Auch Senioren kommen gut durch den Sommer, wenn sie einige einfache Regeln beherzigen. Foto: PM

So schön der Sommer ist: hohe Temperaturen und ein Zuviel an Sonne können dem Körper ganz schön zu schaffen machen. Vor allem Kinder und Senioren sind besonders anfällig. Doch gegen Sonnenbrand oder hitzebedingte Beschwerden kann man sich effektiv schützen. Claudia Sehmisch, Apothekerin aus Leipzig, gibt Tipps, wie Sie gut durch den Sommer kommen.

Frage: Was sollte man beachten, um die schönste Zeit des Jahres unbeschwert genießen zu können?
Claudia Sehmisch: Im Sommer ist der Körper – je nach Wetter – hohen Temperaturen und starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Während die Hitze eher älteren Menschen zu schaffen macht, ist die Sonne vor allem für Kinder gefährlich, da sich ihre Haut schlechter gegen schädliche Umwelteinflüsse wie das Sonnenlicht schützen kann: die darin enthaltene UV-Strahlung schädigt die Fasern und Zellen der Haut, sodass diese rascher altert, schneller unelastisch wird und früher Falten bekommt. Viel gravierender ist aber: jeder Sonnenbrand – gerade in den ersten fünf Lebensjahren – erhöht das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken. Für Kinder wie für Erwachsene ist daher ausreichender Sonnenschutz oberstes Gebot.

Wie kann man sich denn am besten gegen die UV-Strahlung schützen?
Man hält sich an die „4-H-Regel“ – Hut, Hemd, Hose, hoher Lichtschutzfaktor. Sonnencreme ist nur das i-Tüpfelchen beim Sonnenschutz! Weil sie bei großflächiger Anwendung zu einem Hitzestau führen kann, trägt man sie nur auf unbedeckte Körperstellen auf und sorgt ansonsten durch luftige Kleidung, die Oberkörper
und Oberschenkel bedeckt, Hut oder Mütze und eine Sonnenbrille mit UV-Filter für mechanischen Schutz. Bei Sonnencremes sollte man auf einen hohen Lichtschutzfaktor (LSF) achten – und darauf, dass das Produkt sowohl UV-B- als auch UV-A-Strahlen abwehrt. Wer auf Parfüm, Farb- und Konservierungsstoffe verzichtet, verringert das Risiko für Allergien und Hautirritationen. In der Apotheke kann man sich bei
der Auswahl unterstützen lassen, dort hat man auch entsprechende Produkte vorrätig, für Allergiker zudem auch solche auf fett- und emulgatorfreier Basis.

Was raten Sie Eltern darüber hinaus noch?
Ganz wichtig: je kleiner das Kind, desto weniger sollte es der Sonne ausgesetzt werden. Für Babys bis zu einem Jahr gilt deshalb ein generelles Sonnenverbot, und auch ältere Kinder sollten in der besonders UV-intensiven Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr nicht in der prallen Sonne spielen. Bei Sonnenschutzmitteln greift man am besten zu ausgewiesenen Baby- oder Kinderprodukten mit mineralischen Filtern: diese reflektieren die UV-Strahlen, ohne dass die Stoffe in die Haut eindringen, wie es bei chemischen Filtern der Fall ist. Entsprechende Produkte gibt es auch als Spray, Gel oder Lotion.

Auch das beste Produkt nützt nur, wenn man es richtig anwendet. Was ist dabei zu beachten?
Weil ihre Schutzwirkung erst nach etwa 30 Minuten eintritt, muss man Sonnenschutzmittel stets rechtzeitig vor dem Gang ins Freie auftragen – und das gerne großzügig. Beim Baden gilt: Selbst bei wasserfesten Produkten sollte man regelmäßig nachcremen, spätestens nach dem Abtrocknen ist eine neue Portion
fällig. Wichtig: bitte kein Körperteil vergessen! Sonnenbrandgefahr droht auch an Ohren, Händen, Füßen, Stirn, Nacken und – bei lichtem Haar – der Kopfhaut, für letztere gibt es spezielle, nicht fettende Sonnensprays. Nach einem Tag in der Sonne spenden Cremes und Lotionen Feuchtigkeit, parfümfreie After-Sun-Produkte mit Panthenol kühlen und beruhigen leicht gereizte Haut.

Und was können ältere Menschen tun, um heiße Tage gut zu überstehen?
Bei hohen Außentemperaturen schützt sich der Körper durch Schwitzen gegen Überhitzung: trocknet der Schweiß auf der Haut, entsteht Verdunstungskälte, die die Körpertemperatur reguliert. Zudem weiten sich die Blutgefäße, um mehr Wärme über die Haut abzugeben: der Blutdruck sinkt. Bei älteren Menschen laufen diese Mechanismen langsamer ab, der Körper kann daher schneller überhitzen. Da er zudem über geringere Flüssigkeitsreserven verfügt, kann der schweißbedingte Wasser- und Mineralstoffverlust rasch zu gefährlichem Austrocknen führen sowie Konzentrations- oder Schlafstörungen, Müdigkeit, Schwächegefühle sowie Verdauungsstörungen verursachen. Und weil das Herz-Kreislauf-System im Alter oft weniger belastbar ist, werden extreme Temperaturunterschiede nicht so gut vertragen. Doch mit den folgenden einfachen Regeln kommen auch Senioren gut durch den Sommer:

  1. Viel trinken: den schweißbedingten Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust gleicht man am besten mit natriumreichen Mineralwässern, von Natur aus elektrolytreichen Saftschorlen, lauwarmen Kräuter- und Früchtetees oder Gemüse- beziehungsweise Fleischbrühe aus. Ideal sind zwei bis drei Liter täglich. Alkohol, Kaffee, schwarzer Tee und eisgekühlte Limonade sind ungeeignet!
  2. Leichtes Essen: Schwere, fettreiche Mahlzeiten belasten den Kreislauf. Besser sind mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt: leichte Speisen wie Salat, Obst, Gemüse oder Suppe.
  3. Tagesablauf anpassen: Außer Haus unterwegs ist man am besten nur morgens und abends. In der Mittagszeit sollte man die Sonne meiden und lieber drinnen Siesta halten. Kräftiges Lüften frühmorgens und konsequentes Abdunkeln tagsüber hält Innenräume angenehm temperiert. Beim Wechsel aus und in klimatisierte Räume gilt: immer erst akklimatisieren und schonen!
  4. Luftige Kleidung: Helle Kleidung heizt sich in der Sonne weniger auf als dunkle. Lockere Schnitte erlauben der Luft, am Körper zu zirkulieren. Vorsicht bei Ventilatoren und in klimatisierten Räumen: im kalten Luftstrom droht Erkältungsgefahr. Wer verschwitzt aus der Hitze kommt, sollte daher immer etwas zum Drüberziehen dabeihaben.
  5. Nasse Erfrischung: Weil allzu schnelle Temperaturwechsel zu einem Kreislaufkollaps führen können, sollte man sich beim Duschen, Waschen oder Baden stets Zeit lassen, um langsam abzukühlen. Ideal: mehrmals täglich lauwarm duschen.

Quelle: Sächsische Landesapothekerkammer

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