Mütter in Wölkau setzen mit Verein neue Impulse fürs Dorfleben

0
34
Miteinander auf dem Spielplatz: Einige der Gründungsmitglieder von ‚Miteinander Schönwölkau‘ mit ihren Kindern am Ziegeleiteich-Spielplatz in Wölkau. Foto: Nannette Hoffmann
Miteinander auf dem Spielplatz: Einige der Gründungsmitglieder von ‚Miteinander Schönwölkau‘ mit ihren Kindern am Ziegeleiteich-Spielplatz in Wölkau. Foto: Nannette Hoffmann

Auf dem Spielplatz am Ziegeleiteich herrscht an diesem Nachmittag reges Treiben. Kinder klettern, schaukeln und laufen lachend über das Gelände, während ihre Mütter am Rand beisammenstehen. Auf einer Decke liegen kleine Snacks, zwischendurch wird geredet, gelacht, organisiert. Es ist einer dieser Orte in Wölkau, an denen Gemeinschaft ganz selbstverständlich entsteht.

Mittendrin: Mandy Hammer. Die gebürtige Leipzigerin ist vor sechs Jahren mit ihrer Familie aus der Stadt hierhergezogen – dorthin, wo es ruhiger ist, grüner, persönlicher. Ihr Mann stammt aus Naundorf bei Schönwölkau, der Schritt aufs Land lag nahe. „Ich habe mich hier schnell zurechtgefunden und vor allem Anschluss gefunden“, erzählt die Mutter von drei Kindern. „Wölkau ist ein schöner Ort – mit dem Park, dem Ziegeleiteich und den umliegenden Gewässern.“

Ideen aus der Mitte des Ortes

Für sie stand früh fest: Wer hier lebt, kann auch etwas zurückgeben. Im Ort traf sie schnell auf Gleichgesinnte – vor allem junge Mütter, die wie sie neu im Ort waren. „Gemeinsam haben wir überlegt: Was fehlt hier eigentlich? Was können wir bewegen?“, berichtet sie. Also engagierte sie sich im Ortschaftsrat.

Im Sommer 2025 wurden Flyer verteilt, auf denen Kinder und Jugendliche ihre Wünsche äußern konnten. Die Antworten reichten von einem Kletterwald oder einer Skateranlage bis hin zu einem Wasserspielplatz oder Barfußpfad. „Am häufigsten wurde jedoch ein Treffpunkt gewünscht – ein sicherer Ort für Gemeinschaft“, resümiert Mandy Hammer.

Die Idee, einen Verein zu gründen, entstand aus einem Treffen im Februar diesen Jahres – zunächst jedoch begleitet von einer Frage: Was wünschen sich die Menschen vor Ort überhaupt? „Bei uns gibt es kaum Angebote für Kinder und Jugendliche – und auch für Senioren ist wenig dabei“, sagt Katja Tauer, ebenfalls junge Mutter aus Wölkau.

Ein Verein als Fundament

Genau das wurde zum entscheidenden Anstoß. „Uns war klar: Wenn wir im Ort etwas bewegen wollen, brauchen wir ein Fundament“, sagt sie. Dieses Fundament entstand im März: Am 28. März gründeten zwölf engagierte Frauen den Verein „Miteinander Schönwölkau e.V.“.

Auch beim Namen ging es um mehr als nur eine Bezeichnung. In zahlreichen Vorschlägen spiegelten sich bereits die Werte des Vereins wider: Offenheit und Vielfalt, Respekt und Zusammenhalt, Engagement für alle Generationen sowie der Schutz von Kindern und Jugendlichen. „Für uns brachte das Wort ‚Miteinander‘ alles auf den Punkt“, erklärt Vereinsvorsitzende Mandy Hammer. „Wir möchten Wölkau zu einem lebendigen und ­lebenswerten Ort machen – für Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen.“

Gemeinschaft im Kleinen stärken

Dabei setzen die Mitglieder bewusst auf kleine, kontinuierliche Ange­bote statt auf große Einzelveranstaltungen. ­„Feste gibt es in der Region genug“, sagt Mandy Hammer. „Wir wollen stattdessen mit regelmäßigen Aktivitäten die Menschen erreichen.“ Ziel ist es, Generationen zusammenzubringen und Gemeinschaft zu stärken. So entstand der Vereins­slogan: „Gemeinschaft stärken. Zukunft gestalten.“

Denkbar sind für den Verein etwa Handarbeitskurse, Unterstützung bei Bewerbungen oder im Umgang mit digitalen Medien sowie thematische Projekte. „So können Wissen und Erfahrungen ganz unkompliziert weitergegeben werden“, ergänzt Katja Tauer. Auch lockere Treffen, etwa Gesellschaftsnachmittage, sind geplant.

Engagement, das ankommt

Um ihre Ideen bekannt zu machen und Mitstreiter zu gewinnen, organisierte der Verein am 18. April einen Frühjahrsputz. „Für uns war das eine ideale ­Gelegenheit, Gesicht zu zeigen“, sagt Tauer, die auch als Schatzmeisterin im Verein tätig ist. Zahlreiche Helferinnen und Helfer beteiligten sich, viele von ihnen Familien mit Kindern.

Die Aktion zeigte Wirkung: „Wir wurden mehrfach angesprochen, viele haben Interesse an einer Mitgliedschaft gezeigt“, berichtet Mandy Hammer. Gleichzeitig kamen rund 30 Kilogramm Müll zusammen, vor allem Zigarettenkippen und Flaschenverschlüsse. „Die Kinder waren richtig überrascht und auch erschrocken“, sagt sie. „Das hat Eindruck hinterlassen – sie gehen jetzt mit anderen ­Augen durch den Ort.“

Eine besondere Überraschung gab es obendrein: Ein anonymer Spender unterstützte die Aktion mit zehn Euro pro gesammeltem Kilogramm Müll. So kamen am Ende 300 Euro für den Verein zusammen.

Viele Ideen – und ein großes Ziel

Mit diesem Geld sollte ursprünglich am 27. Juni ein Kennenlern-Tag finanziert werden. „Wir wollten uns den Bewohnerinnen und Bewohnern noch einmal direkt vorstellen“, so Hammer. Geplant waren ein buntes Kinderprogramm, eine Chillout-Ecke und kreative Angebote. Doch die Hitze machte einen Strich durch die Rechnung: „Bei 40 Grad war das einfach nicht zumutbar.“ Das Fest soll nun am 22. August nachgeholt werden.

Unabhängig davon hat sich der junge Verein bereits schnell im Ort etabliert. „Anfang Juli hatten wir schon 65 Mitglieder“, freuen sich die beiden Vorstandsmitglieder. „Damit hätten wir nie gerechnet.“ Offenbar treffen die Initiatorinnen einen Nerv.

Eine zentrale Vision bleibt: ein eigener Treffpunkt im Ort. Ein Ort, wie der Spielplatz am Ziegeleiteich – nur wetterunabhängig, offen für alle Generationen und mit Raum für Ideen. „Das ist unser langfristiges Ziel“, sagt Katja Tauer.

Mitmachen kann grundsätzlich jeder – Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren. „Wir freuen uns über alle, die Lust ­haben, unser Dorfleben aktiv mitzugestalten oder einfach Teil der Gemeinschaft zu werden“, betont Hammer. „Denn mit­einander können wir etwas bewegen.“ Nannette Hoffmann

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here