An der „Lotterbude“ neben der Alten Handelsbörse war Eric Buchmann dieser Tage oft mit leckerem Glühwein und Neugier auf spannende Gespräche anzutreffen. Foto: J. Wagner

LEIPZIG. Treffpunkt „Lotterbude“, gleich an der Alten Handelsbörse auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt: Hier war Eric Buchmann in den vergangenen Wochen häufig zu finden – beim Glühweinverkauf für eine gute Sache.

Denn diese „Lotterbude“ ist so enorm wichtig. Wichtig für die Arbeit der Hieronymus-Lotter-Gesellschaft, dem Förderverein des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, dessen Vorsitzender er seit März dieses Jahres ist. „Ohne die Einnahmen der ‚Lotterbude‘ könnten wir uns viele Projekte überhaupt nicht leisten“, meint Eric Buchmann zwischen zwei Tassen Glühwein: „Deshalb fangen wir tatsächlich schon im Mai, Juni mit den organisatorischen Vorbereitungen an.“

Und noch etwas ist wichtig: Diese „Lotterbude“ versteht sich auch als Schaufenster des Fördervereins. Und dies kommt dem neuen Vereinschef auch entgegen – er findet: „Ich habe stets gesagt, dass wir als Lotter-Gesellschaft sehr viel realisieren, aber zu wenig darüber reden.“ Und nach einer Pause ergänzt Eric Buchmann: „Eigentlich muss dieser Förderverein zu einer Marke werden – und die ‚Lotterbude‘ ist da als Aushängeschild ein wichtiger Baustein, um an die Öffentlichkeit zu gehen.“ Dass es da eine ganze Menge gibt, um das es sich zu reden lohnt, wird im Gespräch schnell deutlich: Da geht es um das Porträt von Johannes Bugenhagen, gemalt von Lucas Cranach dem Jüngeren, das im Jahr 2018 restauriert werden konnte – dank der Hieronymus-Lotter-Gesellschaft, die dafür mehr als 5 000 Euro zur Verfügung stellen konnte. Oder um den historischen Ratsschrank im Alten Rathaus, einer oft übersehenen Perle Leipziger Handwerkskunst: „Dies wird unser Jahresprojekt für 2019: Wir wollen das Geld zusammentragen, damit dieser Schrank endlich die dringend nötige Restaurierung erfahren kann.“

Dabei wird schnell klar, warum sich der 27-Jährige so in der Lotter-Gesellschaft engagiert – da treffen sich Neugier und Entdeckergeist mit ausgeprägtem Interesse an Geschichte („Na ja, ich bin nicht ohne Grund Geschichtslehrer geworden“, meint Eric Buchmann mit einem Lächeln) und dem Wissen um die Bedeutung des Ehrenamtes. Ohne ein solches geht es gar nicht, daran lässt er keinen Zweifel: „Das ist ja auch der Kitt unserer Gesellschaft: Da geht es darum, das man sich engagieren kann, sich einbringen kann, mitgestalten kann. Die Botschaft dieser Möglichkeiten möchte ich gern nach außen tragen.“ Und so findet man den Namen Eric Buchmann nicht nur bei der Hieronymus-Lotter-Gesellschaft, sondern auch im Leipziger Behindertenbeirat. Oder wenn es darum geht, das „kommunalpolitische Planspiel“ im Leipziger Stadtrat zu organisieren Eric Buchmann definiert sich ganz selbstverständlich als Leipziger, dieses Selbstverständnis hat er aus der eigenen Familie mitgenommen. „Das Interesse für die Stadt war da schon immer da“, erzählt er und berichtet davon, wie er die Entwicklung Leipzigs erlebt hat. Und gelebt hat. Was lag da näher, als selbst aktiv zu werden: „Ich war ehrlich gesagt durchaus froh, als ich vom Förderverein angesprochen wurde, ob ich nicht mitmachen möchte.“

Nicht zuletzt, weil sich damit auch die ganz persönliche Neugier ein wenig stillen ließ: Mit leuchtenden Augen spricht Eric Buchmann von den eigenen Erfahrungen, gesammelt beim Besuch in den Werkstätten von Restauratoren. Aber auch vom Hauch der Geschichte, der die Stücke im Stadtgeschichtlichen Museum umweht. „Es ist ein wenig der Lohn dieser Arbeit: Dann stehe ich an einem restaurierten Bild wie dem Bugenhagen-Porträt oder dem berühmten Porträt von Johann Sebastian Bach und bin froh darüber, dass ich dazu beitragen konnte, dass diese Zeugnisse der Vergangenheit erhalten werden.“ Dann muss er doch noch mal schmunzeln: „Es ist schon ein wenig seltsam, dass ich jetzt Vorsitzender eines Museums-Fördervereins bin – als junger Mensch habe ich mich zwar für Geschichte interessiert, aber Museen nie so gemocht“, nun, nicht zuletzt dank der Hieronymus-Lotter-Gesellschaft hat sich dies geändert: „Ich habe zum Beispiel gelernt, wie man Ausstellungen entwickelt.“´Was dann auch wieder zum „Darüber-Reden“ führt – Eric Buchmann möchte Menschen mitnehmen, auch „etwas zurückgeben“. Deshalb wird jetzt schon am Veranstaltungsplan für 2019 gebastelt – etwa am Benefiz zum Geburtstag des Stadtgeschichtlichen Museums. J. Wagner

www.lotter-gesellschaft.de

 

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