
Noch ist ein Internetauftritt im Aufbau. Doch die Bürgerenergiegenossenschaft Mitteldeutschland steht mehr als in den Startlöchern: Ende vergangenen Jahres erfolgte in Grimma die Gründung. Seitdem sind bereits Projekte in der Startphase, Interessenten können Mitglied werden und investieren.
Was ist die Bürgerenergiegenossenschaft Mitteldeutschland?
In der Bürgerenergiegenossenschaft Mitteldeutschland schließen sich Bürgerinnen und Bürger zusammen, die gemeinsam Projekte zur Erzeugung erneuerbarer Energie in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen umsetzen – und eine konzernunabhängige, regionale Energieversorgung stärken wollen. Konkret geht es um Photovoltaik, Quartiersentwicklung, Windenergie sowie Kälte- und Wärmeprojekte.
Welche Projekte gibt es bereits?
Die Bürgerenergiegenossenschaft Mitteldeutschland hat laut Vorständin Diebler bereits viel Zuspruch erhalten: Kirchen, unterschiedliche Wohnbaugesellschaften sowie Unternehmer seien auf sie zugegangen. Weil das Gründungsteam über ein großes Unternehmernetzwerk in Mitteldeutschland verfügt, konnte es zudem auf Kooperationspartner zugehen.
Mit den bestehenden Partnern entstehen bereits Projekte, unter anderem im Bereich Photovoltaik und Mieterstrom, die sich aber noch in der Planungsphase und somit unter Vertraulichkeit befinden. Im ersten Quartal 2026 sollen die ersten Konzepte unterschriftsreif sein.
Was bringt eine Mitgliedschaft?
Die Mitglieder beteiligen sich finanziell und entscheiden gemeinsam über Investitionen. Zudem profitieren sie von finanziellen Erträgen, denn die Genossenschaft hat das Ziel, das eingesetzte Kapital zu verzinsen. Die Zinshöhe steht noch nicht fest. Eigentümer einer Anlage wird man durch die Genossenschaftsmitgliedschaft aber nicht.
Wer führt das Unternehmen?
Die in Grimma gegründete Genossenschaftfußt auf der Idee der Grimmaerin Heike Diebler, die als Privatperson in einem Team die Genossenschaftsgründung angestoßen hat. Alle Beteiligten sind ehrenamtlich involviert. Neben Diebler ist Thomas Dieckmann im Vorstand. Zum zehnköpfigen Gründungsteam gehören Personen aus Leipzig, Dresden und Sachsen-Anhalt.
Wer kann Mitglied werden?
Mitglied werden können Privatpersonen aus der Region sowie Unternehmen. Über ihre Aufnahme wird im Gremium entschieden. Neben der Genossenschaftsmitgliedschaft gibt es auch die Möglichkeit, sich als investierendes Mitglied an der Finanzierung der laufenden Projekte zu beteiligen. Interessierte können sich per E-Mail an diebler@beg-md.demelden.
Wie hoch sind finanzieller Einstieg und realistische Rendite?
Ein Genossenschaftsanteil kostet 500 Euro. Die Genossenschafts-Dividende wird jährlich ausgezahlt. Die Höhe ist abhängig von der Höhe des erwirtschafteten Ertrages. Im Finanzplan der Genossenschaft gibt es eine angestrebte Rendite für die Mitglieder.
Welche Risiken gibt es?
Eine Beteiligung an einer Bürgerenergiegenossenschaft ist grundsätzlich mit unternehmerischen Risiken verbunden, etwa durch schwankende Erträge oder verzögerte Projekte. Mitglieder haften jedoch nicht mit ihrem Privatvermögen, sondern nur mit ihrer Einlage. Für Genossenschaftsanteile werden Rücklagen gebildet, die nicht investiert werden dürfen. Damit ist eine Auszahlung von Genossenschaftsanteilen zu jeder Zeit möglich.
Wie geht es weiter?
Für die Genossenschaft haben Diebler und ihr Team aktuell einen Antrag auf eine Förderung gestellt, die für die Startphase eine enorme Unterstützung bedeuten könnte. Neben dem Internetauftritt, durch den die Genossenschaft und ihre Projekte sichtbarer für Interessierte werden will, fokussiert sich das Team auf die Planung der ersten Energieprojekte. CM
































