
Der Bahnhofspark in Grimma wird in den kommenden Monaten grundlegend umgestaltet. Seit dem 1. Oktober ist das rund 9000 Quadratmeter große Areal mit Bauzäunen gesichert, der parkseitige Fußweg an der Leipziger Straße bleibt während der Arbeiten gesperrt – Fußgänger werden über den Bahnhofsvorplatz geleitet.
Trockenheit schädigt alten Baumbestand
Auslöser der Maßnahme ist der schlechte Zustand vieler Bäume. Eine umfassende Untersuchung hat gezeigt, dass die trockenen und heißen Sommer der vergangenen Jahre dem Gehölzbestand erheblich zugesetzt haben. 31 Bäume und Gehölze müssen deshalb entnommen werden, da ihre Standsicherheit langfristig nicht mehr gewährleistet werden kann. Grundlage ist unter anderem ein Gutachten aus dem Jahr 2019, das 2026 noch einmal fachlich überprüft wurde.
„Wir haben uns die Bäume sehr genau angesehen. Wo es möglich ist, sollen sie erhalten bleiben. Bei einzelnen Gehölzen ist der Zustand jedoch so schlecht, dass eine langfristige Standsicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann“, erklärt Bauhofleiter Stefan Schuricht . Oberbürgermeister Tino Kießig ergänzt: „Die Entscheidung, einen Baum zu entnehmen, wird nicht leichtfertig getroffen. Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass sich Bürgerinnen und Bürger sicher im Park und an den angrenzenden Wegen bewegen können“.
Beim Fällen wird auf den Artenschutz geachtet: Eine spezialisierte Fachfirma kontrolliert die Bäume vorab noch einmal, bei Bedarf kommt ein Fällkran zum Einsatz. Die Arbeiten finden außerhalb der gesetzlichen Brut- und Setzzeit statt, eine artenschutzrechtliche Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde liegt vor.
Zahlreiche Neupflanzungen als Ersatz
Für die entnommenen Gehölze gibt es reichlich Ersatz: Insgesamt sollen 90 neue Bäume gepflanzt werden – fast dreimal so viele, wie entfernt werden. Hinzu kommen rund 30 weitere Sträucher und Kletterpflanzen, etwa für eine neue Pergola. Bei der Auswahl setzt die Stadt auf robuste, klimaangepasste Arten wie Wild-Flieder, Schnurbäume, Zerr-Eichen, Eisenholzbäume und Amberbäume.
Doch es geht um mehr als neue Bäume: Der Park soll insgesamt mehr Freiraum erhalten, neue Wege führen künftig durch die Baumreihen, alte Betonplatten werden ersetzt und eine neue Beleuchtung sorgt für bessere Orientierung. 14 neue Bänke und kleine Spielelemente laden zum Verweilen ein.
Das Sowjetische Ehrenmal bleibt erhalten, der bisherige Panzer-Sockel wird jedoch entfernt. Metallstern und Gedenkplatten finden künftig in einem zentralen Blumenbeet einen neuen Platz.
Finanzierung und Patenschaften für Bäume
Die Gesamtkosten der Umgestaltung liegen bei rund 570.000 Euro. Davon trägt das EU-Förderprogramm „Nachhaltige integrierte Stadtentwicklung“ 427.500 Euro, der städtische Eigenanteil beträgt 142.500 Euro .
Für die neuen Bäume plant die Stadt zudem symbolische Baumpatenschaften nach dem Konzept „Herzensbaum“: Bürger, Vereine und Unternehmen können einem Baum ideell einen persönlichen Namen oder Anlass widmen – ohne Eigentums- oder Pflegepflicht. „Der Bahnhofspark soll künftig ein attraktives Entrée zur Stadt und gleichzeitig ein Ort der Begegnung und des Verweilens sein“, so Oberbürgermeister Kießig. Red.


































