Wirtschaft

Regierung legt faule Eier ins Nest der Photovoltaik: Aufträge an das Handwerk sinken, weil die Förderung radikal zurückgefahren wird

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Manche Handwerker sind derzeit nicht österlich gestimmt, weil Regierungsvorgaben ihnen faule Eier ins Osternest legen. Das betrifft vor allem das Hin und Her bei der Photovoltaik, bei der die Energiequelle – die Sonne – nichts kostet. Unter Photovoltaik versteht man die direkte Umwandlung von Lichtenergie, meist aus Sonnenlicht, in elektrische Energie mittels Solarzellen.

Ähnliches trifft auf Windenergie zu, bei der nur die auf offenem Meer installierten Anlagen gefördert werden, welche allein große Erzeuger herstellen. Ob Sanitäranlagenbauer oder Glaser, ob Trockenbauer oder Elektriker, sie alle haben mit der Photovoltaik zu tun. Deren Förderung wurde erheblich gesenkt, so dass immer weniger Investoren auf eine derart unsichere Einnahme setzen.

Kaum hat sich der Nebel um den Neubau von Stromtrassen durch Mitteldeutschland gelegt, mit dem Windstrom aus dem Norden in den Süden transportiert werden sollte, schon meldeten sich jene Bundesländer mit nennenswerten Braunkohlevorkommen: Wenn die Leitungen nicht für Windstrom gebraucht würden, dann für solchen aus Braunkohle.

Damit wäre dann die beabsichtigte Energiewende vollkommen auf dem Abstellgleis gelandet. Zahlen der Leipziger Elektriker namens der gesamten Branche machen das deutlich: Im Vorjahr sank der Umsatz deutschlandweit um drei Milliarden Euro, obwohl er mit fast 51 Milliarden immer noch hoch genug ist. Der Rückgang sei allein auf die nahezu gestrichene Förderung zurückzuführen, so Innungsobermeister Stephan Cherier.

Dazu kommt: Elektriker genießen beim Einbau von Solaranlagen ein riesiges Vertrauen. Anderen Handwerkern geht es ähnlich. Ihre Qualitätsarbeit wie ihre fachkundige Beratung zahlen sich inzwischen aus. Wer auf Energie aus der Sonne setzt, holt sich heimische Handwerker ins Haus. Deren Anlagen sind für die Energiewende unverzichtbar. Doch die entsprechenden politischen Signale fehlen bislang.

Außerdem: Deutschland ist bei alternativen Energien inzwischen ein Vorbild für andere Länder, die noch am herkömmlichen Strom festhalten. Als die Förderung zurückging, gab es massenhaft Pleiten bei den Herstellern von Teilen für Anlagen der Photovoltaik. Wenn die anderen Länder die Zeichen der Zeit erkennen, brauchen sie Rat und oft auch Zulieferungen, die sich auf hohem technischem Stand befinden. Das bedeutet Exportchancen. Noch wichtiger wird Know-how. Expertenwissen zeichnete die rohstoffarme deutsche Wirtschaft schon immer aus.

Raus aus der Kohle

 Man muss nicht allein auf die Warnungen des Weltklimarates achten, die angesichts steigender Treibhausgase einen Ausstieg beim Betreiben von Kohlekraftwerken verlangen, statt neue zu bauen. Man kann auch im Interesse der eigenen Wirtschaft auf diesen Weg gehen. Für die vielzitierte notwendige Grundlast genügen Gaskraftwerke.

Damit die Masse über alternative Energien gewonnen wird, ist es nötig, ihre Möglichkeiten wirklich auszuschöpfen. Die fachlichen Erkenntnisse der Wissenschaft wie das Können der Handwerker sind so weit, dass sich die alternativen Energien konsequenter nutzen lassen.

Das heißt dann: Lass doch Sonne und Wind Strom liefern!

Thomas Biskupek                                                       

www.hwk-leipzig.de

Im Bild: Der Sitz der Elektro-Innung Leipzig in der Rückmarsdorfer Straße 15. Foto: Innung

 

20.04.14, 08:04