
Die Stadt Grimma geht einen weiteren Schritt in Richtung klimafreundlicher Wärmeversorgung: Für das Quartier Grimma West wurde ein energetisches Quartierskonzept gestartet. Es baut auf der bereits bestehenden kommunalen Wärmeplanung auf und soll die dort formulierten strategischen Ziele nun in konkrete, umsetzbare Maßnahmen für das Quartier übersetzen .
Beauftragt mit der Erarbeitung ist die Arete GmbH gemeinsam mit dem Fachpartner mellon. Gefördert wird das Vorhaben über das KfW-Programm „Energetische Stadtsanierung“, finanziert vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie der KfW. Bis Juni 2027 soll das Konzept fertiggestellt sein.
Wärmeplanung als Fokusgebiet
Grimma West war bereits in der kommunalen Wärmeplanung als Fokusgebiet identifiziert worden – wegen seiner hohen Wärmebedarfsdichte und guten Voraussetzungen für den Ausbau leitungsgebundener Wärmenetze. Das neue Konzept vertieft diese Erkenntnisse nun räumlich und fachlich.
Das Untersuchungsgebiet liegt im westlichen Stadtgebiet rund um Vorwerkstraße, August-Bebel-Straße und Westring. Es umfasst 69 Gebäude, überwiegend mehrgeschossigen Wohnungsbau, sowie wichtige öffentliche Einrichtungen: die Grundschule „Bücherwurm“ mit Turnhalle, die Kita Zwergenland und die Schwimmhalle.
Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen mehrere Handlungsfelder: die schrittweise Dekarbonisierung der Wärmeversorgung, die mögliche Erweiterung und Verdichtung bestehender Wärmenetze, sozialverträgliche Wege zur energetischen Gebäudemodernisierung sowie die Abstimmung mit der Wohnungswirtschaft. Auch die Anpassung öffentlicher Räume an den Klimawandel – etwa durch Begrünung, Entsiegelung und ein besseres Regenwassermanagement – spielt eine Rolle. Zusätzlich werden Entwicklungsperspektiven für das ehemalige Bauhofgelände geprüft.
Keine konkreten Investitionsentscheidungen
Wichtig für die Stadt: Das Konzept trifft noch keine konkreten Investitionsentscheidungen. Es soll aber eine belastbare Grundlage schaffen, auf der spätere Maßnahmen vorbereitet und umgesetzt werden können. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Bezahlbarkeit, Sozialverträglichkeit und die Lebensqualität im Wohnumfeld.
In den kommenden Monaten sind im Quartier Begehungen und ausgewählte Luftaufnahmen geplant. Sie sollen vorhandene Daten überprüfen und um Informationen zu Gebäuden, Freiflächen und Infrastruktur ergänzen. Die Stadt betont, dass dabei nur öffentlich zugängliche Bereiche erfasst werden – Wohnungen und private Grundstücke bleiben außen vor.
Eine flächendeckende fotografische Erfassung aller Gebäude ist nicht vorgesehen, Personen werden nicht gezielt aufgenommen. Arbeitsdaten und Bilder werden datensparsam und zugriffsbeschränkt gespeichert; für die Öffentlichkeitsarbeit kommen nur ausgewählte, freigegebene Aufnahmen zum Einsatz.
Begleitet wird die Konzepterstellung durch Gespräche und Workshops mit Stadtverwaltung, Wohnungswirtschaft, Energieversorgern und weiteren Akteuren. Auch die Öffentlichkeit soll während der Projektlaufzeit regelmäßig über den Fortschritt informiert werden. Am Ende sollen die Ergebnisse in einer Bestands- und Potenzialanalyse zusammenlaufen und in einen konkreten Maßnahmen- und Umsetzungsfahrplan für Grimma West münden. red


































