
Jedes Jahr, etwa zwei Wochen vor dem Osterfest, erhält die Krone des Dorfbrunnens in Schenkenberg einen neuen Anstrich – allerdings nicht mit Farbe, sondern mit farbigen Eiern, Girlanden, kleinen Küken und Tannengrün.
Arbeiten für einen Ort zum Innehalten
In diesem Jahr haben sich Elke Hartmann, Maritta Weiser, Brigitte Werner, Heike Haase und Karin Nadler mit schweren Taschen auf den Weg gemacht. Ihr Ziel: Der Brunnen in der Ortsmitte. Als Erstes legen sie die sechs Girlanden aus kleinen und großen Ostereiern gleichmäßig von oben nach unten um die Krone und binden sie fest. Die Eier hat Heike Haase neu auf einen Draht gezogen, damit sie gut halten.

Im nächsten Schritt platzieren sie weitere Eier und kleine Küken und ergänzen die Krone mit Tannengrün. Nach 30 Minuten sind die Landfrauen fertig und bestaunen ihr Werk. „Wie immer wunderschön“, heißt es unisono. „Es ist jedes Jahr Arbeit, ja, aber eine, die sich lohnt“, sagt Brigitte Werner. Schließlich soll der Brunnen, neben dem auch eine Bank steht, ein Ort zum Innehalten und ein kleiner Farbtupfer im Frühling sein.
Brauch aus Franken mitgebracht
Seit 2020 schmücken die Landfrauen jedes Jahr vor Ostern sowie vor Weihnachten den Brunnen. Dass Schenkenberg eine solche Tradition überhaupt etablieren konnte, ist Landfrau Karin Nadler zu verdanken. Während eines Urlaubs in der Fränkischen Schweiz wurde sie auf diesen Brauch aufmerksam.
Mit ihrer Idee, dies auch in Schenkenberg umzusetzen, stieß sie auf offene Ohren. Der Verein „Gemeinsam in Schenkenberg“ nahm sich der Sache an, nahm am Kleinprojekte- Wettbewerb „Dorfaktivisten gesucht“ teil, bewarb sich um Fördergelder und erhielt diese. 2019 konnte dem örtlichen Brunnen dann eine Krone aufgesetzt werden. Und die Schenkenberger Tradition war geboren.
Bäume im Ort schmücken
Doch nicht nur der Brunnen wird durch die Landfrauen geschmückt. Auf dem Areal des alten Schulgebäudes, auf dem unter anderem die Diakonie ihre Tagespflege betreibt und örtliche Vereine Räumlichkeiten nutzen können, haben die Frauen einen Baum mit bunten zum Teil selbst ausgeblasenen und bemalten Eiern behängt. „So haben auch die Bewohner einen schönen Blickfang, wenn sie aus den Fenstern schauen“, sagt Elke Hartmann.
Nur wenige Meter weiter, vis-à-vis vom Pfarrhaus, erstrahlt wenige Minuten später ein weiterer Baum.
Selbst gehäkelte Figuren in Rödgen
Da zwei Landfrauen, Petra Werner und Manuela Jäger, im Nachbarort Rödgen wohnen, haben sie auch dort eine kleine Tradition ins Leben gerufen. Seit nunmehr 15 Jahren behängen sie einen Baum auf dem örtlichen Spielplatz.
Dort finden lauter selbst gehäkelte Figuren ihren Platz: 36 Hasen und 256 Eier – mit und ohne Gesicht. „Schade ist nur, dass uns immer wieder einige gestohlen werden“, sagt Petra Werner. So greifen die Landfrauen immer wieder zu Stricknadeln und lassen neue Figuren entstehen – in der Hoffnung, dass sie diesmal hängen bleiben. Nannette Hoffmann


































