Anne Oswald hat die Schau zu Ehren von Gerhard Vontra kuratiert - die Schau wird auch Thema im "Kaffeekränzchen". Foto: Ralf Miehle

Altenburg. Auch die beliebte, ansonsten in der Regel einmal monatlich angebotene Veranstaltungsreihe des Schloss- und Spielkartenmuseums „Kaffeekränzchen für ältere Museumsfreunde“ musste coronabedingt über den Zeitraum von einem halben Jahr pausieren. Doch nun verkünden die Veranstalter hocherfreut: „Es geht wieder los, wir starten mit einer neuen Veranstaltung in die Herbstsaison.“

Am Donnerstag, dem 24. September, und in einer Wiederholung tags darauf, am Freitag, dem 25. September, jeweils um 14 Uhr feiern die Damen und Herren der Kaffeekränzchenrunde nachträglich den 100. Geburtstag des bekannten Altenburger Malers und Zeichners Gerhard Vontra, den der Künstler im August dieses Jahres begangen hätte und der im Schlossbereich mit einer Sonderveranstaltung gewürdigt wurde.

Jetzt also widmet sich auch das „Kaffeekränzchen“ noch einmal diesem Thema und besucht zu diesem Anlass selbstverständlich die aktuell im Schlossmuseum präsentierte Sonderausstellung „Gerhard Vontra. Bin ich.“ Außerdem ist ein Ausflug in das ehemalige Atelier des Künstlers im Prinzenpalais geplant. Dort wird auch die Kaffeetafel gedeckt sein und die Teilnehmer der beiden Veranstaltungen kommen am authentischen Ort ins Gespräch über das Gesehene und Gehörte – und manch einer kann vielleicht sogar noch persönliche Erinnerungen an Begegnungen mit dem begnadeten Zeichner beisteuern.

Das alles natürlich mit dem derzeit gebotenen und nötigen Abstand und unter Einhaltung der Corona-Vorsorgebestimmungen. Daher sollte bitte auch ein Mund-Nasenschutz nicht vergessen werden. Die Gastgeberin der „Kaffeekränzchen“, Museologin Gabriele Heinicke freut sich auf ein Wiedersehen mit ihren Stammgästen, aber auch neue Interessierte sind wie immer gern gesehen.

Wie bewährt, so gibt es die begehrten Karten auch diesmal ausschließlich im Vorverkauf, der ab Dienstag, 22. September, ab 11 Uhr an der Museumskasse beginnt. Ab 11.30 Uhr kann man telefonisch unter der Rufnummer 03447 512717 nach dann eventuell noch verfügbaren Restkarten fragen.

Die Sonderschau zum 100. Geburtstag des Malers und Zeichners Gerhard Vontra ist übrigens noch bis zum 25. Oktober im Schloss- und Spielkartenmuseum zu sehen. Die junge Kunsthistorikerin Anne Oswald kuratierte die Exposition (wir berichteten). Die Präsentation gewährt faszinierende Einblicke in das Leben des Bleistiftvirtuosen, der gelegentlich zu Aquarell- und Ölfarbe griff. Ursprünglich hatte Gerhard Vontra Schiffsingenieur werden wollen, bevor er seine Leidenschaft für das Malen und Zeichnen entdeckte. Der gebürtige Altenburger studierte an den Kunstakademien Leipzig und München.

Akribisch studierte Gerhard Vontra zeit seines Lebens in unzähligen Milieustudien die Eigenheiten des Menschen und bereiste dabei auf mehreren länger währenden Reisen auf Frachtschiffen die ganze Welt. Er arbeitete als Pressezeichner für über 25 Zeitungen, zeichnete Persönlichkeiten von Bertolt Brecht bis Louis Armstrong und illustrierte Bücher von „Effi Briest“ bis „Tom Sawyer“. Ob humoristisch oder tragisch, seine Augenblickseindrücke erweisen sich als ausdrucksvoll. Seine Bilder zeigen das wirkliche Leben und eröffnen vielseitige Einblicke in die Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Neben seinem umfangreich hinterlassenen Œuvre lassen in der aktuellen Ausstellungen Mitmachstationen, Videointerviews mit Zeitzeugen und Teile seiner Atelierausstattung das Porträt des außergewöhnlichen Mannes lebendig werden. Ralf Miehle

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