
Tacheles der Oper Leipzig: Zum „Jahr der jüdischen Kultur“ bietet das Haus in der Messestadt in den kommenden Wochen und Monaten zahlreiche Veranstaltungen. Unter dem engagierten Mix aus Diskurs und Musik sticht eine Premiere der nächsten Spielzeit heraus: die deutsche Erstaufführung von „Der Hase mit den Bernsteinaugen“.
Eine dramatische Story
Hinter dem liebenswerten Titel dieses Musicals verbirgt sich die dramatische Geschichte um eine im Holocaust verschwundene Sammlung – nach einem Roman des britischen Schriftstellers Edmund de Waal mit dem zusätzlichen Untertitel „Das verborgene Erbe der Familie Ephrussi“. Premiere ist am 17. Oktober 2026 in der Musikalischen Komödie Leipzig.
Aus dem Repertoire sind die beliebten Inszenierungen von „The Producers“ und „Die Csárdásfürstin“ im Tacheles-Programm, beides bekannte Werke von jüdischen Künstlerinnen und Künstlern (hier Mel Brooks und Emmerich Kálmán).
Doch nur wenige wissen, dass auch die Operette „Im weißen Rössl“ im Nationalsozialismus als „entartetes“ Werk verboten wurde und nur noch als reduzierter Musikfilm ohne die Kompositionen der jüdischen Autoren produziert werden durfte. Am 28. Februar findet in Leipzig die Premiere einer neuen Inszenierung statt. Ein Talkabend über Klischees am 25. Juni und der mobile Liederabend „Wiegala“ runden Tacheles ab.
Wichtige Publikation
Bereits vorgestellt wurde die wichtige Publikation „Gefeiert und vergessen“ der Musikwissenschaftlerin Dr. Allmuth Behrend. Sie hat in einer einzigartigen Recherchearbeit erstmalig 120 Lebenswege „rassisch“ und politisch verfolgter Künstlerinnen und Künstler der Leipziger Oper 1890–1933 zusammengestellt. Und eine besondere Kooperation der Oper Leipzig mit dem Gewandhaus findet am 1. März statt: ein Konzert mit Alfred Szendreis Klavierliedern, seiner Kammermusik und Auszügen aus seiner Oper „Der türkisenblaue Garten“ – zur Erinnerung an diesen Leipziger Ausnahmemusiker, der vor 50 Jahren im amerikanischen Exil verstarb. red./jw
Infos: www.oper-leipzig.de
































