Die Stadt Leipzig will das Konzeptverfahren zum Bauen neu aufstellen. Foto: PR
Die Stadt Leipzig will das Konzeptverfahren zum Bauen neu aufstellen. Foto: PR

Einfacher und flexibler müsse er unbedingt werden, der Wohnungsbau in Deutschland: In Leipzig hat man diese Botschaft offenbar vernommen – und reagiert mit neu aufgestellten Konzeptverfahren für den Wohnungsneubau auf städtischen Grundstücken. Das Ziel: Es soll einfacher und flexibler werden …

Hebel an wichtiger Stelle

Und obendrein einen Hebel an einer ganz wichtigen Stelle ansetzen: Konzeptverfahren ermöglichen es der Stadt Leipzig, kommunale Grundstücke nicht nach Höchstpreis, sondern nach eigenen wohnungsbaupolitischen Zielen und Kriterien an Bauwillige zu vergeben. Was wiederum die Tür öffnet für Aspekte aus den Bereichen Sozialpolitik und Nachhaltigkeit. Oder auch für die Idee, auch im innerstädtischen Bereich die Bildung von Wohneigentum zu unterstützen.

Der große Vorteil: So können innovative Wohn- und Nutzungsmodelle entstehen, etwa für Menschen mit Behinderung, Mehrgenerationenprojekte oder als so genannte Clusterwohnungen, bei denen private- und Gemeinschaftsräume miteinander kombiniert werden.

Erfolgreiche Beispiele

„An den erfolgreich umgesetzten Beispielen – wie in der Breitschuhstraße oder der Cichoriusstraße – sieht man, welchen Mehrwert diese Konzeptverfahren auch für die Stadtgesellschaft haben: sie bringen mehr Stabilität und Gemeinschaft in die Nachbarschaften und übernehmen eine Vorreiterrolle beim experimentellen und nachhaltigen Bauen“, schätzt Baubürgermeister Thomas Dienberg ein.

Die Konzeptverfahren sind Teil der Leipziger Strategie, die Wohnraumversorgung der Stadt bedarfsgerechter zu gestalten. Sie werden seit 2018 in Leipzig angewandt und wurden umfangreich evaluiert. Zuletzt war demnach die Bewerberzahl in den Verfahren zurück gegangen, etwa weil die Baufinanzierung schwieriger ist und weniger gefördert wird, aber auch weil zu hohe Anforderungen an die Konzepte gestellt wurden.

Darauf möchte man mit der Neuaufstellung reagieren – und so städtische Grundstücke wieder erfolgreicher für den mehrgeschossigen Wohnungsbau veräußern zu können. Das letzte Wort hat allerdings der Stadtrat – er muss mit einem Beschluss diese neue Form der Konzeptverfahren ermöglichen.

Infos: www.leipzig.de/konzeptverfahren

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here