
Raus aus in die Natur! Was für die meisten Menschen alltägliche Selbstverständlichkeit ist, bedeutet für den vierjährigen Ole etwas ganz Besonderes: Der Junge leidet an einer schweren pulmonalen-arteriellen Hypertonie. Im Juni wurde er in einem lebensbedrohlichen Zustand ins Herzzentrum Leipzig geflogen – dort konnte nicht nur sein Leben gerettet werden, inzwischen kann er sogar eine Spazierfahrt auf dem Klinikgelände genießen.
„Seine Lungengefäße sind so stark verengt, dass sein Herz es nicht mehr schafft, dagegen zu arbeiten, um den Blutfluss ordnungsgemäß zu pumpen. Es entsteht ein Lungenhochdruck und infolgedessen kommt es zu einem Rechtsherzversagen“, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Michael Weidenbach, Oberarzt der Universitätsklinik für Kinderkardiologie am Herzzentrum Leipzig. Bei Ole zeigte sich die Erkrankung zunächst schleichend mit allgemeiner Kraftlosigkeit, Bauchschmerzen und Blässe. Als er am 12. Juni 2026 in Halle in die Klinik kommt, verweigert er das Laufen und ist stark erschöpft.
Dann verschlechterte sich der Zustand rasant …
Danach verschlechterte sich sein Zustand rasant, sodass er nur zwei Tage später mit dem Hubschrauber ins Herzzentrum Leipzig geflogen wird. Zu diesem Zeitpunkt gab es keine andere Klinik im DACH-Raum, die jene Kapazitäten und Ausstattungen hatte, um Ole aufzunehmen: „Natürlich sind wir eigentlich eine Spezialklinik für Herz- und Kreislauferkrankungen. Aber wir haben die technische Ausstattung und medizinische Expertise, um Ole zu behandeln. Daher war es für uns zweifelslos die richtige Entscheidung, ihn aufzunehmen. Andernfalls hätte er keine Überlebenschance gehabt.“

Im Herzzentrum Leipzig ist schnell klar, ohne technische Unterstützung können Oles Lunge und Herz nicht mehr arbeiten: Nunmehr übernimmt eine Herz-Lungen-Maschine sowohl die Pumpfunktion des Herzens als auch die Atmung der Lunge. Seither muss Ole auf der Kinder-ITS an der sogenannte veno-arterielle extrakorporale Membranoxygenierung – kurz: ECMO –ausharren und auf ein geeignetes Spenderorgan warten. Er ist hochdringlich gelistet. Sobald eine geeignete Spenderlunge verfügbar ist, wird er ins Kindertransplantationszentrum der Medizinischen Hochschule Hannover geflogen.
„Enorme Arbeit am Klinikbett“
„Die Kinderintensivpflege leistet enorme Arbeit am Klinikbett von Ole. Über so lange Zeit ein intensivpflichtiges Kind zu pflegen, ist sehr herausfordernd. Aber das Team arbeitet eng zusammen. Kinderintensivpflege, Physiotherapie, Kinderkardiologie und Kardiotechnik – wir alle fiebern mit Ole mit und kämpfen für ihn“, so Hans-Martin Vincenz. In Rücksprache mit der Klinikleitung bestellt er eines der kleinsten Kinderecmosysteme, das zugleich auch für Flüge zugelassen ist. Dieses System ermöglicht Ole für kürzere Abstände das Bett und die Intensivstation zu verlassen.
„Es ist nicht leicht für Ole und uns, den ganzen Tag auf der Kinderintensivstation zu verbringen. Daher waren die kleinen Ausflüge auf das Hubschrauberlandedeck und aufs Klinikgelände eine große Freude für ihn. Allein der Stationsgang oder das Fahrstuhlfahren sind aufregend. Wir sind sehr dankbar, dass das Herzzentrum Leipzig nicht nur um Oles Leben kämpft, sondern auch alles tut, um ihn das Warten und den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen“, so Papa Falko Kühnemund.
Transplantierende Klinik ist in Hannover
Der Ausblick: Auch die Planung des Transports in die transplantierende Klinik nach Hannover liegt in der Verantwortung des Herzzentrums. Dazu erklärt Hans-Martin Vincenz, Leiter Perfusiologie und Technische Medizin am Herzzentrum Leipzig: „Unsere Aufgabe ist es nicht nur, Ole bis zur Transplantation medizinisch zu versorgen und am Leben zu erhalten.
Er muss auch den Transport nach Hannover gut überstehen. Also musste ich mir die Frage stellen: Wie bekommst du dieses Kind dahin und erfüllst alle Regularien und Herausforderungen für den Flug?“ Das neue ECMO-System ermöglicht diese Anforderungen. red./jw



































