Seit 2017 betreibt die François Maher Presley Stiftung für Kunst und Kultur eine Galerie in Waldheim . Sie ist dem Thema „Resozialisierung durch Kunst und Kultur“ gewidmet. Hier werden künstlerische und handwerkliche Arbeiten aus verschiedenen Justizvollzugsanstalten gezeigt, eine stehende Ausstellung, die in ihrer Qualität und ihrem Umfang einmalig in Deutschland ist.
Daneben steht die Galerie den Bürgerinnen und Bürgern kostenlos zur Verfügung. Hier werden Arbeiten künstlerisch oder kunsthandwerklich Tätiger präsentiert, um ihnen so die Möglichkeit der Öffentlichkeit und der Auseinandersetzung mit Besucherinnen und Besuchern zu geben. Zudem werden Vorträge und Lesungen organsiert.
„SIE – Inszenierte Weiblichkeit“
Am 23. August wurde in der Galerie in der Schloßstraße 23 die Ausstellung mit Werken von Maria Flick eröffnet. Bis zum 21. September werden BIlder unter dem Motto „SIE – Inszenierte Weiblichkeit“ gezeigt. Die hier vorliegenden Arbeiten entstanden in den Jahren von 2023 bis 2026. Maria Flick ist selbst alleinerziehende Mutter einer Tochter und weiß, wieviel lebendige Kraft in Frauen und Mädchen steckt. Abseits reiner Körperlichkeit inszeniert sie die Vielfalt weiblicher Identität als lustig, fürsorglich, komisch, vulnerabel inspirierend.

Den Anfang der Ausstellung bildet eine Hommage an die Sagenwelt ihrer Heimat Waldheim. Maria Flick greift lokale Mythen auf und setzt Frauenfiguren in Szene: von den Nixen der Nixkluft bis zur Kräuterfrau. Auch die historische Legende der Päpstin findet hier ihren Platz. Obwohl diese Figur keinen Bezug zu Waldheim hat, faszinierte sie die Künstlerin so sehr, dass sie ihr ein Gesicht gab und somit ein gestalterisches Denkmal setzt.
Frauen, die sich mit Humor ihren Raum nehmen
Der vorliegende Komikerinnenzyklus feiert Frauen, die sich mit Humor ihren Raum nehmen, Rollenbilder aufbrechen und sich in einer Männerdomäne behaupten. Ein weiterer Aspekt der Künstlerin ist ihre tiefe Verbundenheit mit der Tierwelt. Sie selbst lebt mit und für ihre Tiere. Immer wieder beschäftigt sie sich mit dem Thema der Schöpfungsbewahrung und einem auskömmlichen Miteinander von Mensch und Tier.
In ihren Schraffurzeichnungen erweitert sie das Spektrum weiblicher Fürsorglichkeit und rückt die sorgende Hand in den Fokus. Gezeigt wird diese als Spenderin von Schutz und Fürsorge, die eine Brücke des Respekts und der Liebe zwischen Mensch und Tier schlägt. Gleichzeitigt macht Maria Flick die verletzlichen Seiten des Frauseins sichtbar und thematisiert Krankheit, Machtmissbrauch und Überforderung. Ihre Werke zeigen seelisch wie physisch verwundete Frauenkörper. Sie rückt jedoch nicht das Leid, sondern das Überleben ins Zentrum und zeigt die Widerstandskraft, die aus der Bewältigung von Krisen heraus wächst.
Dieses zeigt besonders deutlich das Werk „Kraft“, welches den Abschluss der Ausstellung darstellt. „SIE – inszenierte Weiblichkeit“ gibt einen künstlerischen Einblick in die Vielfältigkeit weiblicher Lebenswelten und soll ein Plädoyer sein für das Überleben, die Fürsorge und die unerschöpfliche Kraft, die in jeder Frau und ihrer Geschichte wohnt



































