
Zwischen Hohenossig und Zschölkau gibt es seit Kurzem einen neuen Radweg. „Wir bauen damit das Radwegenetz aus, das mit dem neuen Teilstück die ganze Strecke von Krostitz bis Zschölkau abdeckt“, erklärte Oliver Kläring (CDU), Bürgermeister von Krostitz. Auch eine Verbindung zum Ortsteil Kletzen werde so nun ermöglicht.
Über diesen Radweg entlang der Straße Am Bahndamm freuen sich auch die Mitglieder des Bürgervereins Hohenossig. „Hier sind alle fahrradbegeistert“, lacht Vereinsvorsitzende Michaela Hübner.
Deshalb haben sie alle im Vorfeld überlegt, was ein Radweg so braucht. „Uns kam sofort eine festinstallierte Fahrrad-Servicestation in den Sinn“, sagt sie und nennt dafür auch gleich den Grund. „Wie oft ist es einem selbst schon passiert: Man hat unterwegs einen Platten oder die Kette löst sich. Und was dann?“ Nicht jeder habe sein komplettes Werkzeug dabei. Da könne solch eine Servicestation Abhilfe schaffen. „Sie bietet passendes Werkzeug und eine Luftpumpe, um eben kleine Reparaturen schnell und einfach vor Ort selbst durchführen zu können – samt Fahrradhalterung“, erklärt sie.
Mit dieser Idee hat sich der Bürgerverein bei der Vereinsaktion „Wir packen’s an!“ beworben und konnte sich Ende Oktober über den dritten Platz und damit 3000 Euro für sein Projekt freuen.
Bürgervereine der Nachbarorte sind Vorbild
Den Bürgerverein in Hohenossig gibt es noch nicht so lange. „Wir haben uns erst 2024 gegründet“, sagt die Vereinsvorsitzende. Den Anstoß für einen eigenen Bürgerverein gaben die beiden Nachbarvereine in Zschölkau und Kletzen. Aber wie es immer so ist, muss sich erst jemand finden, der alles in die Hand nimmt – und das war Michaela Hübner. „Jeder meint, so ein Verein gründet sich doch schnell. Aber das ist mit viel Aufwand verbunden und du kannst dir nicht sicher sein, wie viele wirklich mitziehen“, betont sie.

Doch das war in Hohenossig kein Problem. Aus dem Stand haben sich 15 Bewohner gemeldet, die mitziehen wollten. „Ein Jahr später sind wir bereits auf 24 Mitglieder angewachsen, darunter auch die Kinder im Dorf“, freut sie sich. „Somit ziehen wir uns den Nachwuchs gleich mit ran.“
Junger Verein hat eigene Events etabliert
Ziel des Vereins ist es zum einen, mit eigenen Veranstaltungen das Gemeinschaftsgefühl im Ort zu fördern. „In Kletzen und Zschölkau wird schon viel gemacht. Wir haben daher geschaut, wann wir mit unseren Events dazwischen passen und zusätzlich etwas Besonderes bieten können.“ Man wolle sich ja nicht ausstechen oder gar überbieten. „Im Gegenteil, wir besuchen uns gegenseitig und profitieren damit voneinander.“
Also hat sich der Verein erst einmal für zwei Veranstaltungen entschieden, mit denen er in seinem ersten Jahr bereits gute Erfahrungen gemacht hat. „Am 10. Januar 2026 starten wir mit unserem Funkenfeuer ins neue Jahr. Zusammen mit der Feuerwehr laden wir für 17 Uhr zu einem gemütlichen Beisammensein am Feuer ein“, sagt sie.
Nachbarschaftstreffen am 30. Mai
Am 30. Mai 2026 wird wieder das Nachbarschaftstreffen geben. „Wir laden, wie der Name schon sagt, die Nachbarschaft – auch der umliegenden Gemeinden – ein, an einer großen Kaffeetafel Platz zu nehmen, Kaffee und Kuchen zu genießen und nette Gespräche zu führen“, sagt Michaela Hübner. Das sei eine gute Gelegenheit, dass sich Jung und Alt ganz ungezwungen begegnen und austauschen.
Im vergangenen Jahr hat der Verein erstmals einen lebendigen Adventskalender auf die Beine gestellt. „An jedem Tag vor Weihnachten leuchtete ein anderes Fenster und an den Adventssonntagen gab es verschiedene Aktionen“. Da dieses Event sehr gut ankam, soll es 2026 seine Fortsetzung finden.
Für den Ort und die Gemeinschaft
Ein weiteres Ziel ist, das Ortsbild zu verschönern. Dafür wurden bereits in Arbeitseinsätzen Büsche verschnitten und Gestrüpp beseitigt. Zudem unterstützt der Bürgerverein die örtliche Kita bei Veranstaltungen – wie im vergangenen Jahr beim Lampionumzug. Auch wenn die Feuerwehr etwas plant, sind Helfer aus dem Bürgerverein mit an Bord. „Wir achten aber darauf, dass es nicht zu viel wird. Jeder macht mit, wie er es schafft“, betont die Vereinsvorsitzende.
Horst Ludewig ist das älteste Mitglied im Bürgerverein. Für ihn war von Anfang klar, dass er mitmacht. In seinen Augen ist der Bürgerverein ein großer Gewinn. „Er stärkt den Zusammenhalt und die Menschen setzen sich aktiv für ihren Ort ein“, sagt der 86-Jährige. Er fühle sich in der „jungen Truppe“ pudelwohl und freut sich, dass auch die älteren mit einzogen werden.
„Uns ist es wichtig, dass sich in Hohenossig ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt, sich die Menschen kennenlernen, Jung und Alt zusammenkommen und miteinander etwas gemacht wird statt allein“, betont Michaela Hübner. Das habe man im ersten Jahr schon gut hinbekommen und werde man nun weiter vorleben. Nannette Hoffmann






























