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Lok-Trainer Willi Kronhardt im Gespräch: „Fußball ist kein Druck, sondern Spaß“

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Langsam, aber sicher wird es ernst für den 1. FC Lok Leipzig: Schon am nächsten Samstag steht mit der Partie gegen den CFC II das erste Punktspiel 2012 an. Trainer Willi Kronhardt spricht über den Stand der Vorbereitung.

Wie sind die ersten Erfahrungen als Cheftrainer vom 1. FC Lok Leipzig?

Willi Kronhardt: Es fühlt sich gut an. Ich weiß, dass die Mannschaft in der Hinrunde nicht das abgerufen hat, was sie draufhat. Aber vom Charakter her ist die Truppe richtig gut. Wie mir in den letzten Wochen alle Spieler entgegengetreten sind, war auf jeden Fall positiv. Sie sind wissbegierig, heiß auf neue Erfahrungen und auf jeden Fall bereit, an sich zu arbeiten. Dies ist unbedingt notwendig – ich stelle schon einen anderen Anspruch.

Wie definieren Sie diesen anderen Anspruch?

Ich erwarte, dass die Mannschaft in der Lage ist, notfalls auch bis in die Verlängerung hinein voll konzentriert zu agieren. Und dies geht nur mit der entsprechenden Fitness. Hier müssen wir uns verbessern, aber ich sehe, dass die Jungs bereit sind, auch in diese Bereiche zu gehen, in denen es richtig wehtut.

Ist die körperliche Fitness für Sie das entscheidende Element?

Es ist in der Tat wichtig als Basis. Zum einen kommt mit der Fitness das Selbstbewusstsein: Man geht einfach ganz anders auf den Platz und an den Gegenspieler heran, wenn man das Bewusstsein hat, körperlich fit zu sein. Andererseits ist die Fitness auch die Basis der taktischen Grundausrichtung, die von den Spielern verinnerlicht werden muss.

Denken Sie da an eine bestimmte taktische Grundausrichtung?

Es geht mir eher darum, dass jeder Spieler begreifen muss, dass jede Position in der taktischen Ausrichtung wichtig ist. Und dass jedes taktische Fehlverhalten eine Kettenreaktion nach sich zieht. Weil der Mitspieler einspringen muss und sich dann an anderer Stelle wieder Lücken auftun.

Wie sind da die bisherigen Erkenntnisse, die Sie in den Testspielen gewonnen haben?

In der Offensive ist die Art und Weise, wie wir die Spiele gestaltet haben, durchaus okay. In der Defensive fehlt mir in der letzten Konsequenz die Konzentration bis zur letzten Minute.

In einer Woche geht’s wieder um Punkte. Steigt der Druck?

Ich finde, Fußball ist kein Druck. Fußball ist Spaß. Das Ziel muss für jeden sein, bestmöglich zu spielen. Wenn wir als Mannschaft wirklich alles abrufen, besteht die Chance, dass wir jeden Gegner schlagen können. Schade, dass der Test gegen Auerbach so früh war. Der wäre mir jetzt viel lieber.

In der Hinrunde hatte man das Gefühl, der Mannschaft fehlt in engen Situationen ein Teamleader. Wie sehen Sie das?

Eines verspreche ich: In der Rückrunde wird es Teamleader geben. Meine Philosophie: Der Teamleader ist immer der nächste Spieler. Insofern kann auch Djibril N’Diaye zum Führungsspieler werden, der im Sturm auf seine Gegenspieler aggressiv draufgeht. Generell gilt ohnehin eines: Ohne Kommunikation und Gemeinschaft gibt es keinen Erfolg auf dem Platz.

Für etliche Gegner ist das Spiel gegen Lok Leipzig das Spiel des Jahres …

Und dies darf für uns nicht zur Last werden. Dies müssen wir als Motivation nehmen. Daraus müssen wir die Bereitschaft entwickeln, auf jeder Position bis an die Leistungsgrenze zu gehen.

Meinen Sie damit auch aggressives Zweikampfverhalten und Pressing?

Unbedingt. Wir müssen unseren Gegenspieler richtig unter Druck setzen. Der hört dann den Atem im Nacken und macht einen Fehler. So holt man sich den Ball. Aber zu diesem Spiel kommt man eben nur mit der entsprechenden Fitness.

Christopher Gäng ist der erste Neue. Wie wichtig ist Ihnen dieser Zugang?

Auf der Torwartposition herrschte richtig Nachholbedarf. Insofern war dieser Transfer richtig entscheidend. Ich erhoffe mir da mehr Sicherheit für die gesamte Defensive.

Halten Sie nach weiteren Neuen die Augen offen?

Darüber kann man erst reden, wenn alles klar ist. Aber generell haben wir mit Lok Leipzig ja den Weg eingeschlagen, mit dem wir stark auf den Nachwuchs und auf Spieler aus der Region setzen.

Wie sehen Sie mit Blick auf den Nachwuchs die Voraussetzungen für die nächsten Jahre?

Ich finde, es wird ganz wichtig, die Kluft zwischen dem Anspruch der ersten Mannschaft und dem Nachwuchs zu verkleinern. Da sollte ein Cheftrainer – ganz egal, wie er heißt – einen gewissen Einfluss haben. Was nicht bedeutet, dass die Nachwuchstrainer nicht weiter durchaus ihre Freiheiten haben können.

J. Wagner

Der 1. FC Lok spielt am Sonntag , 15 Uhr im Bruno-Plache-Stadion gegen Blau-Weiß Linz. Das Spiel beim Chemnitzer FC II wird am 11. Februar um 13.30 Uhr angepfiffen.

04.02.12, 10:02