Fördermittel fehlen: Dem Leipziger Buchkinder-Verein droht das Aus

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Dem Verein Buchkinder Leipzig droht das Aus. Es fehlen die För- dermittel. Foto: Christian Modla
Dem Verein Buchkinder Leipzig droht das Aus. Es fehlen die För- dermittel. Foto: Christian Modla

Sie schreiben Geschichten, die nur Kinder erzählen können. Sie zeichnen, drucken und binden ihre eigenen Bücher – von der ersten Idee bis zum fertigen Einband.

Seit einem Vierteljahrhundert ist der Verein Buchkinder Leipzig ein Ort für den kreativen Ausdruck junger Menschen. Doch nun kämpft der gemeinnützige Verein ums Überleben: Unerwartete Kürzungen bei den Fördermitteln haben eine Finanzierungslücke von 100 000 Euro aufgerissen. Um sie zu schließen, haben die Buchkinder jetzt eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Startnext gestartet.

200 Kinder und Jugendliche involviert

Rund 200 Kinder und Jugendliche arbeiten jede Woche in den Werkstätten, Schulkooperationen, Horten, Kitas und Stadtteilprojekten des Vereins. Seit der Gründung sind dabei knapp 1000 verschiedene Titel entstanden – insgesamt rund 16 000 handgebundene Bücher in kleinen Auflagen. Was sich nach einem Hobbyclub anhört, ist in Wahrheit pädagogisch weit mehr: Die sogenannte Buchkindermethode stärkt Lesen, Schreiben, Zuhören und das Sprechen vor anderen – Grundkompetenzen für Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und demokratisches Miteinander.

„Unsere Kinder erleben, dass ihre Gedanken wichtig sind und ihre Stimme gehört wird“, beschreibt der Verein sein Selbstverständnis. Bewertung und Leistungsdruck haben in den Werkstätten keinen Platz. Stattdessen begleitet ein Team von rund 30 pädagogischen, künstlerischen und organisatorischen Mitarbeitenden – fest angestellt und ehrenamtlich – die Denk- und Gestaltungsprozesse der Kinder mit, wie es heißt, „feinem Fingerspitzengefühl“.

Arbeit des Vereins wurde vielfach ausgezeichnet

Die Arbeit des Vereins wurde regional, national und international vielfach ausgezeichnet. Mit dem BuchKinderGarten hat der Verein seine Methode seit 2013 erfolgreich in den frühkindlichen Bereich übertragen; Anfang 2027 soll ein zweiter Standort in Leipzig eröffnen.

Umso bitterer trifft die Kürzung. Die eingeworbenen Crowdfunding-Mittel sollen direkt in den Erhalt der offenen Werkstätten, die Schul- und Kitakooperationen sowie die mobile Stadtteilarbeit fließen – und vor allem dazu beitragen, das erfahrene Team zusammenzuhalten. „Es geht nicht um ein einzelnes Projekt“, betont der Verein, „sondern um einen über 25 Jahre gewachsenen Arbeitszusammenhang, der nicht kurzfristig ersetzt werden kann.“

Die Kampagne ist unter www.startnext.com/rettet-die-buchkinder zu finden.

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