Wirtschaft

Prinzessinnen und Weihnachtsstern: Das „Theater im Globus“ beglückt Kinder scharenweise

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Wenn von den „großen Häusern“ Leipzigs die Rede ist – und auch von deren Geldsorgen – bleiben viele andere ungenannt, die vor allem für Kinder spielen und auch davon leben wollen und müssen.

Das DachTheater in der Steinstraße ist ein Podium speziell für die Theaterarbeit von Kindern und Jugendlichen. Im THEATRium in Grünau erarbeiten die großstadtKINDER Theaterprojekte.

Strahlende Augen und magerer Lohn

Das LOFFT im Theaterhaus am Lindenauer Markt zeigt Eigenproduktionen. Im Puppentheater Sterntaler ist alles in Aktion zu sehen, was Puppentheater zu bieten hat: Handpuppen, Marionetten, Schattenfiguren und mehr.

Sie alle müssen von ihren Einnahmen leben und bekommen keine Millionen von der Kommune dazu, manche sogar nichts, wie das „Theater im Globus“. Hanne Braun war oft die Hauptdarstellerin. Jost Braun schrieb Stücke und führte Regie. Dazu fanden sich weitere freie Künstler – manchmal auf Dauer, manchmal für einzelne Projekte. Weil sich das Figurentheater für Kinder- und Familien sowie für Erwachsene gut anließ, gründete man auch noch ein Festival und lud professionelle Theatergruppen aus dem In- und Ausland nach Leipzig ein.

Inzwischen ist schon das 20. Festival für Figuren-, Objekt- und anderes Theater Geschichte. 17 Vorstellungen mit acht Inszenierungen an 15 Spielstätten wurden in der Jubiläumsveranstaltung 2011 gezählt. Die Festivalzentrale befindet sich im Büro der Brauns in Gohlis. Hier wird das gesamte Konzept ausgetüftelt, werden Plakate entworfen, Karten verteilt und Gäste eingeladen. Und natürlich muss auch das Programm vom „Theater im Globus“ entwickelt werden.

Derzeit agiert Jost A. Braun als umtriebiger, in vielen Genres beheimateter Kulturmanager und -sponsor: Intendant des Figurentheaterfestivals, Herausgeber, Prinzipal des kleinen Theaters, Kurator, Autor und Rezensent. An Ideen für neue Stücke mangele es ihm nicht, erzählt er unter ständigem Telefongeklingel. Aber es fehle an der Zeit, alles aufzuschreiben, denn er muss seine Geschichten verkaufen, seine Stücke unter die Leute bringen und immer wieder spielen. Natürlich gibt es Erfolgsstücke, mit denen man über 100 Zuschauer anzieht. Aber manchmal sind es auch nur ein paar Dutzend. Der Aufwand ist der gleiche, nur die Einnahmen unterscheiden sich.

Das Familientheater hat eine Reihe von Veranstaltungsorten in und um Leipzig herum. Meist bewegen sich die Brauns und ihre Kollegen vom „Theater im Globus“ dabei zwischen Prinzessinnen, Geißlein und Weihnachtsstern. Der Dezember ist für sie der wichtigste Monat. Da wird das Geld fürs erste Quartal verdient. Ihre Partner sind Kinder und deren strahlende Augen der schönste Lohn.

Was ist Förderung?

Gar kein Partner sei das Kulturamt. „Ich kann nichts Schlechtes über diese Einrichtung sagen, weil wir nur wissen, dass es sie gibt“, meint Braun. Auf die Frage nach Förderung, fragt er lächelnd zurück: „Förderung? Was ist denn das?“ Von vielen dieser Szene-Einrichtungen in Leipzig ist kaum die Rede, wenn es um Geld für die Kunst der Messestadt geht. Dabei prägen sie die jüngsten Bürger oft früher und nachhaltiger als die großen Häuser.

Thomas Biskupek

www.theatreart.de

18.12.11, 16:12