25 Jahre Vision: Leipzigs Elstermühlgraben ist komplett freigelegt

0
41
Auch dies war ein Termin bei der Eröffnung des letzten Teilstücks vom ans Tageslicht geholten Elster- mühlgraben: Das sanierte Poniatowski-Denkmal wurde wieder aufgestellt und zwar als Hingucker auf der neuen Uferpromenade. Foto: André Kempner
Auch dies war ein Termin bei der Eröffnung des letzten Teilstücks vom ans Tageslicht geholten Elster- mühlgraben: Das sanierte Poniatowski-Denkmal wurde wieder aufgestellt und zwar als Hingucker auf der neuen Uferpromenade. Foto: André Kempner

Manchmal muss man einfach Visionen haben. Zum Beispiel die einer Wasserstadt, in der man einen Wasserlauf zurück ans Tageslicht geholt hat. Genau dies konnte dieser Tage in Leipzig gefeiert werden: Nach gut anderthalb Jahren Bauzeit ist nun auch das letzte Stück des Elstermühlgrabens für den Bootsverkehr freigegeben. Damit öffnet sich jetzt ein neuer Wasserweg von der Innenstadt Richtung Nordwesten in die Weiße Elster und weiter in die Saale bis nach Halle.

„Vor 25 Jahren stand hier nichts weiter als eine kühne Vision: Den Elstermühlgraben ans Licht holen, der Stadt ihren Flusslauf zurückgeben und damit die Stadt lebendiger und grüner zu gestalten“, sagt Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung: „Es brauchte damals enorme Vorstellungskraft, um sich diese grün-blaue Ader vorzustellen, an der wir heute stehen. Der Elstermühlgraben verbindet nun wasserwirtschaftliche Funktionen mit Stadtentwicklung, Klimaanpassung und Wassertourismus.“

Sieben bis zehn Meter breiter Wasserweg

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein sieben bis zehn Meter breiter Wasserweg, der die Vision von Karl Heine zur Wirklichkeit werden lässt – zumindest für all jene, die in ihrer Freizeit ins Boot steigen. Die Wasserverbindung von Leipzig über Halle an die Nordsee ist nun da; allerdings kann dieser Kurs nur mit muskelbetriebenen Booten befahren werden und es muss einige Male umgetragen werden. Beachtet werden müssen die naturschutzfachlich begründeten Sperrzeiten.

Seit dem Jahr 2004 wird an der Offenlegung des Elstermühlgrabens nun schon gearbeitet – das Projekt war mit diversen Herausforderungen gespickt. Stichwort Innenstadt mit bestehenden Gebäuden und beengten Platzverhältnissen: Über die gesamte Projektlaufzeit wurden mehr als 43 Millionen Euro investiert, davon rund 29 Millionen über sechs verschiedene Förderprogramme von Bund und Freistaat Sachsen sowie weitere Finanzgeber. Die Wasserbauarbeiten am finalen Teilbauabschnitt zwischen Elsterstraße und Lessingstraße, die seit März 2025 umgesetzt wurden, kosteten rund 6,4 Millionen.

Neuaufstellung des sanierten Poniatowski-Denkmals

Ach ja – gefeiert wurde bei dieser eröffnenden Gelegenheit auch die Neuaufstellung des sanierten Poniatowski-Denkmals. Dieses musste im Zuge der Offenlegung des Elstermühlgrabens abgebaut werden. Nun ist es ein Hingucker der neu geschaffenen Uferpromenade, freut sich auch Stanisław Kracik, Krakaus amtierender Stadtpräsident: „Poniatowski, der eng mit Krakau verbunden war und in der Völkerschlacht bei Leipzig fiel, steht bis heute für Mut, Ehre und den Einsatz für die Freiheit.

Sein Andenken wird hier in Leipzig bewahrt und die Geschichte, die die Schicksale unserer beiden Städte miteinander verbindet, kann heute eine Quelle der Freundschaft und Zusammenarbeit sein. Dies ist ein besonders eindrucksvolles Symbol in einer Stadt, mit der Krakau seit vielen Jahren eine enge Partnerschaft verbindet.“ red./jw

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here