Nerchau weiht Gedenkstätte für Mori Ogai ein

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Haben die Mori-Ōgai-Gedenkstätte in Nerchau eingeweiht (v.l.): Grimmas Oberbürgermeister Tino Kießig, Organisatorin Regina Lamik die japanische Botschafterin Mitsuko Shino und Grimmas ehemaliger Oberbürgermeister Matthias Berger. Foto: Peter Franke
Haben die Mori-Ōgai-Gedenkstätte in Nerchau eingeweiht (v.l.): Grimmas Oberbürgermeister Tino Kießig, Organisatorin Regina Lamik die japanische Botschafterin Mitsuko Shino und Grimmas ehemaliger Oberbürgermeister Matthias Berger. Foto: Peter Franke

Ein kleines Stück deutsch-japanischer Geschichte ist jetzt für alle sichtbar: Seit Ende August erinnert ein Relief am Haus „Goldene Sonne“ in der Nerchauer Hauptstraße 49 an Mori Ogai, einen der bedeutendsten Schriftsteller Japans. Ende August wurde die neue Gedenkstätte feierlich eingeweiht.

Was viele Nerchauer bislang nicht wussten: Der junge japanische Militärarzt Mori Ogai hielt sich im Sommer 1885 im Raum zwischen Machern und Mutzschen auf. Während des sogenannten Herbstmanövers wohnte er im damaligen Gasthaus „Goldene Sonne“. Erst später wurde er in seiner Heimat als Schriftsteller berühmt und gilt heute als einer der wichtigsten Nationaldichter Japans. In Deutschland ist sein Name dagegen kaum bekannt – ein Umstand, den die neue Gedenktafel nun ändern soll.

Japanische Botschafterin Mitsuko Shino reiste persönlich nach Nerchau

Zur feierlichen Einweihung reiste sogar die japanische Botschafterin Mitsuko Shino persönlich nach Nerchau an. Ihre Anwesenheit unterstrich, welchen Stellenwert Mori Ogai in Japan bis heute genießt. Auch Grimmas Oberbürgermeister Tino Kießig zeigte sich bei der Veranstaltung sichtlich bewegt: „Ich freue mich sehr, dass Menschen Geschichte lebendig halten und besondere Verbindungen über Grenzen hinweg sichtbar machen“, sagte er.

Und weiter: „In Japan ist Mori Ogai eine bekannte und bedeutende Persönlichkeit. Bei uns ist er eher noch ein Geheimtipp. Dabei führt die Geschichte dieses japanischen Schriftstellers direkt nach Grimma. Umso schöner, dass wir nun an seinen Aufenthalt hier erinnern können.“

Möglich gemacht wurde die Gedenkstätte durch ehrenamtliches Engagement vor Ort. Organisatorin Regina Lamik hatte die Initiative mit vorangetrieben – und dachte bei der Einweihung gleich an weitere gute Zwecke: Die bei der Veranstaltung gesammelten Spenden kommen der Diakonie Leipziger Land zugute. Ein Teil des Geldes soll die Heiligabendfeier in Grimma unterstützen, die sich gezielt an Menschen ohne Angehörige richtet. Ein weiterer Anteil fließt in den Diakonie-Nothilfefonds.

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