Wer rettet die Mühle? Höfgen feiert 50 Jahre Museum – und sucht die nächste Generation

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Die beiden Vereinsvorstände Dr. Michael Hofmann (li.) und Hans Henning Ruhmer (re.) bekamen von Grimmas Oberbürgermeister Tino Kießig (parteilos) zum 50-jährigen Bestehen des Museums eine lukullische Aufmerksamkeit überreicht. Foto: Thomas Kube
DDie beiden Vereinsvorstände Dr. Michael Hofmann (li.) und Hans Henning Ruhmer (re.) bekamen von Grimmas Oberbürgermeister Tino Kießig (parteilos) zum 50-jährigen Bestehen des Museums eine lukullische Aufmerksamkeit überreicht. Foto: Thomas Kube

Es ist ein Ort, der Geschichte atmet: Die alte Wassermühle im kleinen Dorf Höfgen bei Grimma, angetrieben von einem markanten Wasserrad, das schon tausendfach fotografiert wurde. In diesen Tagen hat das Museum Wassermühle seinen 50. Geburtstag gefeiert – und Geschichtsbewusste, Kunstfreunde und Technikbegeisterte kamen zusammen, um anzustoßen.

Die Geschichte des Hauses reicht freilich weit über ein halbes Jahrhundert zurück. Noch bis 1954 mahlte Großvater Ruhmer hier Getreide. Doch 1961 musste die Familie das Fachwerkgebäude an den Staat abgeben – nicht durch Enteignung, wie Hans-Henning Ruhmer betont, sondern weil der Unterhalt schlicht nicht mehr zu stemmen war. Für den damals noch kleinen Hans-Henning war die Mühle vor allem eines: ein wunderbarer Abenteuerspielplatz.

Denkmalschützer verhinderten den drohenden Abriss

Dass das Gebäude überhaupt erhalten blieb, ist zwei beharrlichen Denkmalschützern zu verdanken. Renate Sturm Francke vom Museum Göschenhaus und Rudolf Priemer vom Kreismuseum Grimma verhinderten den drohenden Abriss. Die Gemeinde Höfgen erwarb die Mühle schließlich für bescheidene 1900 DDR-Mark – und 1976 öffnete das Museum seine Türen.

Hans Henning Ruhmer mit der DDR-Modezeitschrift PRAMO, in deren Innenteil Aufnahmen aus der Mühle präsentiert werden. Foto: Thomas Kube
Hans Henning Ruhmer mit der DDR-Modezeitschrift PRAMO, in deren Innenteil Aufnahmen aus der Mühle präsentiert werden. Foto: Thomas Kube

Für Aufregung sorgte bereits 1979 das erste Aktfoto-Plenair der DDR, das genau hier stattfand. Renommierte Fotografen wie Günther Rössler und das Duo Renate und Roger Rössing lichteten Modelle inmitten der historischen Mauern ab. Die Ergebnisse begeisterten später die Leser des DDR-Magazins in der ganzen Republik.

12 000 DM eigenes Geld in die Sanierung gesteckt

Sogar die Modezeitschrift Pramo ließ hier fotografieren. Nach der Wende wurde es turbulent: Der Landkreis wollte das Museum in den Neunzigern verkaufen. Hans-Henning Ruhmer kaufte es für symbolische 1900 DM zurück und steckte fast 12 000 DM eigenes Geld in die Sanierung. Dann folgte der nächste Schlag: eine Nachzahlungsforderung von 14 000 DM – und kurz darauf das Jahrhunderthochwasser 2002. Höfgen stand meterhoch unter Wasser. Doch Spendenbereitschaft und Zusammenhalt retteten die Mühle erneut.

Für ein erstes größeres Aufsehen nach Museumsgründung sorgte das 1. offizielle Aktfoto-Plenair der DDR, da in und um die Wassermühle Höfgen stattfand. Der Bericht dazu und viele Bildergebnisse konnten im begehrten MAGAZIN ostdeutschlandweit besichtigt werden. Repro: Thomas Kube

Heute kümmert sich der Verein zur Erhaltung der Wassermühle Höfgen mit Hans-Henning Ruhmer und Dr. Michael Hofmann an der Spitze um das Denkmal. Monatliche Backtage, der beliebte Kunst- und Handwerkermarkt im September sowie Angebote für Schulklassen gehören zum festen Programm.

Besucher sind freitags bis sonntags von 12 bis 17 Uhr willkommen. Doch eine Frage trübt die Jubiläumsfreude: Das Durchschnittsalter der Vereinsmitglieder liegt bei 68 Jahren. Wer übernimmt das Erbe? Eine Antwort darauf hat Ruhmer noch nicht – aber der Wille, die Mühle zu erhalten, war noch nie stärker. Thomas Kube

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