Hitzesommer 2026: TÜV-Gutachten erklärt Schienen-Chaos bei der LVB

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Das Bild des Sommers 2026: Freiwillige Helfer sind bei der Schienenreinigung an der Haltestelle Leib- nizstraße in Leipzig mit dabei. Foto: André Kempner
Das Bild des Sommers 2026: Freiwillige Helfer sind bei der Schienenreinigung an der Haltestelle Leib- nizstraße in Leipzig mit dabei. Foto: André Kempner.

Es waren die Bilder des Sommers: In Leipzig sind Straßenbahnschienen mit flüssig gewordenen Fugen-Bitumen verstopft, der Tramverkehr wird eingestellt und fast 2000 Menschen machen sich daran, die Gleise wieder – nun ja – freizukratzen. Der Hitzesommer 2026 hat also seine Spuren bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) hinterlassen und mit denen beschäftigt sich auch ein Abschlussbericht.

Aus Erfahrungen lernen – diese Idee steckt hinter dem Werk vom TÜV Rail Süd. Was denn einhergeht mit einer Bestandsaufnahme: Ende Juni waren circa 36 Kilometer Gleisnetz durch Fugen-Bitumen verunreinigt, der Betrieb musste eingestellt werden. Der Deutsche Wetterdienst verzeichnete den zweitwärmsten Sommer seit Wetteraufzeichnung, inklusive der Verdopplung der Hitzetage mit tropischen Nächten.

27. Juni 2026 war der heißeste Tag

In Leipzig wurde am 27. Juni 2026 der heißeste Tag mit über 40 Grad gemessen. Allein an Schienen und Fugen verzeichneten die LVB mehr als 70 Grad. In Leipzig entstand dadurch ein Schaden von bis zu 4,5 Millionen Euro. Schrittweise – nicht zuletzt dank des Einsatzes von fast 2000 Menschen, die die Schienen wieder reinigten – konnte das Linienangebot im Juli wieder komplett aufgenommen werden.

Dabei sind die Expertinnen und Experten aber auch in die Tiefe gegangen: Eine visuelle Bestands- und Schadensaufnahme von verschiedenen Jahrzehnten und von Baufirmen hergestellten Fugen gab es ebenso wie eine Prüfung der Planungs- und Bauakten und der Laboruntersuchung des eingesetzten bituminösen Fugenmaterials.

Der Abschlussbericht zeigt deutlich das es nicht einen Auslöser der Hitzeschäden gab, sondern das Zusammenspiel verschiedenster Faktoren wirkte: Durch die Rekord-Hitze mit durchgehend tropischer Hitze über mehrere Tage und die Beanspruchung der Gleise durch den Auto-, Lkw- und Busverkehr kam es zu erheblichen Schäden, die zur Betriebseinstellung führten.

Ziel ist klimaresiliente Infrastruktur

„Mit dem vorliegenden TÜV-Gutachten wollen wir nun den von uns entwickelten LVB-Hitzeplan weiter untersetzen, um zukünftige Schäden zu verhindern, und für die Zukunft weiter eine klimaresiliente Infrastruktur zu betreiben“, so Toralf Müller, Geschäftsführer Technik und Betrieb der Leipziger Verkehrsbetriebe. Eine Empfehlung: Ja, man kann die bitumöse Fugenmasse weiter einsetzen – mit einer Qualitätssicherung durch enge Kontrolle beim Bauen und Einbringen sowie Anpassungen für eine klimaresiliente Infrastruktur. Beispielsweise sollen die Fugen niedriger unter den Schienenkopf eingebaut werden.

Die Ergebnisse fließen nun in Grundsätze für klimaresilientes Bauen und Gestaltung der Infrastruktur sowie in den LVB-Hitzeplan ein. So sieht der zweistufige Plan bei 33 bzw. 38 Grad verschiedenste Maßnahmen zur Überwachung, Kühlung und im Zweifel Sperrung einzelner Strecken vor. Bereits im Juli wurde der Hitzeplan angewendet und hat sich bewährt. red./jw

Infos: www.l.de

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