Die Postkutsche neben der Mügelner Postmeilensäule im Mai 2025. Zum Jubiläumsfest am 3. Mai sollen vier der „Gelben Wagen“ in Mügeln zusammentreffen. Foto: Jan Seelig
Die Postkutsche neben der Mügelner Postmeilensäule im Mai 2025. Zum Jubiläumsfest am 3. Mai sollen vier der „Gelben Wagen“ in Mügeln zusammentreffen. Foto: Jan Seelig

In Mügeln bereitet sich der Heimatverein Mogelin e.V. mit weiteren Akteuren auf eine große „Geburtstagsfeier“ vor. Die Jubilarin steht vor dem Heimatmuseum am Schulplatz 2 und prägt seit nunmehr 300 Jahren das Stadtbild.

An unterschiedlichen Standorten war sie in den vergangenen drei Jahrhunderte anzutreffen, bevor sie vor gut 30 Jahren zuletzt saniert wurde und ihren Platz vor der alten Mädchenschule fand. Im Jubiläumsjahr soll die „alte Mügelnerin“, eine Postmeilensäule aus dem Jahr 1726, eine Auffrischungskur erhalten, um auch in Zukunft an die Glanzzeit der Kursächsischen Post zu erinnern.

Postkutschenfahrt wie in alten Zeiten

Für Reiselustige, geschichtlich Interessierte, Pferdefreunde oder Postkundler bietet sich am 3. Mai die einmalige Gelegenheit, bei einer Postkutschenfahrt wie in alten Zeiten nach Mügeln zu reisen. Im 21. Jahrhundert sind Fahrten mit einer Postkutsche in Sachsen mittlerweile zu einer Besonderheit geworden. In Mügeln werden am ersten Sonntag im Mai gleich vier dieser „Gelben Wagen“ der sächsischen Verkehrs- und Postgeschichte aufeinandertreffen.

Ein Vierspänner wird schon einen Tag vorher in Bad Düben zu einer Zweitagestour mit Zwischenstopp in Thammenhain bei Wurzen aufbrechen. Von hier aus geht es mit einem weiteren Zweispänner am 3. Mai zum Treffen nach Mügeln. Am Rittergut in Kössern bei Grimma startet ebenfalls am Morgen des 3. Mai ein Zweispänner seine Fahrt. Alle drei Postkutschen werden gegen 13.30 Uhr an der Postmeilensäule in Mügeln erwartet, wo bereits eine vierte Postkutsche wartet.

Fahrt mit dem „Gelben Wagen“

Die Fahrt mit dem „Gelben Wagen“ führt zum Teil auf alten sächsischen Poststraßen durch bewaldete Gebiete, wie den Wermsdorfer Forst oder den Thümmlitzwald. Langsam zieht bei dieser Fahrt das Panorama einer Landschaft vorüber, welche die Passagiere zu kennen glaubten und die nun unerwartete Aus- und Ansichten bietet. Bei den rund 30 Kilometer langen Fahrten in der historischen Postkutsche werden zahlreiche kleine Städte und Dörfer durchquert.

Am Zielort Mügeln erwartet die Reisenden ein Jubiläumsfest an der Postmeilensäule mit postgeschichtlichem Vortrag und einer Sonderausstellung im Heimatmuseum. Für das leibliche Wohl ist an diesem Sonntagnachmittag gesorgt.

Im 17. Jahrhundert gab es in Sachsen noch kein hoch entwickeltes Straßennetz. Bei Landstraßen handelte es sich um Erdwege, die oft über Höhen führten und Täler mieden, da sie dort bei Regen oder Schneeschmelze häufig unpassierbar wurden.

Gefederte Postkutschen erst im 19. Jahrhundert

Erst Anfang des 18. Jahrhunderts legte ein Mandat für die wichtigsten Fernstraßen eine Breite von 10 Dresdener Ellen (etwa 5,60 Meter) fest und verfügte die Aufbringung eines Steinoberbaus und einer Kiesschicht. Die ersten Postwagen in Kursachsen waren zunächst offene Leiterwagen, welche später mit Planen überzogen wurden. Gefederte Postkutschen kamen erst im 19. Jahrhundert allmählich in Gebrauch. Diese Postwagen dienten zur Beförderung von Reisenden mit und ohne Gepäck sowie von Postsendungen.

Das besondere Flair einer Kutschreise wie zu den Zeiten unserer Altvorderen lässt alle Hektik des Alltags vergessen und schafft eine unvergessliche, beinahe hautnahe Verbindung zu diesem einmaligen, von Gegenwart und Geschichte gleichermaßen geprägten Landstrich. Begeben Sie sich auf eine unvergessliche Abenteuerreise und genießen Sie den Zauber des Augenblicks.

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