Leipziger Zoo eröffnet eine weltweit einzigartige Anlage für Tiere aus Feuerland

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Die neue Attraktion
Die neue Attraktion "Feuerland" wurde kürzlich im Zoo in Leipzig eröffnet. Foto: André Kempner

Die Tore sind geöffnet, das Abenteuer Feuerland kann beginnen. Seit Dienstag können Besucher die neue Erlebniswelt im Leipziger Zoo erkunden und dabei in die Küstenlandschaft Südamerikas eintauchen. Zwischen Humboldt-Pinguinen, Seelöwen und Pelikanen gibt es viel zu entdecken. Gleichzeitig will die Anlage zeigen, wie Tierwohl, Bildung und Artenschutz in einem modernen Zoo zusammengehören.

Schon die Dimensionen der neuen Anlage beeindrucken. Mehr als fünf Millionen Liter Wasser füllen die Becken, durch die sich ein mehr als 100 Meter langer Unterwassertunnel zieht. Von dort aus eröffnen sich immer wieder neue Perspektiven auf die Tiere. Eine Wellenanlage sorgt für Bewegung im Wasser, während angelegte Strandbereiche den Bewohnern Rückzugs- und Ruheplätze bieten.

Zoo hat nun „eine Weltneuheit“

Für Zoodirektor Jörg Junhold ist mit Feuerland deshalb weit mehr entstanden als eine weitere Tieranlage. „Entstanden ist ein einzigartiges Projekt, eine Weltneuheit“, sagte er zu Eröffnung. Bei der Gestaltung sei besonderes Augenmerk auf die Bedürfnisse der Tiere gelegt worden. Gleichzeitig sollten für Besucherinnen und Besucher neue Möglichkeiten zur Tierbeobachtung entstehen.

Das zeigt sich auch an einer besonderen Stelle der Anlage. Im historisch gestalteten begehbaren Schiff „Pacifico“, das aus heimischen Hölzern gebaut wurde, können die Gäste die Humboldt-Pinguine aus einer ungewöhnlichen Perspektive beobachten – sie können von dieser Mini-Aussichtsplattform nämlich von oben auf die Pinguine schauen.

Besucher können hier Dutzende Humboldtpinguine und mehrere kalifornische Seelöwen sowohl an Land als auch im Wasser beobachten. Foto: Zoo Leipzig
Besucher können hier Dutzende Humboldtpinguine und mehrere kalifornische Seelöwen sowohl an Land als auch im Wasser beobachten. Foto: Zoo Leipzig

Insgesamt 40 der bedrohten Tiere leben in Feuerland. Dazu kommen neun Seelöwen und acht Pelikane, die aus dem Bergzoo Halle nach Leipzig kamen. Für die Tiere bedeutet die neue Umgebung zunächst auch eine Eingewöhnungsphase.

Lernstationen, digitale Angebote und Filme

„Oberstes Ziel ist es, dass wir die Tiere kennenlernen, alle futterfest werden und wir ihr Vertrauen gewinnen“, erklärte Tierpflegerin und Bereichsleiterin Meriam Pietsch. Doch Feuerland soll nicht nur beim Beobachten der Tiere bleiben. Lernstationen, digitale Angebote und Filme informieren über die Küstenlandschaft Südamerikas, ihre Bewohner und die Herausforderungen des Artenschutzes. Besonders die Humboldt-Pinguine stehen dabei im Mittelpunkt.

Der Leipziger Zoo engagiert sich auch in deren natürlichem Lebensraum und möchte mit der neuen Anlage eine Verbindung zwischen dem Erlebnis im Zoo und dem Schutz der Tiere in der Natur schaffen.

Wie groß die Bedeutung des Projekts für die Stadt Leipzig ist, wurde bei der Eröffnung ebenfalls deutlich. Oberbürgermeister Burkhard Jung bezeichnete Feuerland als das „Lebenswerk von Zoodirektor Junhold“ und sprach von einer „phänomenalen Erfolgsgeschichte“ sowie einer „unglaublichen Werbung für Leipzig“.

Besucherinteressen und Artenschutz miteinander verbinden

Auch Vertreter der internationalen Zoowelt waren zur Eröffnung gekommen. Christoph Schwitzer, Präsident des europäischen Zooverbands EAZA, sieht in Feuerland ein Beispiel dafür, wie Tierwohl, Bildung, Besucherinteressen und Artenschutz miteinander verbunden werden können.

Eine neugieriger Robbe begrüßt die ersten Besucher im Glastunnel des neuen Pinguin und Robbengeheges Feuerland. Foto: Wolfgang Sens
Eine neugieriger Robbe begrüßt die ersten Besucher im Glastunnel des neuen Pinguin und Robbengeheges Feuerland. Foto: Wolfgang Sens

Unterstützt wurde das Projekt auch vom Freundes- und Förderverein des Zoos. Dessen Präsident Michael Weichert übergab zur Eröffnung einen Scheck von über 300 000 Euro. Damit beläuft sich die Unterstützung des Vereins für den Zoo in den vergangenen Jahren auf insgesamt 4,8 Millionen Euro.

Nun beginnt für Feuerland der Alltag. Die Bauarbeiten sind abgeschlossen, die Besucher können die neue Landschaft erkunden und die Tiere leben sich Schritt für Schritt in ihrem neuen Zuhause ein.

Wer durch den Unterwassertunnel geht oder die Pinguine vom Schiff „Pacifico“ aus beobachtet, bekommt dabei nicht nur einen Eindruck von der Küste Südamerikas, sondern auch davon, wie sich ein moderner Zoo heute versteht. Julian Sadowsky

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