Warum Leipzig sein Nachtleben-Modell trotz Sparzwang weiter finanziert

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Nils Fischer ist der neue Fachbeauftragter für Nachtkultur in Leip- zig. Foto: Jan Woitas
Nils Fischer ist der neue Fachbeauftragter für Nachtkultur in Leip- zig. Foto: Jan Woitas

Leipzig hält an seinem bundesweit einzigartigen Modell zur Gestaltung des städtischen Nachtlebens fest. Die Stadtverwaltung plant, die Koordinierungsstelle Nachtleben auch in den Jahren 2027 und 2028 zu fördern – trotz angespannter Haushaltslage. Das geht aus der Dienstberatung des Oberbürgermeisters hervor. Der Stadtrat muss der Verlängerung noch zustimmen.

Grundlage für die Entscheidung ist eine externe Evaluation, die bis Frühjahr 2026 im Auftrag der Stadt durchgeführt wurde. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Koordinierungsstelle leiste einen wesentlichen Beitrag zur Konfliktprävention, stärke die wirtschaftliche Resilienz der Nachtkultur und erhöhe Leipzigs internationale Sichtbarkeit als attraktive Kulturstadt.

Botschaft der Nacht Leipzig

Die Koordinierungsstelle ist Teil der „Botschaft der Nacht Leipzig“, die seit 2021 als innovatives Modell die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Nachtleben-Akteuren und Zivilgesellschaft organisiert. Neben der Koordinierungsstelle gehören ein Fachbeauftragter für Nachtkultur sowie das ehrenamtliche Gremium NachtRat dazu. Getragen wird die Koordinierungsstelle vom LiveKommbinat Leipzig. Das Konzept hat längst Schule gemacht: Andere Kommunen in Deutschland haben es bereits übernommen.

Die Bilanz der bisherigen Arbeit kann sich sehen lassen: Über 50 Spielstätten wurden beraten, rund 150 Akteurinnen und Akteure weitergebildet, Netzwerkformate und Fachkonferenzen initiiert. Die jährliche städtische Förderung beläuft sich auf 60 000 Euro – Geld, das laut Evaluation auch indirekt Kosten spart, weil durch frühzeitige Vermittlung behördliche Interventionen vermieden werden.

Nachtkultur als wichtigen Standortfaktor

Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke betont die Bedeutung der Entscheidung: „Die Weiterfinanzierung trotz schwieriger Haushaltslage setzt ein klares kulturpolitisches Signal. Leipzig erkennt die Nachtkultur als wichtigen Standortfaktor, als kulturellen und als sozialen Raum des Miteinanders an.“

Anne Rauschenbach, Leiterin der Koordinierungsstelle, sieht darin vor allem Planungssicherheit für die Szene: „Nachtkultur ist in Leipzig kein Randthema, sondern integraler Bestandteil städtischer Lebensqualität.“

Die vollständigen Ergebnisse der Evaluation sind unter www.leipzig.de/nachtkultur abrufbar.

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