
Sie fallen ins Auge, die „Lipsia-Zwillinge“ in Grünau. Und nicht nur in ästhetischer Hinsicht erfüllen die beiden Häuser alle Erwartungen: Alle 38 Wohnungen sind längst vergeben und das „Qualitätssiegel Nachhaltiger Wohnungsbau“ gibt es ebenfalls.
„Wir hatten fast 270 Interessenten für 38 Wohnungen – dieses Verhältnis zeigt sehr deutlich, wie groß der Bedarf an modernem, barrierefreiem Wohnraum in Grünau ist“, sagt Nelly Keding, Vorstandsvorsitzende der Lipsia. Und sie ergänzt: „Für uns ist das zugleich ein Argument für den genossenschaftlichen Neubau. Wir schaffen damit nicht nur zusätzlichen Wohnraum, sondern auch einen Zugang für neue Mitglieder und eine breitere Altersmischung in unseren Beständen.“
Durchschnittliche Nettokaltmiete von 13 Euro je Quadratmeter
Ein Neubau kostet allerdings Geld. Und dies gar nicht mal so knapp: Bei den „Lipsia-Zwillingen“ liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete bei 13 Euro je Quadratmeter – was zum einen unter den aktuellen Angebotsmieten für Neubau in Leipzig (da spricht man von 13,50 bis 14,70 Euro pro Quadratmeter) liegt, zum anderen aber auch schon eine finanzielle Hausnummer ist. „Bei einem Neubau lässt sich die Miete nur so weit senken, wie es die Bau- und Finanzierungs-kosten zulassen – das Projekt muss sich selbst tragen, ohne den übrigen Bestand zu belasten“, ordnet Rolf Pflüger, Vorstand Finanzwirtschaft der Lipsia, ein.
Denn eng kalkuliert habe man schon: Die genannte Nettokaltmiete von 13 Euro pro Quadratmeter bilde ab, was Bau, Finanzierung und Bewirtschaftung eines Neubaus im KfW-40-NH-Standard unter den Baupreis- und Zinsbedingungen der Jahre 2023 bis 2025 tatsächlich kosten. Ein Renditeaufschlag ist darin nicht enthalten – als Genossenschaft erwirtschaftet die Lipsia mit dem Objekt keinen Gewinn, sondern deckt dessen Kosten.
Nachfrage nach hochwertigem, energieeffizientem Wohnraum
„Dass die Wohnungen zu diesem Preis vollständig vergeben sind, ist für uns das eigentliche Signal – auch in Grünau gibt es eine tragfähige Nachfrage nach hochwertigem, energieeffizientem Wohnraum“, zieht Rolf Pflüger dennoch eine positive Bilanz: „Und weil wir daneben rund 8000 Lipsia-Wohnungen zu deutlich günstigeren Konditionen anbieten, können wir sehr unterschiedliche Bedarfe bedienen – der Neubau ist eine Ergänzung, kein Ersatz für den bezahlbaren Bestand.“
Die „Lipsia-Zwillinge“ haben in Leipzig auch in bauplanerischer Hinsicht neue Maßstäbe gesetzt: Beim Holz-Hybrid-Bau mit frei stehender Holzfassade wurden Grundrisse und Ausstattung ohne Abstriche gegenüber dem Planungsstand umgesetzt. Ebenso realisiert wurden die extensiv begrünten Dächer inklusive Photovoltaik-Anlage sowie das integrierte System zur Regenwasserrückhaltung und -versickerung.
Damit ist der Nachweis erbracht, dass die energetischen und ökologischen Zielwerte des Projektes nicht nur geplant, sondern im fertigen Gebäude erreicht wurden. Mit einem Investitionsvolumen von 12,6 Millionen Euro zählen die „Lipsia-Zwillinge“ zu den größten Neubauvorhaben in der Geschichte der Genossenschaft.
Sie fügen sich in die Quartiersentwicklung in Grünau ein. Nach den „Kulkwitzer See-Terrassen“ sowie dem 2020 fertiggestellten „Lipsia-Turm“ an der Miltitzer Allee ist es das dritte Neubauvorhaben der Lipsia im Stadtteil. Zudem führt die Genossenschaft mit der Uranusstraße ihr größtes Modernisierungsvorhaben der vergangenen Jahrzehnte fort. red./jw



































