Sonntagsfrühstück

Thomas Böttcher: „Eigentlich bin ich ein Bär!“

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Manchmal muss es zum Frühstück einfach mal ein Steak sein. „Bei mir ist es ja eher das Abendbrot“, lacht Thomas Böttcher, während er sich über das leckere Stück Fleisch hermacht. Klar – als Kultmoderator der Morningshow „Böttcher & Fischer“ bei Radio R.SA klingelt bei ihm mitten in der Nacht der Wecker. Dann wird ein etwas verspätetes Frühstück eben schnell zum deftigen Abendbrot.

Dabei kam der gelernte Elektriker zufällig zum Radio. Oder besser gesagt mit Eigeninitiative: „Radio war für mich als Jugendklub-DJ in Delitzsch etwas ganz Großes – ich kannte niemanden, der so etwas machte. Doch als ich hörte, dass in Leipzig Leute fürs Radio gesucht werden, habe ich mich sofort beworben.“ Das war 1992, die Entstehungszeit von Radio PSR, und Thomas Böttcher war sofort mittendrin in den „wilden Zeiten“ des Neuaufbaus.

Mit einigen Irritationen, wie er sich erinnert: „Es ist in der Tat verbrieft, dass ich Stunden vor Sendebeginn gefragt habe, wann denn endlich die richtigen Moderatoren kommen. Die Leute, die etwas vom Radio verstehen.“ Nur – die kamen nicht, dafür fand er sich am 1. Juli 1992 vor dem Radiomikrofon wieder: Der Beginn einer anhaltenden Leidenschaft.

Talent entdeckt

Und die Entdeckung eines echten Talents, denn ebenso schnell fand er sich in der Morningshow wieder – der wohl wichtigsten Sendung im Radio: „Was ich aber damals zum Glück nicht wusste. So konnte ich unbefangen an die Sache rangehen.“ Eine Unbefangenheit, die er sich bewahrt hat – mit seiner Spontanität und Leidenschaft: „Sonst hält man dies nicht so lange durch. Ich bereite wirklich nichts vor – außer, dass ich mich gut über das informiere, was so passiert in der Welt und in Sachsen. Aber wenn er das Mikro aufmacht, weiß ich nicht, worüber er sprechen wird.“

Er – dies ist in diesem speziellen Fall sein kongenialer Moderatorenpartner Uwe Fischer, mit dem Thomas Böttcher schon seit 1995 vor dem Mikro steht. Wobei der Start auch nicht so ganz glatt lief: „Bis wir  mal eine Bestandsaufnahme gemacht haben. Und gemerkt haben, dass wir die ganze Sache umdrehen müssen: Uwe als Hauptmoderator und ich als Sidekick.“ Und in dieser Besetzung wurde das Duo zum Radio-Kult.

Bis hin zu Live-Auftritten auf kleinen und vor allem großen Bühnen – was aber irgendwann mal zu viel wurde. „Wir brauchten eine Auszeit, auch voneinander“, was für Thomas Böttcher allerdings den Nebeneffekt hatte, dass er das Theaterspielen für sich entdeckte – beim ersten Sächsischen Mundarttheater, dem Radeberger Biertheater. „Das mache ich jetzt das zehnte Jahr und es macht riesigen Spaß. Jetzt sind wir sogar dabei, ein Musical namens ‚Mannomann‘ zu machen.“

Auch Böttcher & Fischer sind inzwischen wieder vereint – als Kultmoderatoren-Duo bei R.SA „mit einer kleinen, aber feinen Fangemeinde. Und es macht immer noch Spaß, auch wenn das Aufstehen etwas schwerer fällt.“ Erst recht im Winter, den Thomas Böttcher so gar nicht leiden mag: „Ich bin ja eigentlich ein Bär. Und als solcher falle ich im Oktober in die Winterstarre und wache im März wieder auf.“

J. Wagner

www.rsa-sachsen.de

01.01.12, 16:01