Er wurde zum Jahresende verabschiedet: Konstantin Ruske hatte ab September 2020 die Tiergarten-Leitung in Elternzeitvertretung übernommen und kann auf eine erfolgreiche Bilanz verweisen. Foto: Christian Maurer

Delitzsch. Auch im zweiten Pandemiejahr knackte der Tiergarten Delitzsch die 70.000-Besucher-Marke. Genau gesagt waren es 71.455 Menschen, die 2021 mal reinschauten – das sind nur unwesentlich weniger als im Jahr 2020 (75.949), dem ersten Pandemiejahr. Derweil musste man zum Jahreswechsel Abschied nehmen von Konstantin Ruske, dessen Amtszeit als Elternvertretung am 29. Dezember letzten Jahres endete.

Es war ein Jahr wie eine Achterbahnfahrt – denn 2021 begann für den Delitzscher Tiergarten wie für alle anderen zoologischen Einrichtungen in Sachsen mit einer vom Freistaat gesetzlich angeordneten 14-wöchigen Schließung. In den Folgemonaten steigerten sich dann die Besuchszahlen stetig, bis schließlich von Juli bis Oktober monatlich jeweils mindestens rund 10.000 Menschen in die Freizeiteinrichtung am Delitzscher Stadtrand stürmten, im August 2021 waren es fast 15.000. Erst die im Spätherbst neu beschlossenen, variierenden Regelungen zu Kultur- und Freizeiteinrichtungen in Sachsen sorgten dann offensichtlich bei vielen Menschen für Irritationen – wahrscheinlich deshalb wurden im November und Dezember deutlich weniger Tagestickets als sonst verkauft.

Der Tiergarten selbst präsentierte sich im vergangenen Jahr mit einem geschärften und ausgebauten Profil als Geozoo: Die Tiere werden hier nurmehr nach geografischen Gesichtspunkten und deshalb auch oft vergesellschaftet gezeigt. So wird künftig zum Beispiel ein Paar australische Bronzeflügel-tauben in einer Australienvoliere gemeinsam mit Wellensittichen zu sehen sein. Die Anschaffung dieser Art war der vorerst letzte Clou des Tiergartenleiters Konstantin Ruske, dessen Amtszeit in Elternvertretung – von vielen Seiten stark bedauert – am 29. Dezember 2021 endete.

Er fokussierte gleichzeitig die Ausrichtung auf selten gezeigte und bedrohte Arten, was zum Beispiel in der Zooschule deutlich wird. Für diese hat Konstantin Ruske zoologische Raritäten, wie Kings-Warane und San-Francisco-Strumpfbandnatter, beschafft. Auch die Schlankmanguste, die in Deutschland nur im Delitzscher Tiergarten gezeigt wird, ist ein solches Beispiel. Selbst bei der Neuanschaffung von Haustieren legte er Wert auf das Besondere, denken wir etwa an den Österreichisch-ungarischen Barockesel. Die Rasse mit weißem Fell und blauen Augen soll künftig im Delitzscher Tiergarten gezüchtet werden und Schafherden als Hütetier dienen. Zum Abschluss gab es vom Delitzscher Oberbürgermeister Dr. Manfred Wilde noch jede Menge Lob: „Ich danke Herrn Ruske für sein außergewöhnlich engagiertes Wirken hier im Delitzscher Tiergarten. Er hat für die Einrichtung mit Verstand und Herz einen hervorragenden Dienst getan!“

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