Wirtschaft
Statt Abspecken: Bereiche für das langfristige Unternehmenswachstum suchen
Prost, Neujahr! Wenn Silvester nicht zu heftig gefeiert wurde, kann man ja mal in aller Ruhe Bilanz ziehen – gerade als Unternehmer. Die wirtschaftliche Abrechnung 2011 fiel positiv aus – landesweit. Fürs neue Jahr sind mehr Turbulenzen angesagt. Da lohnt es sich nachzudenken, wie man das eigene Unternehmen aufstellt, ob man Veränderungen braucht und welche das sein könnten.
Schwindsucht statt Husten?
Im Grunde ist der Tag ideal. Auf dem Bürostuhl der Firma, den Bildschirm vor Augen, müssen Entscheidungen fallen. Da gibt es keine Ruhe. Aber am Neujahrstag – angesichts der Verpflichtungen einiger Gäste vom Vorabend, könnte man ein bisschen in sich gehen. Gut, die Silvesterschwüre betrafen eher solche Dinge wie das künftige Nichtrauchen oder Abspeckziele.
Warum aber sollte ein Unternehmer nicht über sein ureigenes Metier nachdenken?
Im Gegensatz zu Vorhaben, dem Bauch durch Sport zu leibe zu rücken, könnte ein wichtiges Ziel fürs Neue Jahr im Wachstum bestehen. Gerade weil wirtschaftliche Turbulenzen angesagt sind, wäre es töricht, zufrieden mit dem Erreichten zu sein. Das Warten auf den automatischen Aufschwung hat sich in den letzten 20 Jahren nur bei den wenigsten erfüllt, die mit Gewerbegebieten Ansiedlungen fördern wollten. Auch das Beschwören besserer Autotrassen, die als ökonomische Wundermittel gelten, bewährten sich nur in Ausnahmefällen. Der gesamte Raum zwischen Leipzig und Dresden, der bestens durch die Autobahn erschlossen wurde, wird eher zur „Landflucht“ genutzt. Viele Einwohner fahren zu Arbeitsplätzen in die beiden Großstädte. Die Orte dazwischen leeren sich weiter.
Solche Tatsachen könnten vorausschauende Unternehmer dazu bringen, sich selbst zu sagen: Ich muss nicht auf „Wunder“ setzen, die mehr oder weniger zufällig eintreffen. Lieber setze ich auf meine Stärken, baue sie aus und lege mir noch andere Standbeine zu.
Beispielsweise leben etliche kleine und mittlere Unternehmen unserer Region ganz gut von Zulieferungen an die großen Autohersteller. Und was passiert, wenn dort mal der Motor stottert, die Großen gewissermaßen einen Husten bekommen? Dann könnte das bei den Kleinen schnell zur Schwindsucht werden.
Wenn man aber die vorhandenen Fertigkeiten des eigenen Unternehmens nutzt, um sich auch als Zulieferer für den Bau von Straßen- und Eisenbahnen oder Bussen bei den entsprechenden Herstellern anzubieten, dann könnte man Auftragsrückgänge leichter überbrücken. Zumindest werden in Zeiten stagnierenden Autokaufs mehr öffentliche Verkehrsmittel benötigt. Die Anbieter brauchen also mehr Fahrzeuge.
Neues Konzept
Ebenso weit blickend kann es sein, Produkte wie die für Elektroautos nötigen in seine Planung einzubeziehen. Mit der weltweiten Verknappung von Erdöl haben herkömmliche Benziner oder Dieselautos immer weniger Zukunft. Konkret beginnt die Zukunft aber morgen – mit dem ersten Arbeitstag im neuen Jahr. Dann lässt sich auch ein erweitertes Konzept umsetzen, eins, das auf gesicherte Zuwächse orientiert, beispielsweise bei Elektroautos.
Thomas Biskupek
01.01.12, 17:01






