
Diese neue Sonderausstellung verbindet Stadtgeschichte, Naturraum und Wissenschaft zu einem faszinierenden Gesamtbild: „Stadt im Fluss“ zeigt bis 17. Mai im Stadtgeschichtliche Museum Leipzig einen Blick in 800 Jahre Wassergeschichte der Messestadt.
Das Wechselspiel von Wasser und Stadt
Wie formt das Wasser eine Stadt – und wie formt die Stadt ihr Wasser? Die Ausstellung führt Besucherinnen und Besucher durch acht Jahrhunderte Leipziger Wasser- und Landschaftsgeschichte. Anhand historischer Karten, technischer Geräte, archivalischer Dokumente und moderner Forschung zeigt sie, wie eng Leipzigs Entwicklung mit seinen Flüssen verwoben ist. Erstellt wurde sie in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig und dem Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO), sehen kann man sie im Haus Böttchergäßchen.
„Wir alle kennen die Bedeutung des Wassers für die Lebensqualität in unserer Stadt heute – dass die Sorge um die Auwälder, der Schutz vor Hochwasser und der Aufbau einer stabilen Versorgung Leipzigs mit trinkbarem Nass schon seit Jahrhunderten beschäftigen, wird durch diese Ausstellung erstmals deutlich“, erklärt Museumsdirektor Dr. Anselm Hartinger.
Flussläufe von Pleiße, Elster und Parthe
Im Mittelpunkt stehen die Flussläufe von Pleiße, Elster und Parthe und die tiefgreifenden Eingriffe des Menschen: Vom mittelalterlichen Ausbau der Mühlgräben über frühe Trinkwassersysteme und technische Innovationen bis hin zu Konflikten um Nutzung, Verschmutzung und Hochwasser. Eindrucksvolle Kartenwerke des 16. bis 18. Jahrhunderts lassen die Vielfalt und Dynamik der Leipziger Auenlandschaft lebendig werden.
„Wer schon immer einmal wissen wollte, was es mit den Leipziger Gräben und dem Auwald auf sich hat, erfährt das in unserer Ausstellung“, erklärt Julia Schmidt-Funke von der Projektleiterin und Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Leipzig und ergänzt: „Sie zeigt die jahrhundertealte Verflechtung von Stadt und Wasser, mit ihren Chancen und Risiken. Wir tauchen tief in die Geschichte ein, um das heutige Leipzig zu verstehen. Dabei vermitteln wir auch, wie unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse entstehen.“
Zugleich wirft die Ausstellung einen Blick auf Risiken und Umweltprobleme der Vergangenheit – extreme Hochwasser, fehlende Hygiene oder die Belastung der Gewässer durch Handwerksbetriebe. Ein eigener Bereich der Ausstellung widmet sich außerdem dem Entstehen und Wandel wissenschaftlichen Wissens: Sedimentbohrkerne, Mikroskoppräparate und moderne Analysen zeigen, wie Forschende heute Flussgeschichte rekonstruieren und Umweltveränderungen sichtbar machen. red./jw
Infos: www.stadtmuseum-leipzig.de

































