
Es ist ein Happy End, mit dem selbst die Verantwortlichen kaum gerechnet hatten: Die Crowdfunding-Aktion „Rettet die Buchkinder“ ist erfolgreich beendet – und hat mehr als 113 000 Euro eingebracht. Damit übertraf der Leipziger Verein sein ursprüngliches Ziel von 100 000 Euro deutlich.
Ausgelöst hatte die Rettungsaktion eine unerwartete Kürzung öffentlicher Fördermittel. Rund 100 000 Euro fehlten dem Verein Buchkinder Leipzig plötzlich im Haushalt. Am 26. Juni startete der Verein deshalb seinen Hilferuf – mit durchschlagendem Erfolg: Mehr als 1300 Menschen beteiligten sich an der Kampagne, zahlreiche weitere teilten den Aufruf, organisierten eigene Aktionen oder halfen auf andere Weise.
Die Buchkinder sollen bleiben
„Dass uns so viele Menschen in dieser schwierigen Situation unterstützt haben, hat uns tief berührt“, sagen Birgit Schulze Wehninck und Sven Riemer vom Buchkinder Leipzig e.V. Hinter der Spendensumme stünden mehr als 1300 einzelne Entscheidungen von Menschen, die sagen: Die Buchkinder sollen bleiben.
Die Aktion entwickelte eine Dynamik, die weit über Leipzig hinausreichte. Regionale und überregionale Medien berichteten, sogar das ZDF griff das Thema in der Sendung „heute – in Deutschland“ auf. Bei den Leipziger Filmnächten war zudem der Kampagnentrailer auf der großen Leinwand zu sehen .
25 Jahre Geschichten für Kinder
Für den Verein ist die große Resonanz auch ein Beleg dafür, welchen Stellenwert seine Arbeit in der Stadt genießt. Seit der Gründung im Jahr 2001 haben mehr als 5000 Kinder und Jugendliche bei den Buchkindern eigene Geschichten entwickelt und zu selbstgebundenen Büchern gemacht – rund 1000 verschiedene Titel und knapp 16 000 Exemplare sind so entstanden.
Aktuell arbeiten wöchentlich etwa 200 Kinder und Jugendliche in den Werkstätten, Schulkooperationen, Kitas und Stadtteilprojekten des Vereins.
Dabei geht es um mehr als das fertige Buch: Die Kinder schreiben, zeichnen, drucken und binden ihre Geschichten selbst – und erleben dabei, dass ihre Gedanken zählen und ihre Stimme gehört wird.
Geld aus der Crowdfunding-Aktion
Mit dem Geld aus der Crowdfunding-Aktion sollen nun die offenen Werkstätten, Schul-, Hort- und Kitakooperationen sowie die mobile Stadtteilarbeit fortgeführt werden. Auch das erfahrene pädagogisch-künstlerische Team soll gehalten und laufende Material- und Werkstattkosten gedeckt werden.
Ganz gelöst ist das Problem damit allerdings nicht: Eine solche Summe lasse sich nicht jedes Jahr über Spenden ersetzen, betont der Verein. Die akute Lücke ist zunächst geschlossen, doch eine langfristig tragfähige Finanzierung müsse erst noch entwickelt werden.
Trotzdem überwiegt bei den Leipziger Buchkindern große Dankbarkeit: „Wir haben erlebt, wie viele ehemalige Buchkinder, Familien, Kulturschaffende, Unternehmen und völlig unbekannte Menschen sich mit uns verbunden fühlen. Jetzt können wir erst einmal weiterarbeiten“, freut sich der Verein über die große Resonanz.



































