Stricken für einen guten Zweck: Liane Kaubisch (l.), Annemarie Künne und Helga Seidel (r.) gehören zu dem reichlich ein Dutzend Grimmaer Wollmäusen. Foto: Roger Dietze

REGION. Voller die Gabentische hierzulande nie waren: Der Handelsverband Deutschland rechnet damit, dass die Umsätze im Weihnachtsgeschäft erstmals über 100 Milliarden Euro liegen werden. Demgegenüber kommen viele Kinder in weiten Teilen Südeuropas nicht in den Genuss von Weihnachtsgeschenken. In der Region engagieren sich Menschen dafür, diesbezüglich zumindest punktuell zu helfen.

„Kinder helfen Kindern“ – im Raum Grimma ist die Aktion der Hilfsorganisation ADRA Deutschland vielen Kindergarten- und Grundschul-Kindern ein Begriff. Denn zum mittlerweile 19. Mal haben die lokalen Unterstützer der Aktion in diesem Jahr die Werbetrommel für das Packen von Weihnachtspaketen für notleidende Kinder in Osteuropa gerührt. Mit einmal mehr großem Erfolg. „Wir haben in diesem Jahr insgesamt 700 Weihnachtspakete auf die Reise nach Albanien und nach Bosnien-Herzegowina schicken können, dazu weitere 80 mit Bekleidung, Bettwäsche und Körperpflegeartikeln gefüllte große Kartons“, berichtet Blanka Schuchardt von der Grimmaer Adventsgemeinde, bei der die Freude groß darüber ist, dass die Paketaktion in diesem Jahr noch einmal an Fahrt zugenommen hat. „Das Bewusstsein in der Bevölkerung scheint zu wachsen, dass wir in Deutschland unter sehr privilegierten Lebensbedingungen leben und dass es selbst in Europa vielen Menschen um einiges schlechter geht“, so Blanka Schuchardt. Und auch die Kinder seien bereit, etwas für ihre ärmeren Altersgenossen zu tun. „Viele unsere Päckchen werden an Kinder verteilt, die in Waisenhäusern leben, obgleich sie keine Waisen sind“, berichtet die Grimmaer Koordinatorin der Weihnachts-Hilfsorganisation, die im nächsten Jahr in die 20. Runde geht. Und dies bereits frühzeitig im neuen Jahr. „Wir berichten dann in den Kindergärten und Grundschulen über den Erfolg der diesjährigen Aktion und zeigen unter anderem CDs, auf denen die Übergabe der Päckchen bei den Empfängern dokumentiert ist“, so Schuchardt.

Nach der Hilfsaktion ist vor der Hilfsaktion gilt als Motto auch für die aktuell 16 Grimmaer „Wollmäuse“, die allwöchentlich im Mehrgenerationenhaus der Muldestadt zum gemeinsamen Schwingen der Stricknadeln zusammenzukommen. Um unter ihren geschickten Händen Mützen, Schals und Handschuhe entstehen zu lassen, die wiederum ihren Weg in die Weihnachts-Pakete sowohl der ADRA- als auch der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ finden. „Auf diese Weise kommen im Jahr 400 bis 500 Garnituren zusammen“, berichtet „Wollmäuse“-Akteurin Liane Kaubisch, die Werbung in eigener Sache betreibt. „Da wir sehr viel Wolle benötigen, freuen wir uns über jede Spende, die im Mehrgenerationenhaus eintrifft.“

Auf Spenden angewiesen ist man seit einigen Jahren auch in Greifenhain, von wo in diesem Jahr weit über 2000 Weihnachtspakete für rumänische Familien auf den weiten Weg in den Südosten Europas geschickt werden. Am Dienstag dieser Woche nahm ein 40-Tonner auf seiner Rückfahrt auf den Balkan die in ganz Mitteldeutschland unter dem Motto „Weihnachtsfreude bringen“ gepackten Pakete bei seinem Zwischenstopp im Frohburger Ortsteil auf, in dem sich seit einigen Jahren die Interessengemeinschaft Rumänienhilfe engagiert. Erste Kontakte knüpfte die Familie von Martina Kipping im Zusammenhang mit dem Aufbau einer Suppenküche im Pfarrhaus einer siebenbürgischen Ortschaft, das erste große Projekt stellte das Lukas-Spital im mittelrumänischen Laslea dar. Das dortige Altenheim bekam damals keine staatliche Unterstützung, sodass gebrauchte Kleidung aus Deutschland vor Ort in einem Secondhand-Shop verkauft wurde, um mit den Einnahmen das Personal des Heimes bezahlen zu können, das mittlerweile zur Diakonie gehört und als Vorzeige-Objekt in Rumänien gilt. Der Secondhand-Shop in Laslea existiert derweil noch immer und wird auch weiterhin von Martina Kipping und ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern mit Nachschub versorgt. „Der Shop ist zum einen ein wichtiger Arbeitgeber und unterstützt zum anderen mit den Einnahmen aus den Verkäufen lokale soziale Projekte“, berichtet die 60-jährige Gemeindepädagogin. Roger Dietze

 

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