesterweg-Grundschule, der Stadtbibliothek Wurzen und den Friedrich-Bödecker-Kreisen umgesetzt.

„Ich reise durch meine eigene Brust“

Auch das zweite Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche und trägt den poetischen Titel „Ich reise durch meine eigene Brust“ – eine Zeile aus dem Ringelnatz-Gedicht „Der Abenteurer“. Im Mittelpunkt steht hier die künstlerische Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensrealität, Gefühlen und gesellschaftlichen Themen. Der Künstler Leonhard Wachter führt die Teilnehmenden in die Technik der Schablonen- und Stencil-Art ein, während Christiane Wachter die Arbeit mit Collagen vermittelt.

Der Künstler Leonhard Wachter führt die Teilnehmenden in Wurzen die Technik der Schablonen- und Stencil-Art ein. Foto: Leonhard Wachter

Der Künstler Leonhard Wachter führt die Teilnehmenden in Wurzen die Technik der Schablonen- und Stencil-Art ein. Foto: Leonhard Wachter

Statements im öffentlichen Raum

Beide Ausdrucksformen sind niedrigschwellig, zeitgemäß und besonders für junge Menschen attraktiv. Sie ermöglichen Statements im öffentlichen Raum, auf Kleidung oder in gemeinsamen Kunstobjekten. Inhaltlich setzen sich die Teilnehmenden unter anderem mit Themen wie Freundschaft, Mobbing oder Identität auseinander. Unterschiedliche Formate, Größen und auch gemeinschaftliche Arbeiten werden dabei gemeinsam erprobt.

An dem halbjährigen Projekt in Wurzen beteiligen sich Kinder und Jugendliche der Pestalozzi-Oberschule, des Kinder- und Jugendhauses „Am Wachtelberg“ sowie der Oberschule im Lossatal. Es wird umgesetzt in Kooperation mit dem Bund Bildender Künstler.

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